Neuer Wirkstoff Sitagliptin im Kampf gegen die Volkskrankheit Typ-II-Diabetes

Ab 1. November 2007 ist das Therapiespektrum in Österreich um eine neue viel versprechende Substanz erweitert

Wien (OTS) - Diabetes vom Typ 2 zählt weltweit zu den häufigsten und teuersten Volkskrankheiten, wobei mit einem weiteren Anstieg der Anzahl an Betroffenen in den nächsten Jahren zu rechnen ist. In Österreich leben rund 300.000 diagnostizierte Typ 2 Diabetiker, jedoch nur ein Drittel verfügt über den HbA1c-Idealwert von unter 7 Prozent. Um eine gute Lebensqualität der Patienten zu gewährleisten, müssen Spätkomplikationen, wie Erkrankungen der Gefäße, Nieren, Augen und Nerven vermieden werden. Neue und gleichzeitig innovative Medikamente können bei richtigem Einsatz und eigenverantwortlicher Mitarbeit des Patienten mittels Diät und Bewegung bei einer großen Zahl österreichischer Patienten mit einem HbA1c-Wert zwischen 7 und 8 Prozent das Erreichen des optimalen Zielwertes herbeiführen.

Seit der Verfügbarkeit von Insulin in den 1920er Jahren und der Entwicklung der ersten antidiabetischen Tabletten (alte Sulfonylharnstoffe und Metformin) vor ungefähr 50 Jahren, hat sich die Forschung, vor allem in den letzten zehn Jahren, rasant weiterentwickelt, sodass gegenwärtig eine Vielzahl von Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung stehen, die eine differenzierte Diabetestherapie ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Patienten wird laut epidemiologischer Untersuchungen nicht ausreichend behandelt; international wird ein HbA1c als Hauptzielparameter der Stoffwechselkontrolle unter 7 Prozent, nach Möglichkeit unter 6.5 Prozent gefordert. "Gerade im HbA1c-Bereich zwischen 7 und 8 Prozent dürfte der postprandialen Hyperglykämie ("Blutzucker nach dem Essen") ein besonderer Stellenwert zukommen. Das Therapieziel wird meist nur bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und einer schrittweisen, dem Krankheitsstadium entsprechenden, individuellen Therapieanpassung erreicht", so Univ. Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, Diabetesexpertin vom AKH Wien. Eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) unter den österreichischen Hausärzten zeigt auf, dass knapp die Hälfte der Befragten Medikamente aus dem gelben Bereich brauchen, um ihre Patienten bei der Zielwerterreichung von unter 7 Prozent wirkungsvoll zu unterstützen.

Der neue Wirkstoff Sitagliptin ist bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle in Kombination mit Metformin oder einem Glitazon bei Metformin-Unverträglichkeit indiziert, wenn Diät und Bewegung plus Metformin oder ein Glitazon den Blutzucker nicht ausreichend senken können. Die Sitagliptin-100mg Dosierung wird einmal täglich eingenommen, unabhängig von der Nahrungsaufnahme und der Tageszeit. In randomisierten, plazebokontrollierten doppelblinden Studien ist eine signifikante Senkung des HbA1c-Wertes, des Nüchtern- sowie des nach dem Essen gemessenen Blutzuckers bewiesen worden. Es kam zu keiner Gewichtszunahme und die Rate der Unterzuckerungen lag ebenso wie die Nebenwirkungsrate auf Placeboniveau. Eine Umfrage unter österreichischen Diabetes Typ 2 Patienten liefert nun unter anderem das Ergebnis, dass die "1 mal tägliche Medikation" in den "Top 5" der Verbesserungswünsche an das Gesundheitssystem einen festen Platz hat. Bei der Substanzklasse der Glitazone ist nun ein Kombinationspräparat mit Metformin verfügbar, das die Compliance der Patienten deutlich erleichtert und diesen Patientenwunsch erfüllt.

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass das Medikament mit dem Wirkstoff Sitagliptin 2007 auf Grund der guten Wirkung sowie der positiven Nebeneffekte (1x tägliche Einnahme von nur einer Tablette, keine Gewichtszunahme - oft sogar Gewichtsabnahme) den "Nobel-Preis" der Pharmaindustrie erhalten hat. Der so genannte "Prix Galien" gilt als höchste Auszeichnung in der Pharmaforschung und wird an viel versprechende Medikamente verliehen. Das Medikament aus dem Hause Merck Sharp & Dohme GmbH wurde Anfang Oktober 2007 von einer unabhängigen Jury als "Bester pharmazeutischer Wirkstoff 2007" geehrt.

Das Studienprogramm von Sitagliptin umfasst 49 klinische Studien mit ca. 9.600 Patienten, wovon über 500 Patienten bereits länger als 2 Jahre mit Sitagliptin behandelt wurden. Sitagliptin ist in mehr als 50 Staaten zugelassen und seit einem Jahr in praktischem Einsatz. Weltweit wurde Sitagliptin bereits über 2.000.000 Mal verschrieben. (Quelle: IMS Daten)

Wirkungsweise von Sitagliptin

Bei Typ 2 Diabetes ist nicht nur nach Mahlzeiten insbesondere die rasche Insulinausschüttung aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse vermindert, sondern außerdem auch die Glukagonausschüttung aus den Alphazellen der Bauchspeicheldrüse nicht adäquat unterdrückt. Das führt zu vermehrter Glukosefreisetzung aus der Leber, verminderter Glukoseaufnahme und dadurch zu einem höheren postprandialen (nach dem Essen gemessen) Blutzuckerspiegel. Das Darmhormon Glucagon-like Peptid (GLP-1) moduliert diese Essens-gesteuerten Prozesse blutzuckerabhängig, und ist bei Diabetes Typ 2 vermindert. Das Enzym DPP-4, Dipeptidyldipeptidase-4, baut im Körper das GLP-1 sehr rasch ab. Die neue antidiabetische Substanzklasse der DPP-4-Hemmer (Sitagliptin) führt dadurch zu einer verstärkten Wirkung von körpereigenem GLP-1. Der erste Vertreter der DPP-4-Hemmer, Sitagliptin, ist seit März in Österreich verfügbar und wird ab dem 1. November diese Jahres bei korrektem Einsatz rückerstattet.

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