Gattererpreis für Dr. Armin Wolf

Sexten (OTS) - Dr. Armin Wolf erhielt im Südtiroler Ort Sexten am Freitag den zum Gedenken an den Südtiroler Publizisten Prof. Claus Gatterer gestifteten Preis für sozial engagierten Journalismus. Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) Fred Turnheim betonte als Vorsitzender der Jury, dass deren Wahl nicht nur mit der beruflichen Tätigkeit im ORF begründet wird, sondern auch mit einer mutigen Aussage Wolfs bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises.

Die Festrede des Südtiroler Landeshauptmannes Dr. Luis Durnwalder unterstrich die Bedeutung des Prof. Claus Gatterer-Preises, der traditionell von ÖJC vergeben wird. Er sieht darin einen weiteren Baustein der Südtiroler Autonomie. In diesem Zusammenhang lobte Durnwalder ausdrücklich den herzlichen Ton, in dem die Präsidenten von Italien und Österreich über einander gesprochen hätten, als er sie vor einiger Zeit besucht habe.

Der ÖJC ehrte Durnwalder bei dieser Gelegenheit mit der Überreichung der ÖJC Statuette.

Den Wechsel in der journalistischen Welt, wo das Internet als "Web 2.0" immer mehr Bedeutung gewinnt, sprach auch die Vizepräsidentin des ÖJC Elisabeth Gardavsky in ihrer Begrüßungsrede an. Sie erinnerte dabei an das Buch "Breaking News im Web 2.0", das der ÖJC im Molden Verlag anlässlich seines 30-jährigen Bestehens herausgebracht hat. Es war eine der Neuerscheinungen zur Frankfurter Buchmesse.

In seiner Dankesrede ging Wolf auf die aktuelle Situation des ORF ein. Sein Appell an die politischen Parteien lautet, "dass sie wirklich unabhängige und damit auch unberechenbare Stiftungsräte entsenden". Er fordert "eine groß angelegte parteipolitische Abrüstungsaktion im ORF."

Eine ehrende Anerkennung war Julia Ortner, Zeitschrift "Der Falter", zugesprochen worden. Leider konnte sie wegen eines Unfalles nicht nach Sexten kommen. Die Überreichung ist für den 30. November im Rahmen des Adventfestes im neuen Pressezentrum des ÖJC in der Blutgasse in Wien geplant.

Der Preisträger

Dr. Armin Wolf wurde 1966 als Sohn eines Hausmeisters und einer Lebensmittel-Verkäuferin geboren. Beide waren in der christlichen Arbeiter- bzw. Frauenbewegung engagiert.

Zum Journalismus kam Wolf bereits auf der Handelsakademie. Da er zu jung war, um für die dortige Schülerzeitung zu schreiben, gründete er eine eigene mit dem Titel "Brennessel". Sein erster Erfolg: Sein Blatt überlebte die Zeitung, die ihn nicht gewollt hatte, deutlich.

Im Studium widmete sich Wolf der Politologie. Er träumte davon, vielleicht eines Tages Nachfolger von Prof. Anton Pelinka zu werden.

Studio statt Studium

Die journalistische Karriere war aber wichtiger als das Studium, und so begann er 1985 im ORF-Landesstudio Tirol als Radioreporter zu arbeiten. 1988 übersiedelte er zu Ö1 nach Wien als außenpolitischer Journalist, unter anderem als ORF-Korrespondent in Washington. 1995 wechselte er ins Fernsehen, zuerst als Redakteur der Zeit Im Bild 2. Er moderierte die traditionellen "Sommergespräche" mit den Spitzenrepräsentanten der politischen Parteien und tritt auch in der ORF-Pressestunde auf. 2002 bis 2005 moderierte er die Diskussionssendung "Offen gesagt", seit 2002 die ZiB 2, wo er das Erbe von Moderations-Legenden wie Josef Broukal und Robert Hochner antrat.

Am 17. Mai 2006 erhielt Wolf den Robert-Hochner-Preis für seine Moderation der "Sommergespräche" des Jahres 2005. Seine Rede anlässlich der Verleihung dieses Preises hat bekanntlich die Geschicke des ORF beeinflusst.

Akademische Karriere

Ende 1999 schloss er das dazwischen unterbrochene Studium mit der Diplomarbeit ab, der 2005 an der Universität Innsbruck eine Dissertation über prominente Quereinsteiger in der österreichischen Politik (Titel: "Image-Politik") folgte.

Heute ist Wolf Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an den Universitäten Innsbruck und Wien. Er liest gern, ist ein stiller Denker und heftiger Diskutierer, aber er sieht nicht Fern: Sein Instrument ist auch in der ZIB 2 nicht das Bild, sondern das Wort -das eigene wie das seiner Diskussions- und Interview-Partnerinnen und -Partner.

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