- 31.10.2007, 11:15:39
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Neuer Wirkstoff Sitagliptin im Kampf gegen die Volkskrankheit Typ-II-Diabetes
Ab 1. November 2007 ist das Therapiespektrum in Österreich um eine neue viel versprechende Substanz erweitert
Wien (OTS) - Diabetes vom Typ 2 zählt weltweit zu den häufigsten
und teuersten Volkskrankheiten, wobei mit einem weiteren Anstieg der
Anzahl an Betroffenen in den nächsten Jahren zu rechnen ist. In
Österreich leben rund 300.000 diagnostizierte Typ 2 Diabetiker,
jedoch nur ein Drittel verfügt über den HbA1c-Idealwert von unter 7
Prozent. Um eine gute Lebensqualität der Patienten zu gewährleisten,
müssen Spätkomplikationen, wie Erkrankungen der Gefäße, Nieren, Augen
und Nerven vermieden werden. Neue und gleichzeitig innovative
Medikamente können bei richtigem Einsatz und eigenverantwortlicher
Mitarbeit des Patienten mittels Diät und Bewegung bei einer großen
Zahl österreichischer Patienten mit einem HbA1c-Wert zwischen 7 und 8
Prozent das Erreichen des optimalen Zielwertes herbeiführen.
Seit der Verfügbarkeit von Insulin in den 1920er Jahren und der
Entwicklung der ersten antidiabetischen Tabletten (alte
Sulfonylharnstoffe und Metformin) vor ungefähr 50 Jahren, hat sich
die Forschung, vor allem in den letzten zehn Jahren, rasant
weiterentwickelt, sodass gegenwärtig eine Vielzahl von Medikamenten
mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung stehen, die eine
differenzierte Diabetestherapie ermöglichen. Mehr als die Hälfte der
Patienten wird laut epidemiologischer Untersuchungen nicht
ausreichend behandelt; international wird ein HbA1c als
Hauptzielparameter der Stoffwechselkontrolle unter 7 Prozent, nach
Möglichkeit unter 6.5 Prozent gefordert. "Gerade im HbA1c-Bereich
zwischen 7 und 8 Prozent dürfte der postprandialen Hyperglykämie
("Blutzucker nach dem Essen") ein besonderer Stellenwert zukommen.
Das Therapieziel wird meist nur bei regelmäßigen
Kontrolluntersuchungen und einer schrittweisen, dem Krankheitsstadium
entsprechenden, individuellen Therapieanpassung erreicht", so Univ.
Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, Diabetesexpertin vom AKH Wien.
Eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für
Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) unter den österreichischen
Hausärzten zeigt auf, dass knapp die Hälfte der Befragten Medikamente
aus dem gelben Bereich brauchen, um ihre Patienten bei der
Zielwerterreichung von unter 7 Prozent wirkungsvoll zu unterstützen.
Der neue Wirkstoff Sitagliptin ist bei Patienten mit
Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle in
Kombination mit Metformin oder einem Glitazon bei
Metformin-Unverträglichkeit indiziert, wenn Diät und Bewegung plus
Metformin oder ein Glitazon den Blutzucker nicht ausreichend senken
können. Die Sitagliptin-100mg Dosierung wird einmal täglich
eingenommen, unabhängig von der Nahrungsaufnahme und der Tageszeit.
In randomisierten, plazebokontrollierten doppelblinden Studien ist
eine signifikante Senkung des HbA1c-Wertes, des Nüchtern- sowie des
nach dem Essen gemessenen Blutzuckers bewiesen worden. Es kam zu
keiner Gewichtszunahme und die Rate der Unterzuckerungen lag ebenso
wie die Nebenwirkungsrate auf Placeboniveau. Eine Umfrage unter
österreichischen Diabetes Typ 2 Patienten liefert nun unter anderem
das Ergebnis, dass die "1 mal tägliche Medikation" in den "Top 5" der
Verbesserungswünsche an das Gesundheitssystem einen festen Platz hat.
Bei der Substanzklasse der Glitazone ist nun ein Kombinationspräparat
mit Metformin verfügbar, das die Compliance der Patienten deutlich
erleichtert und diesen Patientenwunsch erfüllt.
Bemerkenswert ist ebenfalls, dass das Medikament mit dem Wirkstoff
Sitagliptin 2007 auf Grund der guten Wirkung sowie der positiven
Nebeneffekte (1x tägliche Einnahme von nur einer Tablette, keine
Gewichtszunahme - oft sogar Gewichtsabnahme) den "Nobel-Preis" der
Pharmaindustrie erhalten hat. Der so genannte "Prix Galien" gilt als
höchste Auszeichnung in der Pharmaforschung und wird an viel
versprechende Medikamente verliehen. Das Medikament aus dem Hause
Merck Sharp & Dohme GmbH wurde Anfang Oktober 2007 von einer
unabhängigen Jury als "Bester pharmazeutischer Wirkstoff 2007"
geehrt.
Das Studienprogramm von Sitagliptin umfasst 49 klinische Studien
mit ca. 9.600 Patienten, wovon über 500 Patienten bereits länger als
2 Jahre mit Sitagliptin behandelt wurden. Sitagliptin ist in mehr als
50 Staaten zugelassen und seit einem Jahr in praktischem Einsatz.
Weltweit wurde Sitagliptin bereits über 2.000.000 Mal verschrieben.
(Quelle: IMS Daten)
Wirkungsweise von Sitagliptin
Bei Typ 2 Diabetes ist nicht nur nach Mahlzeiten insbesondere die
rasche Insulinausschüttung aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse
vermindert, sondern außerdem auch die Glukagonausschüttung aus den
Alphazellen der Bauchspeicheldrüse nicht adäquat unterdrückt. Das
führt zu vermehrter Glukosefreisetzung aus der Leber, verminderter
Glukoseaufnahme und dadurch zu einem höheren postprandialen (nach dem
Essen gemessen) Blutzuckerspiegel. Das Darmhormon Glucagon-like
Peptid (GLP-1) moduliert diese Essens-gesteuerten Prozesse
blutzuckerabhängig, und ist bei Diabetes Typ 2 vermindert. Das Enzym
DPP-4, Dipeptidyldipeptidase-4, baut im Körper das GLP-1 sehr rasch
ab. Die neue antidiabetische Substanzklasse der DPP-4-Hemmer
(Sitagliptin) führt dadurch zu einer verstärkten Wirkung von
körpereigenem GLP-1. Der erste Vertreter der DPP-4-Hemmer,
Sitagliptin, ist seit März in Österreich verfügbar und wird ab dem 1.
November diese Jahres bei korrektem Einsatz rückerstattet.
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.
Rückfragehinweis:
Welldone Marketing- und Kommunikationsberatungsges.m.b.H. Mag. Nicolas Tauferer | Public Relations Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien Tel.: 01/402 13 41-24 | e-Mail: [email protected] www.welldone.at
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