Eßl fordert Preisanpassung für Rindfleisch

Wirtschaftliche Lage der Rinderproduzenten angespannt

Wien (OTS) - "Während die allgemeine Nachfrage nach bäuerlichen Produkten sehr hoch ist, bleibt die wirtschaftliche Lage der Rinderproduzenten eher angespannt. Die Bauern sind nicht die Gewinner der Lebensmittel-Teuerungen, die in den vergangenen Wochen heftig diskutiert worden sind. Das Thema Preiserhöhungen kommt nicht zur Ruhe, weitere berechtigte Forderungen der Landwirtschaft liegen auf dem Tisch", betont der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Nationalratsabgeordneter Franz Eßl, der in diesem Zusammenhang auf die Preis- und Einkommenssituation im Bereich der Rinderbauern hinweist.

Wie aber stellt sich die Situation für den Konsumenten dar? Auch der Ruf nach der Notwendigkeit von amtlichen Preisregelungen, wie etwa in der Zeit vor dem Beitritt zur Europäischen Union, wurde unter anderem wieder laut. Wie die Situation aber tatsächlich aussieht, vermittelt eindrucksvoll ein Vergleich der Rindfleischpreise aus dem Jahr 1992 im Bundesland Salzburg mit den heutigen Angeboten:
Gulaschfleisch war damals beispielsweise mit ATS 105,- (EUR 7,63) pro kg reglementiert, heute sieht man Angebote hingegen bereits um EUR 3,99. Bedacht werden muss auch, dass bei diesem Vergleich die gestiegene Kaufkraft noch nicht eingerechnet ist.

"Die Entwicklung der Produzentenpreise bei Schlachtrindern und Rindfleisch ist deutlich zurückgeblieben. Sie war in den vergangenen Jahren bei Mastbetrieben ähnlich schlecht wie in der Milchwirtschaft. Auch unter Berücksichtigung der Direktzahlungen blieben die Einnahmen der Betriebe deutlich hinter den Ausgaben zurück, wie der Agrarpreisindex verdeutlicht. Laut diesem sind nämlich die Gesamtausgaben der Betriebe seit 1990 um insgesamt 19,3% angestiegen, die Schlachtviehpreise seit 1990 hingegen um bis zu 30% zurückgegangen. Diese niedrigen Preise sind auch durch Betriebsoptimierungen nicht aufzufangen. Hinzu kommt eine enorme Verteuerung bei Kraftfutter in diesem Jahr", so Präsident Eßl.

"Wenn wir also die heimische Rindfleischproduktion weiterhin aufrechterhalten wollen, ist eine Anhebung der Produzentenpreise eine logische Konsequenz. Schließlich hängt an der Viehwirtschaft mehr als nur die Fleischproduktion. So ist eine flächendeckende Bewirtschaftung nur mit Viehhaltung durch unsere Bauern möglich", stellt Eßl fest.
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