- 23.11.2007, 13:08:58
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Kdolsky zum Drogenbericht 2007: Kinder und Jugendliche vor Alkohol- und Drogenmissbrauch schützen
Präventionsmaßnahmen und Aufklärung schon im Kindergarten
Wien (OTS) - "Prävention und Aufklärung müssen schon im frühesten
Kindesalter ansetzen, um den besorgniserregenden Trends in Europa
erfolgreich entgegenzuwirken", sagte Gesundheitsministerin Andrea
Kdolsky heute, Freitag, anlässlich der Veröffentlichung des Berichts
zur Drogensituation 2007. Er zeige, dass die Entwicklung in den
EU-Mitgliedstaaten sehr parallel entwickle. Vor allem was die Zahl
der Drogentoten betrifft gebe es einen stetigen Anstieg - in Europa
7.000 bis 8.000 Todesfälle - durch die Überdosierung illegaler
Drogen. In Österreich stieg die Zahl der suchtgiftbezogenen
Todesfälle von 191 im Jahr 2005 auf 197 Fälle im Jahr 2006. "Grund
dafür ist vor allem der Mischkonsum verschiedener illegaler
Substanzen mit Alkohol oder Medikamenten. Diese Mischintoxikationen
sind für die Konsumenten nicht abschätzbar und führen leider sehr oft
zu Überdosierungen und folglich zu Todesfällen", so Kdolsky.
Auffällig ist auch, dass der Frauenanteil bei Drogenkonsumenten
zwischen 25 und 30 Prozent liegt und Frauen sowohl beim Erstkonsum
als auch beim erstmaligen intravenösen Konsum im Durchschnitt jünger
sind als Männer.
Unterschiedlich entwickle sich die Situation hingegen beim
Kokainkonsum, denn laut dem Jahresbericht der
EU-Drogenbeobachtungsstelle geben rund 4,5 Mio Europäer an, im
letzten Jahr Kokain konsumiert zu haben, während Kokain in Österreich
eine eher untergeordnete Rolle spiele. Auch der Konsum von Cannabis
stagniert und verliert vor allem bei jugendlichen Konsumenten an
Bedeutung. Weiterhin dominieren jedoch Opiate als vorrangige
Problemdroge die österreichische Situation. Die Lösung der regionalen
und lokal unterschiedlichen Problemstellungen erfordere szene-adäquat
im Rahmen gesundheitspolitischer Maßnahmen den weiteren Ausbau von
Früherkennung und Frühintervention, um den aktuellen Entwicklungen
Rechnung tragen zu können. Dabei werde der in Österreich bewährten
Drogenersatztherapie durch weiteren Ausbau der
Substitutionsbehandlung und der Behandlungsvielfalt besonderes
Augenmerk geschenkt. Es gelte dabei, insbesondere gefährdete Gruppen
von Jugendlichen durch gezielte Präventionsmaßnahmen zu erreichen und
zu betreuen.
"Um Drogenmissbrauch effektiv zu bekämpfen, müssen die zahlreichen
Präventions- und Aufklärungsinitativen auf Bundes-, Landes- und
Regionalebene weitergeführt und noch verstärkt werden", sagte die
Gesundheitsministerin. "Dabei wird das Beratungs-, Betreuungs- und
Behandlungsangebot insgesamt noch spezifischer auf die
unterschiedlichen Zielgruppen ausgerichtet. Wir müssen dabei schon im
Kindesalter ansetzen und hier neben illegalen Drogen einen speziellen
Fokus auf Alkohol- und Tabakkonsum legen. Gerade der exzessive
Alkoholkonsum immer jüngerer Menschen stellt europaweit ein großes
Problem dar, auf das ich bereits 2007 mit der großangelegten Kampagne
'think before you drink' reagiert habe. Der Jugendschutz hat absolute
Priorität und die Anstrengungen, die landesweiten Regelungen zu
harmonisieren sind auf einem guten Weg. Parallel dazu sollen die
geplanten Personalausweise für Jugendliche die Vollziehung des
Jugendschutzes massiv vereinfachen und Jugendliche so effektiv vor
Alkohol- und Drogenmissbrauch schützen." Notwendig sei ein
ganzheitlicher Ansatz, der sowohl Kinder und Jugendliche als auch
Eltern anspricht und ein breites Spektrum von Aufklärung über
Information bis zu gesetzlichen Maßnahmen abdeckt. "Ein wichtiger
Schritt wurde in diesem Zusammenhang bereits von Wirtschaftsminister
Martin Bartenstein mit der Verschärfung der Gewerbeordnung geleistet.
Weiters ist die Erstellung eines nationalen Plans zur Suchtprävention
in Arbeit, der die Initiativen der Bundesländer besser koordinieren
soll und dabei auch dem illegalen Drogenkonsum besonderes Augenmerk
schenkt", so Kdolsky abschließend.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend Mag. Jürgen Beilein Pressesprecher von Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky Tel: +43/1/71100-4309 Fax: +43/1/71100-14305 mailto:[email protected] http://www.bmgfj.gv.at
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