• 11.11.2007, 19:11:07
  • /
  • OTS0052 OTW0052

"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wenn Österreich will, kann es in der Forschung weit vorne sein" (von Nobert Swoboda)

Ausgabe vom 12.11.2007

Graz (OTS) - Heute begeht der FWF - der Wissenschaftsfonds zur
Grundlagenforschung - sein 40-jähriges Bestehen. Ein Grund zum
Feiern?

Ja, durchaus. Dieser Fonds und der zweite, jener für die
anwendungsorientierte Forschung, die 1967 gemeinsam geschaffen
wurden, haben viel zu dem heutigen "Standing" Österreichs
beigetragen.

Sie haben geholfen, die notorisch unübersichtliche Forschung zu
fokussieren und für Standards gesorgt. Hervorragende Forscher
erhalten über die Fonds Freiraum, zarte Forschungs-Keime können vor
dem rauen Wettbewerb geschützt werden, bis sie Marktreife erlangen.

Nach nackten Zahlen betrachtet, steht die Alpenrepublik gar nicht so
schlecht da: Heuer wurde erstmals der OECD-Durchschnitt übertroffen,
heimische Produkte haben zum Teil Weltgeltung.

Dennoch gibt es wenig Grund, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen.
Wirklich Weltklasse sind wir in der Forschung kaum, wie die
Nobelpreisverleihungen zeigen.

Die Ursachen? Anders als in der Schweiz, Schweden und Finnland stützt
sich Österreich vor allem auf Klein- und Mittelbetriebe ab, die sich
absolute Spitzenforschung kaum leisten können. Der Staat - dessen
Anteil ohnehin groß ist -, kann das nur bedingt ausgleichen.

Erst mit der Diskussion um Exzellenz-Unis wurde auch politisch
erkannt, dass man heute größere und auf die Spitze ausgerichtete
Einheiten benötigt. Einzelerfinder sind die krasse Ausnahme und nicht
die Regel.

In den letzten Jahren ist einiges geschehen, indem die Fördertöpfe
vergrößert wurden. Wenn jetzt Bundeskanzler Afred Gusenbauer und
Wissenschaftsminister Johannes Hahn einen neuen Wissenschaftsdialog
einleiten wollen, ist aber noch einiges zu besprechen.

Die Zersplitterung der Forschungsagenden über (mindestens) vier
Ministerien ist hinderlich. Auch die (freiwilligen) Anstrengungen der
Länder müssen besser koordiniert werden: Unnütze Mehrgleisigkeiten
können wir uns in Österreich nicht leisten. Bei der steuerlichen
Berücksichtigung gäbe es noch einiges zu tun, beim Fremdenrecht
(ausländische Forscher und Studenten!) ebenso, und die Töpfe müssen
weiter ausgebaut werden.

Österreich ist 40 Jahre nach der Gründung der beiden Forschungsfonds
durchaus auf dem richtigen Dampfer. Wenn es wirklich gelingt, das
Thema zur Chefsache zu erklären, wenn dann auch noch kleinliche
Parteipolitik außen vor bleibt, dann könnte Österreich wirklich an
die Weltspitze anschließen. ****

Rückfragehinweis:
Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
mailto:[email protected]
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKZ

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel