- 22.11.2007, 10:57:47
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FORMAT: Ehefrau von ÖBB-Boss Huber macht gutes Geschäft mit ehemaliger TA-Immobilie
Hauptinteressent ist die am neuen ÖBB-Hauptbahnhof beteiligte Seeste
Wien (OTS) - Die "Schillerplatz 4" Projektentwicklungsges.m.b.H.,
deren geschäftsführende Gesellschafterin Barbara Huber-Lipp, Ehefrau
von ÖBB-Vorstand Martin Huber ist, steht vor einem lukrativen
Immobiliengeschäft. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in
seiner morgen, Freitag, erscheinenden Ausgabe.
Die genannte Gesellschaft hat im März vergangenen Jahres von der
Telekom Austria die Stockwerke vier, fünf und sechs, sowie das
Dachgeschoß eines Palais am Schillerplatz erworben. Laut dem FORMAT
vorliegenden Jahresabschluss der Gesellschaft zum 30. Juni 07 hat sie
mittels eines Kredites der RLB OÖ dafür rund 5,8 Millionen Euro
bezahlt.
Jetzt ist das Palais wieder am Markt, schreibt FORMAT. Laut einem dem
Magazin vorliegenden Entwurf für einen Abtretungsvertrag sowie einem
Kaufoffert einer namhaften österreichischen Immobiliengesellschaft
wird der Kaufpreis nun jedoch bei elf bis zwölf Millionen Euro
liegen.
Hauptinteressent ist laut FORMAT die niederösterreichische Bau- und
Immobiliengruppe Seeste, die bei den ÖBB nicht unbekannt ist. Die
Seeste ist Partner der Bahn am neuen Wiener Hauptbahnhof und wird
dort zwei Wolkenkratzer errichten. Seeste-Geschäftsführer Michael
Möstl bestätigt sein Interesse und das Transaktionsvolumen auf
FORMAT-Anfrage: "Irgendwo zwischen elf und zwölf Millionen Euro wird
sich das abspielen."
Schon die Übernahme der Immobilie durch Barbara Huber-Lipp und ihren
Partner, den Steuerberater Josef Ischepp war umstritten gewesen,
schreibt FORMAT. TA-Vize-General Rudolf Fischer fungierte damals auch
als ÖBB-Aufsichtsrat, außerdem gelten die Hubers und die Fischers als
eng befreundet. Sowohl Martin Huber als auch Rudolf Fischer hatten
den vom SP-Rechnungshofsprecher Kräuter erhobenen Vorwurf der
"Packelei" zurück gewiesen. Kaufsumme wurde damals keine genannt.
Wie es zu der enormen Wertsteigerung in so kurzer Zeit kommen konnte,
wollten Huber-Lipp und ihr Anwalt Dieter Böhmdorfer nicht sagen. Sie
waren gegenüber FORMAT zu keiner Stellungnahme bereit.
Zu einer Klarstellung war die TA bereit. Von FORMAT mit der Frage
konfrontiert, ob hier eine Immobilie zu billig an Freunde eines
TA-Vorstandes verschachert worden sei, sagte Sprecher Martin Bredl:
"Wir sind mit unserem damaligen Verkaufserlös zufrieden. Die neuen
Eigentümer haben die Immobilie weiter entwickelt, was zu der
Wertsteigerung geführt hat. Die TA selbst betätigt sich nicht als
Immobilienentwicklerin."
Eine solche Entwicklung geht auch aus dem Jahresabschluss der
Gesellschaft hervor, schreibt FORMAT. Die "Schillerplatz 4" hat
einige hunderttausend Euro in Pläne für einen Dachgeschoßausbau zu
Luxuswohnungen investiert, sowie Genehmigungen der Baubehörden und
des Denkmalschutzamtes beigebracht.
Huber-Lipp hält 25 Prozent an der Gesellschaft, Steuerberater
Ischepp, dem Vernehmen nach als Treuhänder, 75. Für wen Ischepp die
Anteile hält, ist unbekannt.
Rückfragehinweis:
Bernhard Salomon, FORMAT Wirtschaft, 0699 12556776
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