• 30.10.2007, 12:45:58
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ÖAAB Wien ad Steuerreform: Entlastung des Mittelstandes hat oberste Priorität

Gestern Podiumsdiskussion mit Tamandl, Bruckner und Lehner

Wien (OTS) - Wie kann eine Steuerreform für das Jahr 2010
aussehen, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des
Mittelstandes spürbare Erleichterungen bringt? Der ÖAAB Wien
veranstaltete zur dieser Frage eine Podiumsdiskussion mit namhaften
Experten. Unter der Leitung von ÖAAB-Landesgeschäftsführer LAbg.
Alfred Hoch, diskutierten die Leiterin der ÖAAB-Steuerreformgruppe
Abg. z. NR Gabriele Tamandl, der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Prof. Dr. Karl Bruckner sowie Hon.-Prof. Dkfm. Dr. Gerhard Lehner,
Mitglied des Staatsschuldenausschusses.

Nachdem es bei der letzten Steuerreform 2004/2005 gelungen ist, die
Wirtschaft in konjunkturell schwierigen Zeiten zu stärken, muss es
nun aus Sicht des ÖAAB bei der kommenden Reform, die vermutlich 2010
erfolgen wird, darum gehen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
spürbar zu entlasten.

Tamandl: Focus muss auf Familien gelegt werden

"Priorität haben Familien, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir
brauchen eine Art Familienbesteuerung, denn die finanziellen
Mehrbelastungen für familienbedingte Kosten sind im derzeitigen
Steuersystem nicht ausreichend begünstigt", erklärte die Leiterin der
ÖAAB-Steuerreformgruppe Gabriele Tamandl. Zudem sei es dringend an
der Zeit, so Tamandl, eine Vereinfachung des Steuersystems anzugehen.
"Mein Ziel ist es, dass wir zu einer automatischen Veranlagung
kommen. Künftig soll es vorgefertigte Bescheide geben, sodass die
Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer nur noch die Ergänzungen
gegenüber dem Vorjahr eintragen muss."

Lehner: steuerliche Absicherung von Kindern

Dr. Gerhard Lehner, Mitglied des Staatsschuldenausschusses, geht
davon aus, dass in Zuge der Steuerreform für die Tarifreform in der
Lohn- und Einkommensteuer ein Volumen von zwei bis 2,5 Mrd. Euro
drinnen sein müsste. Vor allem die Absicherung der Kinder über ein
Existenzminimum oder einen echten Kinderabsetzbetrag wäre wichtig.
"Die Frage, was ist wichtiger, die steuerliche Berücksichtigung von
Kindern oder die Tarifreform, ist eine rein politische. Hier wird man
sich entscheiden müssen. Eine Milliarde sollte uns die Absicherung
unserer Kinder jedoch wert sein!"

Bruckner: Progressionsstufen gehören angepasst

Dem Steuerexperten Dr. Karl Bruckner ist besonders die längst
überfällige Anpassung der Steuertarife ein Anliegen, denn hier wurden
die Werte seit fast zwanzig Jahren nicht mehr angepasst. Bruckner
fordert, dass Menschen, die jährlich zwischen 36.000 und 55.000 Euro
verdienen und derzeit einen Steuersatz von 43,6 Prozent und
Sozialversicherungsbeiträge zahlen, entlastet werden, indem der
Steuersatz auf 35 Prozent abgesenkt wird. "Wenn wir den Mittelstand
massiv entlasten wollen, müssen wir hier etwas machen, denn bis zur
Höchstbeitragsgrundlage von derzeit 3.840 Euro monatlich fallen
sowohl Lohn- bzw. Einkommensteuer als auch
Sozialversicherungsbeiträge an", betont Bruckner. Aus Kostengründen
(ca. 4 Mrd. Euro) wäre eine solche Reform realistischerweise in zwei
Etappen umzusetzen.

Hoch: Leistung muss sich lohnen!

"Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die zwischen 2000 und 4000 Euro
im Monat verdienen, dürfen nicht - so wie bisher - einfach zu den
einkommenssteuerlichen Spitzenverdienern gezählt werden", betont
Alfred Hoch, Landesgeschäftsführer des Wiener ÖAAB. "Wir fordern
daher unter anderem eine Anpassung der seit knapp 20 Jahren
unveränderten Grenzbeträge in der Lohn- und Einkommenssteuer, damit
jene Menschen, die aufgrund der kalten Progression in den
Spitzensteuersatz gerutscht sind, entlastet werden, denn es kann
nicht sein, dass der Fiskus den Menschen, die den größten Teil zur
Finanzierung unseres Staatshaushaltes leisten, das mühsam verdiente
Geld gleich wieder abknöpft. Leistung muss sich schließlich lohnen",
so Hoch.

Rückfragehinweis:
ÖAAB-Landessekretariat
Tel.:40143/230, Fax: 40143/350
mailto: [email protected], http://www.oeaab-wien.at

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