• 23.11.2007, 11:12:21
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Kick off Veranstaltung "Mehr MigrantInnen in die Polizei"

Frauenberger, Tschirf, Vassilakou, Oxonitsch, Mahrer geben Startschuss für Recruiting Projekt

Wien (OTS) - Stadt Wien und Polizei starteten gestern Donnerstag
die gemeinsame Recruitinginitiative "Wien braucht Dich". Im Rahmen
einer kick-off Veranstaltung wurden Jobprofil und
Karriereperspektiven bei der Wiener Polizei präsentiert. Ziel ist es,
junge WienerInnen mit Migrationshintergrund zwischen 18 und 30 Jahren
für den Polizeiberuf zu motivieren. Die Magistratsabteilung 17
(Integrations- und Diversitätsangelegenheiten) unterstützt die Wiener
Polizei bei dieser "Recruitinginitiative". Rund 200 InteressentInnen
waren bereits zur kick off Veranstaltung "Wien braucht Dich" in die
VHS - Ottakring gekommen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von
Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger und Generalmajor Karl
Mahrer. "Wien braucht Dich" ist eine gemeinsame Initiative mit der
Wiener ÖVP und den Wiener Grünen. Am anschließenden round table
Gespräch haben daher auch die Klubobfrau der Grünen Wien GRin Mag.a
Maria Vassilakou, ÖVP - Klubobmann GR Dr. Matthias Tschirf gemeinsam
mit dem Klubobmann der SPÖ Wien, Christian Oxonitsch
teilgenommen.****

Frauenberger: "Wien ist eine Einwanderungsstadt, diese
Vielfalt muss sich auch in der Polizei widerspiegeln"

Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger betonte in ihrem
einleitenden Statement, dass Wien eine Einwanderungsstadt sei und
diese Vielfalt als Chance wahrgenommen und als Potential genutzt
werden müsse. Die Polizei sei schon aufgrund ihrer Tätigkeit
kontinuierlich mit interkulturellen Themen konfrontiert sei. Im Sinne
einer zeitgemäßen und effizienten Polizeiarbeit sei es daher, so
Frauenberger weiter, unumgänglich, MitarbeiterInnen mit einem
spezifischen sprachlichen und kulturellen Hintergrundwissen
aufzunehmen. Die Stadt Wien selbst habe auf dem Sektor
Diversitätsmanagement, also der Nutzung von Vielfalt als Chance,
zweifelsohne Vorbildwirkung und bringe in Zusammenarbeit mit der
Wiener Polizei, dieses Know how ein, unterstrich sie.

Die Integrationsstadträtin wies auch darauf hin, dass
Informationen über Rechte und Pflichten nicht zuletzt durch
PolizistInnen mit Migrationshintergrund und den entsprechenden
Sprachkenntnissen besser und gezielter vermittelt werden können. Sie
betonte, dass mehr MigrantInnen in der Polizei letztlich auch einen
großen Beitrag dazu leisten können, dass die zugewanderten
WienerInnen die Polizei auch als "ihre" Polizei begreifen und die
Hemmschwelle, sich an die Polizei zu wenden, damit gesenkt wird.
Frauenberger: "PolizistInnen mit Migrationshintergrund haben außerdem
aufgrund der Tatsache, dass sie den Staat repräsentieren, eine ganz
wesentliche role model Funktion. Mehr PolizistInnen mit
Migrationshintergrund beeinflussen daher auch die öffentliche
Wahrnehmung von MigratInnen insgesamt positiv." Die Stadträtin
verlieh ihrer Überzeugung Ausdruck, dass mit dieser Initiative ein
wesentlicher Beitrag geleistet werde, die Sicherheit und auch das
Sicherheitsgefühl jedes/jeder einzelnen, unabhängig von der Herkunft
weiter zu verbessern.

Erfreut zeigte sich Frauenberger über die Tatsache, dass die
Initiative "Wien braucht Dich" sowohl von den Wiener Grünen als auch
von der Wiener ÖVP mitgetragen wird. Bei einem gesellschafts- und
integrationspolitisch so wichtigen Thema sei es ganz besonders
wichtig, ein breites politisches Bündnis zustande zu bringen.

Generalmajor Mahrer: "Polizei will jetzt gezielt Zahl der
MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund erhöhen"

Der Landespolizeikommandant-Stellvertreter Generalmajor Karl
Mahrer, LPK Wien betonte in seinem Statement, dass die Wiener
Polizei durch weltoffenes und zielorientiertes Arbeiten um stetige
Weiterentwicklung als lernende Organisation bemüht sei. Das Verstehen
und Leben von Vielfalt sei dazu ein wichtiger Beitrag, so Mahrer.

Mahrer: "Nach dem historischen Umbruch der Exekutive durch den
erstmaligen Zugang von Frauen in die Polizei Anfang der 90er, gab es
auch ständige Bestrebungen, die gesellschaftliche Vielfalts-Realität
in den eigenen Reihen abzubilden. Bislang gab es aber wenig
Interessenten aus der Zielgruppe - das soll nun geändert werden!
Deshalb ist es der Wiener Polizei ein großes Anliegen, dass diese
Bewerbungsoffensive, nach einem breiten "Schulterschluss" der
politischen Verantwortlichen mit Unterstützung der Stadt Wien,
durchgeführt werden kann, um die Zahl der künftigen MitarbeiterInnen
mit Migrationshintergrund zu erhöhen."

Im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes sei es der Polizei wichtig,
dass die bestehenden Ernennungserfordernisse nicht abgeändert werden,
damit für alle BewerberInnen die gleichen Aufnahmekriterien und
Zugangschancen bestehen, erklärte der Generalmajor.

Mit dieser Informationskampagne "Wien braucht Dich!" wolle die
Polizei dem bisherigen Grundproblem, dem marginalen
MigrantInnenanteil, durch Abbau von Schwellenängsten und Barrieren,
verstärkter Professionalisierung der Polizeiarbeit, Erweiterung des
Blickfeldes mit spezifischer, sprachlicher Kompetenz und
interkulturellem Hintergrundwissen erfolgreich begegnen, unterstich
Mahrer.

Initiative wird von SPÖ, Grünen und ÖVP getragen

GRin Mag.a Maria Vassilakou, Klubobfrau der Grünen Wien: "Eine
vielfältige und mehrsprachige Stadt wie Wien braucht eine vielfältige
und mehrsprachige Polizei. Weltoffenheit darf nicht nur ein
Schlagwort bleiben. PolizistInnen mit Migrationshintergrund sind
essentieller Bestandteil einer modernen und niederschwelligen
Sicherheitspolitik, die in Wien so schnell wie möglich umgesetzt
werden muss. Die Herausforderung der
organisierten Krminialität läßt sich erfolgreich nur mit einer
kulturell geschulten und mehrsprachigen Polizei bewältigen."
Vassilakou lobt die gemeinsame Initiative von SPÖ, Grünen und VP.
"Damit wird eine langjährige Vision der Grünen verwirklicht."

Matthias Tschirf, Klubobmann der ÖVP Wien, sieht das Bemühen der
Stadt, mehr österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund
für den Polizeidienst zu gewinnen, als Chance für eine verstärkte
Kriminalitätsbekämpfung und damit für mehr Sicherheit für die
BewohnerInnen Wiens."Es sollte selbstverständlich sein, dass alle
Gruppen unserer Gesellschaft im Polizeidienst vertreten sind und
somit in die Kriminalitätsprävention- und bekämpfung mit einbezogen
sind. ÖsterreicherInnen mit Migrationshintergrund für den
Polizeidienst zu begeistern und zu gewinnen, heißt, Signale des
Vertrauens in Richtung der zugewanderten Wohnbevölkerung auszusenden.
Und es ist davon auszugehen, dass diese BeamtInnen viel leichter ein
Vertrauensverhältnis zu Migranten aufbauen werden können." Zudem
wären PolizistInnen mit Migrationshintergrund ein echter Beitrag um
das Entstehen von Parallelgesellschaften in der Stadt zu verhindern,
so Tschirf.

In jedem Fall müsse aber sichergestellt sein, dass es bei der
Aufnahme in den Polizeidienst zu keinerlei Bevorzugung kommt.
Tschirf: "Die oder der Bessere hat immer Vorrang zu haben, unabhängig
ob mit oder ohne Migrationshintergrund."

SP-Klubobmann Christian Oxonitsch:"Dass dieses von uns seit
langem geplante Projekt von der Polizei umgesetzt wird, ist ein
wichtiger Schritt. MigrantInnen-AnsprechpartnerInnen innerhalb der
Polizei sind ein wesentlicher Beitrag zu mehr Miteinander in unserer
Stadt!"

Enge Kooperation mit communities und Einsatz von Testimonials

Anschließend berichtet Chefinspektorin Yüksel Grohs,
Polizeiausbildnerin mit türkischem Migrationshintergrund, über ihren
beruflichen Werdegang bei der Wiener Polizei und präsentierte
gemeinsam mit Generalmajor Karl Mahrer die Aufgaben und
Jobmöglichkeiten bei der Wiener Polizei. Moderiert wurde die kick off
Veranstaltung mit reger Diskussionsbeteiligung des Publikums von
Oberstleutnant Friedrich Kovar, Menschenrechtsbeauftragter der Wiener
Polizei.

Als nächstes sind eine Reihe von Infoveranstaltungen bei
Communities, also in Vereinen, Religionsgemeinschaften sowie in
Schulen zur Präsentation der Job-Möglichkeit bei der Polizei
geplant. Dabei geht es auch um das Zurechtrücken von Zerrbildern aus
Spielfilmen bzw. von Negativerfahrungen mit der Polizei in Österreich
oder im Herkunftsland. Ein ganz wesentlicher Aspekt wird es dabei
sein, "Tandem - Couples" einzusetzen. Das heißt jeweils eine/ein
PolizistIn mit Migrationshintergrund und eine/ein VertreterIn der MA
17 präsentieren bei den Rekrutierungsveranstaltungen Jobprofil und
Karriereperspektiven bei der Polizei.

Um möglichst viele potentielle BewerberInnen zu erreichen, wurde
außerdem ein gemeinsamer Folder produziert, der u.a. in
ZuwanderInnenvereinen, NGOs, Schulen, Religionsgemeinschaften sowie
Jugendeinrichtungen verteilt werden wird. Gezielte
Öffentlichkeitsarbeit insbesondere auch in migrantenspezifischen bzw.
muttersprachigen Medien sowie entsprechende Bewerbung in den
stadteigenen Medien runden die Initiative ab. (Schluss) gph

Rückfragehinweis:

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Gabriele Philipp, 
   Mediensprecherin Stadträtin Frauenberger 
   Tel.: 4000/81295
   Mobil: 0676/811881295
   E-Mail: [email protected]
   
   Andreas Baur
   Pressesprecher Grüne Wien
   Mobil: 0664 831 74 47
   E-Mail: [email protected]
   
   Gerhard Zeinitzer
   Leiter der Pressestelle ÖVP - Klub Wien
   Tel.: 4000/81913
   Mobil: 0676/554 43 39
   E-Mail: [email protected]
   
   Oberstleutnant Rudolf Battisti
   Abteilung für Personal- und Logistiksteuerung im Landespolizeikommando Wien 
   Tel.: 313 10/76202
   E-Mail: [email protected]

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