Land Niederösterreich und Wirtschaftskammer NÖ verleihen NÖ Innovationspreis 2007

Karl Ritter von Ghega-Preis geht an Riegl Laser Measurement GmbH aus Horn!

St. Pölten (OTS) - Bereits seit zwei Jahrzehnten wird der "Karl Ritter von Ghega-Preis" (NÖ Innovationspreis) vergeben. Die Auszeichnung geht zurück auf eine Initiative von Land NÖ und Wirtschaftskammer NÖ: Mit dem NÖ Innovationspreis will man die blaugelben Innovateure vor den Vorhang holen.

Der Karl Ritter von Ghega-Preisträger 2007:
Firma Riegl Laser Measurement GmbH aus Horn: Airborne Laser Scanning Diamond-Riegl

Das Airborne-Laserscanning bezeichnet die großräumige Vermessung der Landschaft mit einem von einem Flugzeug getragenen Laserscanner. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Diamond Airborne Sensing GmbH, einer Tochter der Diamond Aircraft Industries GmbH, ausgeführt. Aus den Scandaten des Vermessungsfluges werden Geländemodelle erstellt, die z. B. bei der Planung von Bauprojekten wie Eisenbahntrassen, Hochspannungsleitungen oder Pipelines zum Einsatz kommen. Auch für die Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen oder für die Analyse von Muren- oder Lawinenabgängen aus der Luft kommt das System zum Einsatz. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Vermessung, Dokumentation und Bestandserfassung von denkmalgeschützten Gebäuden und archäologischen Ausgrabungen.
Die Laserscanner der Firma Riegl zeichnen sich durch eine hohe Messgenauigkeit im cm-Bereich, eine hohe Punktdichte von bis zu 12 Punkten pro Quadratmeter und der Mess-Einsatzhöhe von bis zu 1500 Metern aus.

Das Unternehmen verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet von Laser Radar Messgeräten. Die Belegschaft umfasst mehr als 90 hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Aushängeschild für Bundesland

In diesem Jahr hat eine unabhängige Experten-Jury aus über 50 Teilnehmern 47 interessante Projekte von Unternehmern und Forschungseinrichtungen ausgewählt. Es wurde in fünf verschiedenen Kategorien bewertet: Bautechnik, Elektronik, Lebensqualität/Gesundheit, Maschinenbau und Software. Für den "Sonderpreis Forschung" gibt es zwei Kategoriesieger.

An die 700 Unternehmen haben in den letzten 20 Jahren an diesem Wettbewerb teilgenommen und für viele war es eine Initialzündung zum Erfolg. Auch weltweit tätige Firmen wie Lisec oder Biomin und IGM waren Teilnehmer und Sieger.

Für WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl ist der Innovationspreis ein Aushängeschild für das Bundesland: "Ich bin stolz auf unsere innovativen Unternehmer! Egal, ob groß oder klein: Wer es schafft, mit einer innovativen Idee eine Marktlücke punktgenau zu treffen, wird erfolgreich sein. Solchen Unternehmen bieten wir mit dieser Auszeichnung eine Bühne, um ihr Produkt vorzustellen - auch als Ansporn für andere Unternehmen."

Auch Wirtschaftslandesrat LH-Stv. Ernest Gabmann liegt die Forschung und Entwicklung am Herzen: "Wir in Niederösterreich schaffen von Seiten der Politik ein innovationsfreundliches Klima. Dazu gehört es auch, all jene Betriebe zu unterstützen, die sich in der Forschung und Entwicklung engagieren. Und das nicht nur finanziell, sondern auch mit einer modernen Infrastruktur für ihre Forschungstätigkeit."

Besondere Unterstützung erhalten blau-gelbe Unternehmen von den Technologie- und Innovationspartnern (TIP), einer gemeinsamen Einrichtung von Land NÖ und Wirtschaftskammer NÖ. Diese begleiten Innovationsprojekte von der Idee bis zum Markterfolg und kümmern sich so um die konkrete Umsetzung von Innovationen. Mehr als 600 Unternehmen holen sich jedes Jahr den Rat der TIP-Experten.

Die Kategoriesieger

Kategorie Bautechnik

Firma Wienerberger GmbH aus Hennersdorf: Niedrigenergieziegel Porotherm 50 T.i

Der Niedrigenergieziegel Porotherm 50 T.i eignet sich für das einschalige Bauen in Passivhaus- bzw. gehobener Niedrigenergiebauweise mit einer Wandstärke von 50 cm. Der Hochlochziegel mit plangeschliffenen Lagerfugen und Nut-Feder-Verbindung in den Stoßfugen hat die Wärmedämmung gleich integriert: Er ist mit einer gebundenen "Perlite"-Mischung aufgefüllt. Perlite ist ein natürliches Dämmmaterial. Durch die damit bereits integrierte Wärmedämmung ist eine auf der Außenseite der Mauer aufgebrachte Zusatzdämmung nicht mehr notwendig.
Die Wienerberger GmbH hat in Österreich acht Werke und ca. 250 Mitarbeiter. Traditioneller Kernbereich ist die Erzeugung von keramischen Baustoffen (Mauerziegel, Pflasterziegel, Ziegel-Stürze und Ziegel-Decken) und der Vertrieb marktgerechter Produktsysteme.

Kategorie Elektronik

Firma Häusermann GmbH aus Zitternberg im Kamptal: HSMtec -Hochstrom- und thermisches Management auf Leiterplatten

Die Bauteile in der Elektronikbranche werden immer kleiner: Immer komplexere und leistungsstärkere Schaltungen müssen auf kleinstem Raum untergebracht werden. Das führt zu einer starken Erwärmung der Leiterplatte und der Baugruppen. Die bisherigen Systeme zur "Entwärmung" der Baugruppen bedingten einen hohen Verbrauch an Kupfer, das ungenutzt weggeätzt wurde. Dies bedeutete sowohl hohe Kosten wie auch ökologische Nachteile.
"HSMtec" bezeichnet ein neuartiges Ultraschallschweißverfahren, das an selektiven Stellen ausschließlich jene Menge Dickkupfer in das Leiterplattensubstrat integriert, die für den hohen Strom und die Entwärmung benötigt wird. Dadurch wird der kostenintensive Einsatz von Fotoresisten und nasschemischen Ätzmedien reduziert, was auch eine ressourcenschonende Produktion gewährleistet. Besonders nachgefragt wird das System in Branchen wie z. B. Automotive-, Medizin- oder Beleuchtungstechnik sowie alternative Energien (wie Solar- oder Windenergiegewinnung).
Das 1907 gegründete Unternehmen stellt Leiterplatten und Folientastaturen im hochtechnologischen Bereich her. Mit rund 190 Mitarbeitern in Österreich und Deutschland erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2006 einen Umsatz von 20,1 Mio. Euro.

Kategorie Lebensqualität / Gesundheit

Firma Ochsner Wärmepumpen GmbH aus Haag: Brauchwasserwärmepumpen "Europa"

Gerade Warmwasser wird mit konventionellen Systemen meist sehr energieintensiv und dadurch teuer bereitet. Heizkessel mit schlechten Wirkungsgraden vergeuden wertvolle Energie. "Europa" stellt eine neue Generation von Brauchwasserwärmepumpen dar, die durch eine komplette Neukonstruktion eine höhere Warmwassertemperatur und einen höheren Wirkungsgrad erreichen. Als Wärmequelle dienen Luft und Abluft. Die Warmwasserladung erfolgt mittels innen liegendem Plattenwärmetauscher und integrierter Ladepumpe. U. a. durch den Einsatz von Rollkolben-anstelle von Hubkolbenkompressoren konnte der Wirkungsgrad um 15 % gesteigert werden. Damit werden höhere Warmwassertemperaturen von bis zu 65GradC ohne E-Heizstab erreicht. Bisher waren das nur 52GradC. Durch die Warmwassertemperatur von über 60GradC werden Legionellen schon im Wärmepumpenbetrieb eliminiert.
Das Unternehmen wurde 1978 gegründet und beschäftigt heute mit seinen Tochtergesellschaften 160 Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasst Wärmepumpen für Heizungen, Brauchwasser-Bereitung und Großanlagen für Gewerbe, Industrie und den öffentlichen Bereich.

Kategorie Maschinenbau

Firma Test-Fuchs, Ing. Fritz Fuchs GmbH aus Gross-Siegharts:
Ventilsystem für Flüssig-Wasserstoff-Fahrzeuge mit hoher technischer Anforderung und Sicherheit (Temperaturbereich von -253GradC bis +90GradC)

Das Wasserstoffbetriebene Auto als Massenprodukt ist noch Zukunftsmusik - nur 500 solcher Fahrzeuge gibt es weltweit. Das von Testfuchs neu entwickelte Ventilsystem als Teil eines kompletten Flüssig-Wasserstoff-Tanksystems steigert die Erfolgsaussichten des Wasserstoff-Antriebs erheblich. Das Ventilsystem besteht aus Ventilgruppen, die zum einen die Treibstoffzufuhr zum Motor regeln und zum anderen das Treibstoffsystem vor Beschädigungen durch Überdruck schützen. Die elektrisch angetriebenen Ventile zur Regelung der Treibstoffzufuhr zum Motor zeichnen sich durch einen speziell entwickelten Notantrieb für selbstständiges Schließen, sowie durch sehr kurze Öffnungszeiten für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasserstoff aus. Weiters führt der niedrige Energieverbrauch der Ventile zu einer minimalen Leistungsaufnahme aus dem Bordsystem des Fahrzeuges. Das Innenleben des Ventils kann mit geringem Montageaufwand ausgewechselt werden - das hält Wartungs-und Recyclingkosten niedrig.
Seit seiner Gründung 1946 hat sich das Unternehmen zu einem international bekannten Hightech-Unternehmen entwickelt und ist nun weltweit eines der führenden Unternehmen im Bereich der Planung und Herstellung von Prüfanlagen für Luft- und Raumfahrt.

Kategorie Software

Firma Inte:Ligand GmbH aus Maria Enzerdorf: Simulations-Software LigandScout

Der "LigandScout" ist ein 3D-Simulationsmodell für die biologische Wirkung von chemischen Substanzen. Die Simulation erfolgt über sogenannte "3D Pharmakophore", das sind Modelle, die Wechselwirkungen auf Proteine in unserem Körper simulieren. Neue Substanzen werden im Computermodell mit bereits existierenden Verbindungen zusammengebracht und so auf etwaige biologische Effekte geprüft. Die grafische Visualisierung am Computer erspart teure Tests und beschleunigt so die Forschung.
Das Unternehmen wurde 2003 gegründet und entwickelt neue Produkte und Dienstleistungen zur Unterstützung der Forschung und Entwicklung industrieller Pharmaunternehmen.

Sonderpreise Forschung

Forschungsstelle AC2T research Gmbh aus Wr. Neustadt:
Hochauflösende Verschleißmessung nVCT (=nanoscale wear Volume analysis by Coherence Technology)

In der Industrie benötigt man kostengünstige und rasch durchzuführende Screeningtests, die das Verschleißverhalten von Bauteilen vorhersagen. Die Messmethode nVCT kann z. B. Verschleißraten im Bereich von Kubik-Mikrometern pro Stunde anhand eines Segments Kolbenring gegen ein Segment Zylinder-Liner bestimmen. Die Messmethode nutzt dabei die außergewöhnlich gute Detektierbarkeit radioaktiver Isotope. Dazu wird eine Komponente des Modellsystems mit Isotopen besetzt und einer entsprechenden Verschleißbelastung ausgesetzt. Die dabei entstehenden Verschleißpartikel werden durch ein Medium (meist ein Schmierstoff) zu einem Detektor transportiert. Die Idee dazu stammt bereits aus den 1930er Jahren, AC2T hat es aber nunmehr geschafft, die Radioaktivität auf ein für die Ingenieure unbedenkliches Niveau zu senken.
Das Kompetenzzentrum für Tribologie wurde vor fünf Jahren gegründet. Die Tribologie umfasst die Gebiete Reibung, Verschleiß und Schmierung und zielt auf die Optimierung von Bewegungssystemen ab. Im Kompetenzzentrum arbeiten derzeit über 50 wissenschaftliche Mitarbeiter.

Forschungsstelle Donauuniversität / Zentrum f. biomedizinische Technologie aus Krems: Automatisches Mess- und Dosiersystem für Blutgerinnungsmittel in Kombination mit Blutreinigungssystemen.

Bei der Dialyse (Blutreinigung außerhalb des Körpers) wird standardmäßig der Blutgerinnungshemmer Heparin eingesetzt. Dieser kann allerdings in manchen Fällen Komplikationen wie schwer beherrschbare Blutungen auslösen. Eine Alternative ist die regionale Gerinnungshemmung (nur im Kreislauf außerhalb des Körpers) durch Zitrat. Bei diesem Verfahren wird die Konzentration von ionisiertem Kalzium im Patientenblut soweit heruntergesetzt, dass keine Gerinnung mehr möglich ist. Bevor das Blut allerdings in den Körper des Patienten rückgeführt wird, muss das Kalzium wieder zugeführt werden. Eine genaue Abstimmung der verabreichten Dosen ist für den Patienten überlebenswichtig. Das prämierte Gerät macht die Gerinnungshemmung mittels Zitrat klinisch sicher und ohne Gefahr für den Patienten anwendbar.
Das Zentrum für Biomedizinische Technologie beschäftigt unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Dieter Falkenhagen acht wissenschaftliche und zehn technische MitarbeiterInnen sowie DiplomandInnen und DissertandInnen. Es widmet sich der extrakorporalen Blutreinigung.

Auf www.innovationspreis-noe.at finden Sie die Projektbeschreibungen zu allen 47 Teilnehmern des NÖ Innovationspreises.

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