• 31.10.2007, 11:54:45
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AK zur Schuldebatte: Gemeinsame Schule bringt mehr Chancen

Modellregionen dürfen nicht weiter verzögert werden

Wien (OTS) - "Wir brauchen in Österreich endlich eine gemeinsame
Schule bis 14, die alle Kinder gleich gut fördert", sagt die
stellvertretende AK Direktorin Johanna Ettl, "die Einrichtung von
Modellregionen für eine neue Mittelschule darf nicht verzögert
werden." Nach Auffassung der Arbeiterkammer spricht alles dafür, die
Kinder nicht bereits schon mit neuneinhalb Jahren auf Hauptschule und
Gymnasium aufzuteilen: Die frühe Aufteilung benachteiligt die Kinder
von Eltern, die wenig verdienen und selber wenig lernen konnten. Die
internationalen Schulvergleiche bescheinigen Österreich mit seinem
geteilten Schulsystem nicht nur einen großen Anteil an SchülerInnen
mit schlechten Leistungen, auch die Spitzengruppe ist im Vergleich zu
den besten Ländern sehr klein. Überdies haben fast alle EU-Länder
eine gemeinsame Schule. "Da darf Österreich nicht länger hinterher
hinken", sagt Ettl, "wir brauchen die gemeinsame Schule als
grundsätzlich neue Schule, die in absehbarer Zeit die bisherigen
Schultypen ersetzen soll."

"Im österreichischen Schulsystem ist eine grundlegende Reform
überfällig", sagt Ettl. Sie erinnert an die Vorschläge der
Sozialpartner, die erst unlängst in ihrem Konzept "Chance Bildung"
für ein neuartiges Schulwesen im Rahmen der Schulpflicht eingetreten
sind, in dem nicht die soziale Herkunft das Kriterium für den
Bildungserfolg ist, sondern eine umfassende Entwicklung der
individuellen Potenziale der Kinder und Jugendlichen ermöglicht wird.
Der beste Weg, um die Benachteiligung von Kindern aus Elternhäusern
mit weniger Einkommen und weniger guter Bildung zu beseitigen, ist
nach Auffassung der AK die gemeinsame Schule für alle Kinder
jedenfalls bis zum Alter von 14 Jahren. Ein Beleg dafür ist für Ettl
das Beispiel der besten Länder in den internationalen
Schulvergleichen, die in ihrer überwiegenden Mehrheit
Gesamtschulsysteme haben.

"Uns geht es darum, dass sowohl die schwachen Schülerinnen und
Schüler als auch die stärkeren bestmöglich gefördert werden.
Letztlich müssen wir in einer gemeinsamen Schule endlich auch die
Eltern entlasten, die derzeit in Summe dreistellige Millionenbeträge
für Nachhilfe aufbringen müssen", sagt Ettl. Dafür will die AK
grundlegende Änderungen:

+ Bestmögliche individuelle Förderung durch temporäre, flexible
Leistungsgruppen: Dadurch soll externe Nachhilfe bald der
Vergangenheit angehören.

+ Mehr Projektarbeit und mehr fächer- und klassenübergreifendes
Arbeiten.

+ AHS- und HauptschullehrerInnen unterrichten gemeinsam und sollen
künftig gemeinsam ausgebildet werden.

+ Zusätzlich zu den klassischen Noten soll eine verstärkte
mündliche Beurteilung der Schülerinnen und Schüler eine
individuellere Beurteilung ermöglichen.

Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

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