- 13.11.2007, 10:32:02
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Arzneimittel-Hotline für Blinde
Apothekerverband Tirol startet Pilot-Projekt - Arzneimittel-Gebrauchsinformation per Telefon
Innsbruck (OTS) - Heute startet die Landesgruppe Tirol des
Österreichischen Apothekerverbandes das Pilotprojekt
"Arzneimittel-Hotline für Blinde". Ab sofort können sich Blinde und
stark sehbehinderte Personen unter der kostenfreien Telefonnummer
0800204200 über ihre Arzneimittel informieren und die Informationen
der Gebrauchsinformation abrufen.
Der Obmann der Landesgruppe Tirol des Österreichischen
Apothekerverbandes, der Interessenvertretung der selbständigen
Apotheker, Dr. Martin Hochstöger hat heute im Rahmen einer
Pressekonferenz in Innsbruck gemeinsam mit Behindertenanwalt, Mag.
Herbert Haupt, dem Präsidenten des Österreichischen Blinden- und
Sehbehindertenverbandes, Klaus Martini, und DI Herbert Frech, Telekom
Austria ein Pilotprojekt einer neuen Serviceeinrichtung für Blinde
und sehbehinderte Personen vorgestellt.
Behindertenanwalt Mag. Herbert Haupt in der Pressekonferenz:
"Immer wieder wurde der Wunsch des Österreichischen Blinden- und
Sehbehindertenverbandes die Beipackzettel von Arzneimitteln auch in
Braille-Schrift zu vorzusehen von der zuständigen Politik auf die
lange Bank geschoben. Leider wurde auch nie wirklich über
Alternativen nachgedacht. Daher freut es mich, dass der
Österreichische Apothekerverband eine praktikable Lösung dieses
Problems rasch und unbürokratisch realisiert hat."
Martini: "EU-Richtlinie bisher nicht umgesetzt"
Die Forderung der Europäischen Blindenunion, der auch der ÖBSV als
Selbsthilfeorganisation angehört, die Bezeichnung von
Arzneispezialitäten auf den äußeren Verpackungen und die
Gebaruchsinformationen von Arzneispezialitäten für blinde und
hochgradig sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen, fanden in der
EU Richtlinie § 56a einen positiven Abschluss. Präsident Martini:
"Während die Pharmaindustrie sofortige Bereitschaft zeigte die
Bezeichnungen von Medikamenten mit Angabe der Stärke des Medikaments
auf den äußeren Verpackungen in Blindendruck aufzudrucken,
scheiterten die Bemühungen mit dem Gesundheitsministerium der
früheren Regierung, die Zugänglichkeit der Gebrauchsinformationen von
Arzneispezialitäten durch legislative oder andere Maßnahmen zu
ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass sich der Österreichische
Apothekerverband unseres Problems angenommen hat und rasch und
unbürokratisch eine Lösung dafür gefunden hat.
Hochstöger: "Quantensprung punkto Arzneimittel-Sicherheit für Blinde"
Im Rahmen der medikamentösen Therapie spielt das Thema
Arzneimittel-Sicherheit eine wichtige Rolle. Die Apotheker fühlen
sich als an der Universität ausgebildete Arzneimittelexperten dafür
zuständig. Die richtige Anwendung von ärztlich verschriebenen oder im
Rahmen der Selbstmedikation selbst gekauften Medikamenten ist
mitentscheidend für den Therapieerfolg. Eine wichtige Rolle dabei
spielen auch die Informationen aus der den Arzneimitteln beigepackten
Gebrauchsinformationen.
Dr. Martin Hochstöger: "Genau diese Informationen stehen aber
unseren blinden oder schwer sehbehinderten Mitbürgern nicht zur
Verfügung. Daher hat sich der Österreichische Apothekerverband auf
Intervention der Behindertenanwaltschaft bereit erklärt eine
Informations-Hotline einzurichten, unter der sich Blinde und schwer
Sehbehinderte über ihre Arzneimittel informieren können."
Arzneimittel-Hotline: 0800204200 freigeschaltet
Ab sofort sind unter der Telefonnummer 0800204200 von Montag bis
Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 bis 12 Uhr ein
Apotheker oder eine Apothekerin für Blinde und sehbehinderte
Mitbürger erreichbar, die für alle Arzneimittelauskünfte zur
Verfügung stehen. Hochstöger: "Ich glaube, dass diese Initiative
einen Quantensprung punkto Arzneimittel-Sicherheit für unsere blinden
Mitbürger bedeutet."
In den nächsten Tagen versendet die Landesgruppe Tirol des
Blinden- und Sehbehindertenverbandes Kärtchen an seine Mitglieder mit
der Nummer der Hotline in Brailleschrift.
Partner in diesem Pilotprojekt für das Bundesland Tirol ist die
Telekom Austria und der ORF Tirol. DI Herbert Frech: "Wir von der
Telekom sind froh darüber, dass wir Menschen mit Behinderung mit
dieser Aktion unterstützen können und so zu einer barrierefreien
Gesellschaft beitragen." Die Telekom hat die Service-Nummer kostenlos
eingerichtet und trägt auch die Gesprächsgebühren. Der ORF stellt
kostenlos Rundfunktspots zur Verfügung, um die Hotline-Nummer der
Bevölkerung zu vermitteln.
Das Tiroler Pilotprojekt läuft bis Ende Mai 2008. Nach einer
Evaluierung soll die Arzneimittel-Hotline dann bundesweit
eingerichtet werden.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Apothekerverband
Pressesprecher Mag. Hans Jakesz
Tel.: 0664/2020488
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