Schierhuber: Agrarausschuss gegen radikale EU-Weinmarktreform

Saccharose-Anreicherung bleibt, traditionelle önologische Verfahren durchgesetzt

Brüssel, 21. November 2007 (ÖVP-PD) Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat heute mit breiter Mehrheit ein Kompromisspaket zur Reform des EU-Weinmarkts angenommen, mit dem der ursprüngliche Kommissionsvorschlag in weiten Teilen abgeändert wird. "Die traditionellen önologischen Verfahren haben sich durchgesetzt, das ist vor allem auch im Interesse unserer heimischen Winzer. Die bewährten Saccharose-Anreicherungsspannen bleiben, Tafelweine werden nicht auf die gleiche Art wie unsere Qualitätsweine ausgezeichnet", ist Österreichs Bauernvertreterin im Europäischen Parlament, Agnes Schierhuber, sehr zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. "Wir haben dem Versuch der Schaffung einer einheitlichen europäischen Weinkultur einen Riegel vorgeschoben. Ich bin davon überzeugt, dass auch das Plenum diesen Kompromiss mit breiter Mehrheit billigen wird", so Schierhuber weiter. ****

Aus Sicht der ÖVP-Europaabgeordneten Schierhuber sind mit dem Ergebnis der heutigen Abstimmung die wichtigsten Kernpunkte für einen Kompromiss berücksichtigt. Dazu gehört insbesondere die Beibehaltung der Anreicherungsgrenzen, was gerade den traditionellen Weinanbau in Mitteleuropa stärken würde. "Unsere österreichischen Weinbauern können damit auch in Zukunft in seit Jahrhunderten bewährten Verfahren natürliche Saccharose hinzusetzen und damit hervorragende Weine erzeugen. Der Versuch, mit einer Änderung Nord gegen Süd auszuspielen, ist gescheitert“, erklärte Schierhuber. "Der Agrarausschuss trägt damit den unterschiedlichen klimatischen, geographischen und strukturellen Bedingungen für den europäischen Weinbau voll Rechnung."

Ferner hat sich der Ausschuss klar gegen die von der Kommission geplante pauschale Rodung von Anbauflächen eingesetzt. „Es kann nicht sein, dass Anbaugebiete, die bereits Kapazitäten reduziert haben und stattdessen voll auf Qualität setzen, die Zeche für andere Anbaugebiete bezahlen sollen, die sich diesem Strukturwandel bis jetzt entziehen“, betonte Schierhuber. Wesentliche Eckpunkte des heutigen Kompromisses sind ferner die Sicherung und Definition althergebrachter Nebenerzeugnisse wie Weinbrand oder Trester. "Auch hier hat der Ausschuss klare Angaben vorgeschlagen und mehrheitlich festgelegt, die den besonderen Schutz dieser regionalen Spezialitäten sicherstellen sollen", so Schierhuber. "Mit der Festlegung zulässiger Höchstgrenzen wird auch ein Beitrag zur Eindämmung der vor allem in Südeuropa gängigen Destillation von Überschüssen geleistet."

Wesentlich für die Qualitäts- und Absatzsteigerung ist auch die Entscheidung des Ausschusses für die Beibehaltung der nationalen Fördermaßnahmen im Rahmen des Gesamtumfangs von 1,3 Milliarden Euro für den Weinsektor. "Jeder Mitgliedstaat hat damit auch in Zukunft die Wahl, Qualität an Stelle von Überschüssen zu fördern", so die ÖVP-Agrarpolitikerin. Verhindert wurde vor allem eine pauschale Mittelübertragung in die zweite Säule der ländlichen Entwicklung:
"Die vorhandenen Mittel innerhalb der nationalen Finanzrahmen werden auch künftig in Form von innovativen, zukunftsorientierten Maßnahmen für den Weinbau eingesetzt werden können. In Summe haben wir heute ein schlüssiges und sinnvolles Paket vorgelegt. Wir fordern daher Rat und Kommission auf, diesen Kompromiss zu akzeptieren und zu übernehmen", so Schierhuber abschließend.

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