• 19.10.2007, 17:06:30
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Gattererpreis für Dr. Armin Wolf - BILD

Gatterer Preis Verleihung 2007 in Sexten/Südtirol an Armin Wolf. Von links nach rechts: ÖJC-Vizepräsidentin Elisabeth Gardavsky, Fred Turnheim ÖJC-Präsident, Preisträger Armin Wolf, Landeshauptmann Dr.Luis Durnwalder, Bürgermeister Fritz Egarter und Dr. Herbert Laszlo ÖJC-Vizepräsident

Sexten (OTS) - Dr. Armin Wolf erhielt im Südtiroler Ort Sexten am
Freitag den zum Gedenken an den Südtiroler Publizisten Prof. Claus
Gatterer gestifteten Preis für sozial engagierten Journalismus. Der
Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) Fred Turnheim
betonte als Vorsitzender der Jury, dass deren Wahl nicht nur mit der
beruflichen Tätigkeit im ORF begründet wird, sondern auch mit einer
mutigen Aussage Wolfs bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises.

Die Festrede des Südtiroler Landeshauptmannes Dr. Luis Durnwalder
unterstrich die Bedeutung des Prof. Claus Gatterer-Preises, der
traditionell von ÖJC vergeben wird. Er sieht darin einen weiteren
Baustein der Südtiroler Autonomie. In diesem Zusammenhang lobte
Durnwalder ausdrücklich den herzlichen Ton, in dem die Präsidenten
von Italien und Österreich über einander gesprochen hätten, als er
sie vor einiger Zeit besucht habe.

Der ÖJC ehrte Durnwalder bei dieser Gelegenheit mit der
Überreichung der ÖJC Statuette.

Den Wechsel in der journalistischen Welt, wo das Internet als "Web
2.0" immer mehr Bedeutung gewinnt, sprach auch die Vizepräsidentin
des ÖJC Elisabeth Gardavsky in ihrer Begrüßungsrede an. Sie erinnerte
dabei an das Buch "Breaking News im Web 2.0", das der ÖJC im Molden
Verlag anlässlich seines 30-jährigen Bestehens herausgebracht hat. Es
war eine der Neuerscheinungen zur Frankfurter Buchmesse.

In seiner Dankesrede ging Wolf auf die aktuelle Situation des ORF
ein. Sein Appell an die politischen Parteien lautet, "dass sie
wirklich unabhängige und damit auch unberechenbare Stiftungsräte
entsenden". Er fordert "eine groß angelegte parteipolitische
Abrüstungsaktion im ORF."

Eine ehrende Anerkennung war Julia Ortner, Zeitschrift "Der
Falter", zugesprochen worden. Leider konnte sie wegen eines Unfalles
nicht nach Sexten kommen. Die Überreichung ist für den 30. November
im Rahmen des Adventfestes im neuen Pressezentrum des ÖJC in der
Blutgasse in Wien geplant.

Der Preisträger

Dr. Armin Wolf wurde 1966 als Sohn eines Hausmeisters und einer
Lebensmittel-Verkäuferin geboren. Beide waren in der christlichen
Arbeiter- bzw. Frauenbewegung engagiert.

Zum Journalismus kam Wolf bereits auf der Handelsakademie. Da er
zu jung war, um für die dortige Schülerzeitung zu schreiben, gründete
er eine eigene mit dem Titel "Brennessel". Sein erster Erfolg: Sein
Blatt überlebte die Zeitung, die ihn nicht gewollt hatte, deutlich.

Im Studium widmete sich Wolf der Politologie. Er träumte davon,
vielleicht eines Tages Nachfolger von Prof. Anton Pelinka zu werden.

Studio statt Studium

Die journalistische Karriere war aber wichtiger als das Studium,
und so begann er 1985 im ORF-Landesstudio Tirol als Radioreporter zu
arbeiten. 1988 übersiedelte er zu Ö1 nach Wien als außenpolitischer
Journalist, unter anderem als ORF-Korrespondent in Washington. 1995
wechselte er ins Fernsehen, zuerst als Redakteur der Zeit Im Bild
2. Er moderierte die traditionellen "Sommergespräche" mit den
Spitzenrepräsentanten der politischen Parteien und tritt auch in der
ORF-Pressestunde auf. 2002 bis 2005 moderierte er die
Diskussionssendung "Offen gesagt", seit 2002 die ZiB 2, wo er das
Erbe von Moderations-Legenden wie Josef Broukal und Robert Hochner
antrat.

Am 17. Mai 2006 erhielt Wolf den Robert-Hochner-Preis für seine
Moderation der "Sommergespräche" des Jahres 2005. Seine Rede
anlässlich der Verleihung dieses Preises hat bekanntlich die
Geschicke des ORF beeinflusst.

Akademische Karriere

Ende 1999 schloss er das dazwischen unterbrochene Studium mit der
Diplomarbeit ab, der 2005 an der Universität Innsbruck eine
Dissertation über prominente Quereinsteiger in der österreichischen
Politik (Titel: "Image-Politik") folgte.

Heute ist Wolf Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an den
Universitäten Innsbruck und Wien. Er liest gern, ist ein stiller
Denker und heftiger Diskutierer, aber er sieht nicht Fern: Sein
Instrument ist auch in der ZIB 2 nicht das Bild, sondern das Wort -
das eigene wie das seiner Diskussions- und Interview-Partnerinnen und
-Partner.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Österreichischer Journalisten Club
Dr. Herbert Laszlo
Vizepräsident
Tel.: +43 650 9828555

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