Würdigungspreis für Musik 2007 an Michael Radulescu

Wien (OTS) - Der Komponist, Organist und Dirigent Michael
Radulescu wurde heute Vormittag mit dem mit 11000 Euro dotierten Würdigungspreis für Musik 2007 für sein bisheriges Lebenswerk ausgezeichnet. Die feierliche Überreichung des Preises durch die Leiterin der Kunstsektion im Unterrichtsministerium, Mag. Andrea Ecker, fand in der Wiener Michaelerkirche statt.

Michael Radulescu stammt aus einer Musikerfamilie und wurde 1943 als Sohn eines rumänischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Nach erstem Musikunterricht im Elternhaus und nach ersten Kompositionsversuchen begann er 1956 das Orgel- und Kompositionsstudium. Nach seiner Teilnahme an den Sommerakademien "Mozarteum" in Salzburg 1964 und 1965 und der Bekanntschaft Carl Orffs und Thrasybulos Georgiades' setzt er seine Studien an der Akademie (heute Universität) für Musik und darstellende Kunst in Wien als Schüler Anton Heillers (Orgel) und Hans Swarowskys (Dirigieren) fort.
Seit seinem Debüt als Organist 1959 übt Radulescu eine rege Konzerttätigkeit als Organist und seit 1983 auch als Dirigent aus, die ihn seither durch Europa, Nordamerika, Australien, Japan und Korea gebracht hat. Regelmäßig hält er Gastvorträge und Meisterkurse in Europa und Übersee, deren Schwerpunkt die Interpretation und Deutung des Werkes J.S. Bachs darstellt.
Seit 1968 unterrichtet Radulescu Orgel an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Von 1971 bis 1990 leitete er den alljährlichen Orgel-Meisterkurs im Rahmen der Internationalen Meisterkurse im Fürstentum Liechtenstein und von 1977 bis 1987 betreute er die Internationale Süddeutsch-Österreichische Orgelakademie in Innsbruck. Seit 1990 leitet Radulescu die Internationale BACH - AKADEMIE in Porrentruy, Schweiz.
Seit 1970 ist Radulescu als Juror bei internationalen Orgel- und Kompositions-Wettbewerben sowie als Herausgeber alter und ältester Orgelmusik tätig.
Als Komponist wurde Radulescu anfangs durch die Musik Hindemiths und Weberns geprägt, später erhielt er entscheidende Impulse durch die Kompositionen Schönbergs, Boulez' und Ligetis sowie durch die Klangwelt mittelalterlicher Musik, der Werke Olivier Messiaens und Carl Orffs.
Das kompositorische Schaffen Michael Radulescus umfaßt Chorwerke, Orgelmusik, Werke für Gesang und Orgel, für Chor und Orchester, Orchester- und Ensemble-Musik und fand Annerkennung durch Kompositionsaufträge bedeutender Ensembles sowie durch zahlreiche Preisverleihungen und Auszeichnungen. 2003 fand im Grazer Dom die aufsehenerregende Uraufführung seiner Passion ("Leiden und Tod unsres Herrn und Heilands Jesus Christus") als Auftragswerk des Grazer Doms statt.
Im Februar 2004 schloß Michael Radulescu die Einspielung des gesamten Orgelwerks von J.S. Bach auf der berühmten Orgel von Jürgen Ahrend (nach Gottfried Silbermann) in der ehemaligen Jesuitenkirche zu Porrentruy ab.

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