Opern-Debatte: Welser-Möst fordert mehr Geld für Philharmoniker

Mit anderem Orchester wäre sein Vertrag "lächerlich und hinfällig

Wien (OTS) - In der schwelenden Debatte um die Bezüge der Wiener Philharmoniker in ihrer Eigenschaft als Staatsopernorchester meldet sich nun Franz Welser-Möst, Generalmusikdirektor des Hauses ab 2010, zu Wort. Der österreichische Stardirigent fordert in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe eine Bezugserhöhung für das Orchester:
"Das Gehalt eines Mitglieds des Staatsopernorchesters liegt 30 Prozent unter dem eines Musikers der Münchner Oper. Irgendwann wird man sich entscheiden müssen: Will man dieses einzigartige Orchester haben? Dann muss man auch etwas dafür tun. Nur darauf stolz sein ist zu wenig."

Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg hatte zuletzt den mittelfristige Abgang aus der Staatsoper nicht mehr ausgeschlossen:
Seit der Bundestheater-Ausgliederung im Jahr 1998 beziehen neu engagierte Orchestermitglieder nur noch die unattraktive ASVG-Pension, womit der finanzielle Hauptanreiz für den Staatsoperndienst wegfiel. Sind diese neuen Orchestermitglieder einmal in deutlicher Überzahl, droht der Abgang. Welser-Möst in NEWS:
"Wenn ich 2010 als Musikdirektor beginne, fallen schon zwei Drittel unter die neue Pensionsregelung." Und zum möglichen Abgang: "Dieses Szenario soll man gar nicht andenken. Aber wenn mir ein wesentlicher Teil des Personals abhanden kommt, ist mein Vertrag nicht erfüllt, damit lächerlich und hinfällig." Die Bereitschaft zur Einigung sieht er intakt. "Das muss jetzt in aller Ruhe und unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden. Alle sind sich einig, dass es in erster Linie um die Kunst geht."

Holender verweist in derselben NEWS-Ausgabe auf soeben stattgefundene Verhandlungen: "Das von der amtierenden und der designierten Direktion gemeinsam ausgearbeitete Arbeitspapier für einen neuen Kollektivvertrag beinhaltet die Möglichkeit einer höheren Bezahlung des Staatsopernorchesters bei einer höheren Präsenz im Haus. Ich habe zwar bei
der Herstellung des Papiers entscheidend mitgearbeitet, werde aber infolge der zögerlichen Haltung der Orchesterbetriebsräte an den Verhandlungen nicht mehr teilnehmen. Das überlasse ich gänzlich meinem Nachfolger."

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