- 30.10.2007, 21:55:40
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Evangelischer Empfang zum Reformationsfest 2007
GEKE-Präsident Wipf: Kulturelle Pluralität auf Basis christlicher Werte - Bischof Sturm: Gesellschaft mitgestalten
Wien (epdÖ) - Im Zeichen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in
Europa (GEKE) stand der diesjährige evangelische Empfang zum
Reformationsfest am Dienstag, 30. Oktober, in der Wiener Akademie der
Wissenschaften. "Die evangelischen Kirchen werden sich für ein
föderales, demokratisches, rechtsstaatliches und offenes Europa
einsetzen. Ein Europa der kulturellen Pluralität auf der Grundlage
christlicher und abendländischer Werte." Das betonte der Präsident
der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, der Schweizer
Pfarrer Thomas Wipf, in seiner Festrede. Das Konzept der "Einheit in
versöhnter Verschiedenheit", wie es in der GEKE erfolgreich gelebt
werde, könne auch für das politische Konzept Europas hilfreich sein.
Europa brauche die "Botschaft der Freiheit und der Hoffnung", betonte
Wipf, der als Präsident dem Rat des Schweizerischen Evangelischen
Kirchenbundes vorsteht. Den Kirchen komme die Aufgabe zu, "Hoffnung
zu stärken, Lebensfreude zu ermöglichen, zur Verständigung
beizutragen und Zuversicht zu wecken".
Auf die Schwerpunkte des vergangenen Jahres blickte der lutherische
Bischof Herwig Sturm zurück. Für ihn war es der letzte
Reformationsempfang, zu dem er als Bischof eingeladen hatte. Ende des
Jahres tritt Sturm in den Ruhestand. Der Bischof dankte in seiner
Rede "für die großartigen Möglichkeiten, in und für unsere Kirche zu
arbeiten, Ökumene zu erleben und mitzugestalten und auch im
öffentlichen Leben das Wissen und den Beitrag unserer Kirche zur
Mitgestaltung der Gesellschaft einzubringen".
Der neue reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld konnte
gemeinsam mit Sturm beim diesjährigen Reformationsempfang rund 300
geladene Gäste aus Politik, Kirche und Ökumene begrüßen. Für ihren
"Einsatz für die Menschlichkeit über Grenzen hinaus" ehrte der
Landessuperintendent die 94-jährige Schwester Elisabeth Eidenbenz und
überreichte ihr das Goldene Hugenottenkreuz. Im spanischen
Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg habe sich die gebürtige
Schweizerin "konsequent auf die Seite von Verfolgten gestellt", so
der Landessuperintendent. Eidenbenz hatte u.a. eine
Entbindungsstation für Flüchtlinge eingerichtet und zahlreiche Kinder
und Frauen durch ihren Einsatz vor der Deportation in
Vernichtungslager bewahrt.
Beste Fachbereichsarbeit
Wie jedes Jahr war auch das Thema "Religionsunterricht" Fixpunkt im
Programm des Reformationsempfangs. Oberkirchenrat Michael Bünker
erinnerte an die Jubiläen zweier religionspädagogischer
Zeitschriften: "Das Wort" gibt es seit 60 Jahren, seit 25 Jahren
erscheint "Schulfach Religion". Beide Zeitschriften seien für die
rund 700 evangelischen ReligionslehrerInnen "nicht mehr wegzudenken",
so Bünker. Ausgezeichnet wurde auch wieder die beste
Fachbereichsarbeit in evangelischer Religion. Dieses Jahr erhielt den
Preis Bernhard Kirchmeier vom Gymnasium Dachsberg in Prambachkirchen
(OÖ). Betreut vom Eferdinger Pfarrer Hans Hubmer hatte Kirchmeier
sich mit "Nachfolge bei Dietrich Bonhoeffer" beschäftigt. Erstmals
wurde heuer ein Preis für den Sarah-Aster-Wettbewerb vergeben.
Benannt nach jener Maturantin, die im Vorjahr über das Hohelied der
Liebe eine Fachbereichsarbeit geschrieben hatte, wird hier von Sarah
Aster eine Predigt bzw. ein Gottesdienst ausgezeichnet, der sich
kreativ mit dem Thema von Asters Fachbereichsarbeit auseinandersetzt.
Ihre Wahl fiel auf einen Gottesdienst in der Gemeinde der
Justizanstalt Josefstadt, den Gefangenen-Seelsorger Dr. Matthias
Geist vorbereitet hatte.
Den musikalischen Rahmen gestalteten das Bläserensemble und das
Streichquartett der Johann-Sebastian-Bach-Musikschule Wien. Zum
Buffet lud in diesem Jahr die Diözese Wien.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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