• 19.11.2007, 11:27:02
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BM Hahn verleiht hohe Auszeichnungen der Republik an große Forscherpersönlichkeiten, außergewöhnliche Denker und zwei geistreiche "Heimkehrer/innen

Philosoph Ernst von Glasersfeld, Altösterreicher mit "mehreren Muttersprachen", geehrt

Wien (OTS) - Bundesminister Dr. Johannes Hahn überreicht heute im
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Große Silberne
Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, das
Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, das
Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst sowie den
Berufstitel "Professor/in" an außergewöhnliche Denker/innen und
großartige Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben wirken, sowohl
national als auch international.

Dr. Helmut Kasper, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, wird
heute mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die
Republik Österreich geehrt. Der gebürtige Kärntner hat durch Fleiß
und Einfallsreichtum den Post Graduate Management-Kurs nicht nur zum
erfolgreichsten Kurs der WU Wien gemacht, sondern auch eine einmalige
Stabilität dieser Art der Aus- und Weiterbildung am deutschsprachigen
Markt erreicht. Kaspers Einsatzgebiet war und ist nicht nur
Österreich, sondern vor allem auch China und Israel. Seine Kontakte
auf höchster diplomatischer und wissenschaftlicher Ebene nützte er
als Teilnehmer bedeutender österreichischer Delegationen in die
Volksrepublik China. Im Zuge seines Engagements für die Außenpolitik
österreichischer Forschung und die Herausgabe wissenschaftlicher
Schriften und Publikationen ist er ein Forscher mit Vorbildcharakter.

Von der Wirtschaft zur Medizin: Mit dem Österreichischen Ehrenkreuz
für Wissenschaft und Kunst I. Klasse wird heute
Universitätsprofessorin Dr. Elisabeth Herz ausgezeichnet. Ihre größte
Errungenschaft ist die Etablierung der Psychosomatik in der
Frauenheilkunde und internationale Impulse für weitere Forschungen
auf diesem Gebiet. Als Ärztin war sie außer in Österreich auch in den
USA, in Japan, im Iran und Saigon erfolgreich tätig, wobei sie
während des Vietnamkrieges beim American Association
Volonteerprogramme humanitäre Hilfe leistete. Als Mitglied des
Kuratoriums Alpbach hat sie zahlreiche Auftritte Carl Poppers
initiiert und begleitet. Zweifellos hat sie wesentlich zur
Bereicherung der intellektuellen Landschaft Österreichs beigetragen.
Seit ihrer Rückkehr nach Österreich 1993 ist sie Gastprofessorin am
AKH.

Die hohe Auszeichnung der Republik gebührt ebenso Professor DDr. h.c.
Ernst von Glasersfeld, einem sogenannten "Alt-Österreicher", geboren
in München und heute irischer und amerikanischer Staatsbürger, der
sich unserem Land sehr verbunden fühlt und "mehrere Muttersprachen"
beherrscht, wie er selbst sagt. Er gilt als einer der bedeutendsten
Denker der Gegenwart, dem der Ausbruch des 2. Weltkrieges einen
Strich durch seinen Lebensplan zog. Das Mathematikstudium zwangsweise
abgebrochen, emigrierte er nach Irland und lebte dort als Farmer. Als
Journalist kehrte er nach dem Krieg nach Südtirol zurück und bewies
dort Fähigkeiten als scharfsinniger Kunstkritiker und bot erste
konstruktivistische Reflexionen. Die interdisziplinäre Form des
wissenschaftlichen Arbeitens blieb bestimmend in seinem Leben. Später
wurde er als Professor für Kognitive Psychologie an die Universität
Georgia berufen, seine Beiträge zur Primatenforschung machten ihn
berühmt. Grundlagenforschung hat er in so unterschiedlichen
Disziplinen wie Psychologie, Mathematik, Literaturwissenschaft und
Wirtschaftswissenschaften geleistet. Erst kürzlich hat Glasersfeld
seine Autobiographie geschrieben. Sein wissenschaftlicher Nachlass
wird nach seinem Ableben der österreichischen Forschung zur Verfügung
stehen.

Ein ideenreicher Erwachsenenbildner wird mit dem Österreichischen
Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet: Dr. Michael
Ludwig. Vom Start seiner Berufslaufbahn weg gleich in der allgemein-
und berufsbildenden Erwachsenenbildung tätig, führte sein Weg steil
nach oben. Seit 1995 ist er Vorsitzender des Verbandes Wiener
Volksbildung und Vizepräsident der Österreichischen Volkshochschulen.
Auf seine Initiative hin startete 1998 die Kampagne "University meets
Public", wodurch das breite Leistungsspektrum der Universität einer
breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Die
Volkshochschulen will er dabei als zentralen Ort der
Wissensvermittlung positionieren und die Popularisierung neuer
wissenschaftlicher Erkenntnisse fördern.

Ab heute kommt bei Mag. DDr. Johann Huberger ein Titel dazu, nämlich
der des Professors. Er war Senatspräsident in der Arbeits- und
Sozialgerichtsbarkeit und ist nunmehr Vorsitzender eines Senats, der
sich vornehmlich mit allgemeinen zivilrechtlichen Fragen beschäftigt.
Er ist ein begnadeter Vortragender beim niederösterreichischen
Landesfeuerwehrverband, an der Sozialakademie, für die
Wirtschaftskammer, am Berufsförderungsinstitut und im
Oberlandesgericht. Aber auch Schüler/innen bringt er Staats- und
Bürgerrechtskunde näher. Darüber hinaus findet er noch Zeit für
einschlägige Publikationen, wobei seine Themen vor allem arbeits- und
sozialrechtliche, allgemein zivilrechtliche und prozessrechtliche
Fragen sowie das Sachwalterrecht umfassen.

Ebenfalls Professor wird heute Dr. Rudolf Donninger. Der Experte für
Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz im Normungsbereich ist nicht
nur durch sein Engagement und seine Kompetenz für die Belange des
Normungswesens sowie des Umweltschutzrechts, sondern auch in der Aus-
und Weiterbildung durch besonders wertvolle Leistungen aufgefallen.
Außerdem kann er eine beeindruckende Liste an Publikationen
vorweisen, in denen er sich zu Fragen des Rechts, der Politik und der
Verwaltung auf den Gebieten Umwelt, Energie und Infrastruktur äußert.

Der dritte im Bunde ist Professor DDr. Paul Nechvatal, ehemaliger
Richter am Bezirksgericht Innere Stadt Wien. Diese Funktion war der
Anstoß für eine bemerkenswerte Berufslaufbahn, die ihn über das
Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien an das Oberlandesgericht
führte. Seit 1994 hielt Nechvatal Übungskurse zur Ausbildung von
Rechtspraktikanten und Richteramtskandidaten ab. Durch sein
Lehrprogramm lieferte er ein schönes Beispiel für die "Einheit von
Theorie und Praxis". Lange Zeit betreute er Seminar-Reihen der
Manz´schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung.
Seminarteilnehmer/innen beim Verein für juristische Fortbildung
klärte er über die Ansprüche bei Verkehrsunfällen auf. Seine
Lehrtätigkeit führte ihn auch an die Österreichische Anwaltsakademie.
Ständiger Vortragender ist er bis heute in den Seminaren der Akademie
für Recht und Steuern in Wien. Nicht verwunderlich, dass zahlreiche
Unterlagen und Skripten aus seiner Vortrags- und Seminartätigkeit
erwachsen sind.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit/Jirku
Tel.: 01/53 120/2881

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