"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Transparenz total"

Ab 2009 müssen sämtliche Agrar-Subventionen in der EU offengelegt werden.

Wien (OTS) - Um eine Neid-Debatte zu verhindern, so das landläufige Argument, lehnten bisher etliche EU-Länder, darunter auch Österreich, die Offenlegung der Agrar-Subventionen strikt ab. Doch was in den Niederlanden und Dänemark schon vorbildlich praktiziert wird - nämlich die völlige Transparenz der EU-Förderungen für die Landwirtschaft - , soll ab dem Jahr 2009 in allen Mitgliedsländern die Regel werden.
Die Neugierde der Bürger, egal ob sie auf dem Land oder in der Stadt leben, ist verständlich. Jeder möchte gerne wissen, wer die

Nutznießer europäischer Steuergelder sind. An sich kein Geheimnis: Großbetriebe im Agro-Business, Bio-Landwirte ebenso wie kleine Bergbauern, deren Überleben nur durch EU-Gelder recht und

schlecht gesichert ist, bekommen etwas. Die Frage ist nur, wie viel? Die flächendeckende Transparenz ab 2009 wird den Druck auf die Politik erhöhen, die bestehende ungleiche Verteilung der Agrargelder zu ändern (siehe Seite 4) und die Auszahlung an Auflagen
zu binden. Da trifft es sich gut, dass im nächsten Jahr die umfassende Reform der Agrarpolitik der EU angepackt wird. Eine gerechtere Verteilung der Gelder wird dann jeden materiellen Voyeurismus und jede Neid-Debatte obsolet machen.

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