AK zur Schuldebatte: Gemeinsame Schule bringt mehr Chancen

Modellregionen dürfen nicht weiter verzögert werden

Wien (OTS) - "Wir brauchen in Österreich endlich eine gemeinsame Schule bis 14, die alle Kinder gleich gut fördert", sagt die stellvertretende AK Direktorin Johanna Ettl, "die Einrichtung von Modellregionen für eine neue Mittelschule darf nicht verzögert werden." Nach Auffassung der Arbeiterkammer spricht alles dafür, die Kinder nicht bereits schon mit neuneinhalb Jahren auf Hauptschule und Gymnasium aufzuteilen: Die frühe Aufteilung benachteiligt die Kinder von Eltern, die wenig verdienen und selber wenig lernen konnten. Die internationalen Schulvergleiche bescheinigen Österreich mit seinem geteilten Schulsystem nicht nur einen großen Anteil an SchülerInnen mit schlechten Leistungen, auch die Spitzengruppe ist im Vergleich zu den besten Ländern sehr klein. Überdies haben fast alle EU-Länder eine gemeinsame Schule. "Da darf Österreich nicht länger hinterher hinken", sagt Ettl, "wir brauchen die gemeinsame Schule als grundsätzlich neue Schule, die in absehbarer Zeit die bisherigen Schultypen ersetzen soll."

"Im österreichischen Schulsystem ist eine grundlegende Reform überfällig", sagt Ettl. Sie erinnert an die Vorschläge der Sozialpartner, die erst unlängst in ihrem Konzept "Chance Bildung" für ein neuartiges Schulwesen im Rahmen der Schulpflicht eingetreten sind, in dem nicht die soziale Herkunft das Kriterium für den Bildungserfolg ist, sondern eine umfassende Entwicklung der individuellen Potenziale der Kinder und Jugendlichen ermöglicht wird. Der beste Weg, um die Benachteiligung von Kindern aus Elternhäusern mit weniger Einkommen und weniger guter Bildung zu beseitigen, ist nach Auffassung der AK die gemeinsame Schule für alle Kinder jedenfalls bis zum Alter von 14 Jahren. Ein Beleg dafür ist für Ettl das Beispiel der besten Länder in den internationalen Schulvergleichen, die in ihrer überwiegenden Mehrheit Gesamtschulsysteme haben.

"Uns geht es darum, dass sowohl die schwachen Schülerinnen und Schüler als auch die stärkeren bestmöglich gefördert werden. Letztlich müssen wir in einer gemeinsamen Schule endlich auch die Eltern entlasten, die derzeit in Summe dreistellige Millionenbeträge für Nachhilfe aufbringen müssen", sagt Ettl. Dafür will die AK grundlegende Änderungen:

+ Bestmögliche individuelle Förderung durch temporäre, flexible Leistungsgruppen: Dadurch soll externe Nachhilfe bald der Vergangenheit angehören.

+ Mehr Projektarbeit und mehr fächer- und klassenübergreifendes Arbeiten.

+ AHS- und HauptschullehrerInnen unterrichten gemeinsam und sollen künftig gemeinsam ausgebildet werden.

+ Zusätzlich zu den klassischen Noten soll eine verstärkte mündliche Beurteilung der Schülerinnen und Schüler eine individuellere Beurteilung ermöglichen.

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