• 12.11.2007, 10:58:44
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"Nachbar in Not"-Spital in Banda Aceh (2)

Feierliche Eröffnung unter großer Anteilnahme von hochrangigen Delegationen aus Österreich, Ungarn, der Provinz Banda Aceh und der indonesischen Regierung

Wien (OTS) - "Nachbar in Not"-Vorstand Mag. Michael Opriesnig
erinnert in seiner Dankesrede als offizieller Repräsentant der
österreichischen Hilfsaktion - deren Emblem an vielen Stellen zu
sehen ist und die jeder kennt -, an die Grundsteinlegung vor knapp
zwei Jahren, als das mehr als 5.000 Quadratmeter große Areal des
jetzigen Spitals nichts weiter als eine sumpfige Wiese war.
Opriesnig: "Ich habe damals meiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass
damit auch der Grundstein für eine fruchtbringende Zusammenarbeit
zwischen Österreich und Indonesien für die Zukunft gelegt ist. Diese
Hoffnung hat sich erfüllt. Wir stehen hier, nach nur 13 Monaten
Bauzeit, vor einem komplett eingerichteten und funktionstüchtigen
Spital. Wir müssen nun alle weiteren Anstrengungen unternehmen, um
auch die Nachhaltigkeit abzusichern. Der besondere Dank gilt aber
auch drei Jahre nach der Katastrophe allen Österreicherinnen und
Österreichern, die mit den Spenden, die sie uns anvertraut haben,
nicht nur den Wiederaufbau dieses Spitals ermöglicht, sondern
entscheidend dazu beigetragen haben, die Lebensbedingungen von
Tausenden Menschen in der Region Banda Aceh zu verbessern."

Bei tropischen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein - nach
vielen Tagen Dauerregen, der den Organisatoren der
Eröffnungszeremonie sehr zugesetzt hat - wurde am Sonntag, den 11.
November 2007, das neue General Hospital in der Provinz Banda Aceh in
Form eines großen Dankesfestes offiziell eröffnet. Das alte
Meuraxa-Spital war bei dem Tsunami am 26. Dezember 2004 komplett
zerstört worden. An die hundert Menschen fanden dabei den Tod. Vom
alten Spital stehen nur mehr Mauerreste und daneben befinden sich
zwei grüne Hügel, Massengräber, in denen die vielen Opfer der
verheerenden Flutkatastrophe vor drei Jahren eilig beigesetzt wurden.

Zur Eröffnung der neuen Poli- und Kinderklinik, die immer wieder auch
als Hoffnungsträger für eine ganze Region bezeichnet wird, sind
hochrangige Vertreter aus drei Nationen angereist: Österreichs
Ministerin für Gesundheit, Familie und Jugend, Dr. Andrea Kdolsky,
der österreichische Botschafter in Jakarta, Klaus Wolfer, der
österreichische Handelsdelegierte für Indonesien, Dr. Hermann Ortner,
der Präsident vom Hilfswerk Austria, Dr. Franz Ceska, aus Ungarn der
Präsident des Ungarischen Roten Kreuzes, Georg Habsburg, der
Bürgermeister von Banda Aceh, Mawardi Nurdin, sowie der Gouverneur
der Provinz Banda Aceh, Irwandy Yusuf, und viele andere mehr.

Gouverneur Irwandy Yusuf begrüßte die Gäste aus Österreich mit einem
herzlichen "Grüß Gott!". Er lobte nicht nur die modernen Standards in
Infrastruktur und Ausstattung des neuen General Hospitals, sondern
auch seinen wirtschaftlichen Aspekt und die damit verbundene
Hoffnung, dass viele Patienten, die zuvor nach Malaysien zur
Behandlung reisen mussten, sich künftighin auch in der neuen
Poliklinik behandeln lassen können. Yusuf unterstrich, das Spital sei
auch eine "Mission zur Einführung eines modernen
Qualitäts-Gesundheitssystems".

Bürgermeister Mawardi Nurdin bedankte sich "im Namen aller Menschen
von Banda Aceh. Wir sind stolz auf dieses Projekt und seine
Umsetzung. Es ist der erste Krankenhaus-Neubau in dieser Region seit
dem Tsunami."

Auch Präsident Dr. Franz Ceska vom Hilfswerk Austria unterstrich die
Bedeutung des Spitals für die Region und dankte allen
implementierenden Partner dieses "Nachbar in Not"-Projekts wie etwa
dem Ungarischen Roten Kreuz, das die dem Krankenhaus angeschlossene
Kinderklinik finanziert hat, der Vamed-Gruppe, die auch für die
Bauleitung zuständig war, der Österreichischen Wirtschaftskammer
sowie anderen Wirtschaftsunternehmen, die in Zusammenarbeit mit der
Austrian Development Cooperation an dem Projekt beteiligt waren. Die
so entstandenen Synergien bezeichnete Ceska als "Frucht einer
einzigartigen Kooperation". Ceska schloss mit den Worten: "Mögen
viele gesunde Kinder hier geboren werden und vielen Menschen, die
leiden, geholfen werden."

Der Präsident der auf Krankenhaus- und Medizintechnik spezialisierten
österreichischen Vamed-Gruppe, Dr. Ernst Wastler, meinte anlässlich
des symbolischen Band-Durchschneidens zur Eröffnung der neuen Klinik:
"Das Durchschneiden des Bandes scheint ein kleiner Akt zu sein - aber
in Wahrheit ist es ein großer Schritt in der internationalen
Solidarität." Wastler weiter: "Die Gesundheit und das Wohlergehen der
Menschen sind unser tägliches Geschäft - aber diese Klinik ist ein
besonderes humanitäres Projekt, das zeigt, wie stark die Bänder
zwischen Menschen sind, die einander helfen wollen." Wastler betonte
auch, dass das in 13 Monaten Bauzeit auf dem ehemals sumpfigen, mehr
als 5.000 Quadratmeter großen Areal errichtete Klinikgebäude sicher
vor künftigen Katastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen gebaut
worden sei.

Die österreichische Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky
unterstrich in ihrer Ansprache, "dass die Aktion 'Nachbar in Not'
Österreicherinnen und Österreicher repräsentiert, die in erster Linie
dieses Projekt mit ihren Spenden ermöglicht haben". Kdolsky
bezeichnete das Hilfsprojekt weiters als "einzigartiges Meisterstück
in der Kooperation zwischen drei Ländern: Österreich, Ungarn und
Indonesien. Es wird uns auch immer daran erinnern, dass die Menschen
in Österreich und Ungarn mit den leidgeprüften Menschen in Banda Aceh
mitfühlen - mit ihren Hoffnungen, ihren Wünschen, ihren Bedürfnissen
und ihren Träumen." Abschließend meinte Kdolsky: "Als Ärztin wünsche
ich allen, die hier arbeiten, viel Kraft bei ihrer nicht immer
leichten und verantwortungsvollen Tätigkeit. Und allen Kranken, die
dieses Spital besuchen werden, die bestmögliche menschliche und
medizinische Versorgung auf einem hohen, modernen Standard."

Dr. Heidi Burkhart, Geschäftsführerin des "Nachbar in
Not"-Kooperationspartners Hilfswerk Austria, unter dessen
Projektmanagement das Hilfsprojekt stand, meinte im Interview mit dem
ORF-Team nach den Zukunftsperspektiven für diese Region befragt, wenn
sich die vielen NGOs, die noch in der Provinz tätig sind, bald
zurückziehen werden: "Ich glaube, dass die Region, in der vor dem
Tsunami noch Bürgerkrieg herrschte, in den vergangenen Monaten und
Jahren nach dem Tsunami sehr zugelegt hat und in der Lage ist, auf
eigenen Beinen zu stehen. Für viele Menschen haben sich die
Lebensbedingungen seit der Flutkatastrophe verbessert. Man muss sie
noch etwas begleiten - aber man darf sie auch nicht zu lange
begleiten."

Rund sechs Millionen Euro hat das unter österreichischer Leitung und
mit österreichischen Fachkräften errichtete General Hospital
gekostet. Knapp die Hälfte davon, 2,6 Millionen Euro, wurde von
"Nachbar in Not" mit den Spenden aus Österreich finanziert. Weitere
finanzielle Mittel kamen vom Ungarischen Roten Kreuz, das die
Kinderklinik finanziert hat, von der Vamed-Gruppe, der
Österreichischen Wirtschaftskammer, der Austrian Development
Coorporation und anderen österreichischen Unternehmen.

Die Leute in der Region Banda Aceh sind froh und dankbar für das neue
Spital, das auch über eine zentrale Lage, nahe der Hauptstraße,
verfügt und damit für die Menschen gut erreichbar ist. Die neue
HNO-Ambulanz ist voll, als das ORF-Team seinen ersten Rundgang
machte, drei Kinder wurden bereits auf der neuen Geburtenstation
entbunden. Und auch nach der Eröffnungsfeier wurde hier bereits
operiert - ein akuter Blinddarm, der auch an einem Festtag wie diesem
nicht auf eine OP warten durfte.

Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle / Humanitarian Broadcasting
Christine Kaiser
Tel.: +43 (0)1/87878 - DW 12422
http://nachbarinnot.ORF.at
http://kundendienst.ORF.at

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