• 16.10.2007, 12:00:23
  • /
  • OTS0154 OTW0154

Plassnik: "Kein Grund zur Selbstgefälligkeit beim Menschenhandel"

Außenministerin eröffnet Veranstaltung "Gemeinsam gegen Menschenhandel" zusammen mit MinisterInnen Maria Berger, Doris Bures und Günther Platter

Wien (OTS) - "Menschenhandel hat viele, grausame Gesichter. 80%
der Opfer sind Frauen und Kinder. Sie sind die Hauptleidtragenden
dieser modernen Form der Ausbeutung und Misshandlung. Menschenhandel
ist eine der schwersten Verletzungen fundamentaler Menschenrechte und
eine Missachtung der menschlichen Würde", betonte Außenministerin
Ursula Plassnik bei der Eröffnung der heutigen Veranstaltung
gemeinsam mit Justizministerin Maria Berger, Frauenministerin Doris
Bures und Innenminister Günther Platter. Anlässlich des EU-Tages
gegen Menschenhandel, der am 18. Oktober erstmals begangen wird, lud
das Außenministerium zu dieser Veranstaltung unter dem Motto
"Gemeinsam gegen Menschenhandel".

"Die heutige Veranstaltung ist eine Premiere: dass vier
Regierungsmitglieder zusammenkommen, um sich gemeinsam dieses Themas
anzunehmen, zeigt die Vielschichtigkeit der Problemstellung, aber
auch den Willen zum gemeinsamen Engagement", so die Ministerin
weiter, die auf den Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel
verwies, der im März 2007 gemeinsam verabschiedet wurde. "Es geht
auch darum, die Öffentlichkeit auf diese oft zu wenig erkannte, ja zu
wenig wahrgenommene Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen.
Jeder Einzelne ist aufgerufen, zum Kampf gegen Menschenhandel
beizutragen."

"Kein Land ist gegen Menschenhandel immun. Auch Österreich ist
aufgrund seiner Lage im Zentrum Europas unmittelbar betroffen. Es
gibt daher keinen Grund zur Selbstgefälligkeit, sondern nur das
Bemühen, konkrete Verbesserungen zu bewirken", unterstrich Plassnik.
Der vom Außenministerium geleiteten innerösterreichischen "Task Force
Menschenhandel" komme dabei als "wichtigem Vernetzungs¬instrument"
zwischen Ministerien, Behörden, Ländern und NGO eine zentrale Aufgabe
zu.

Plassnik hob die Bedeutung einer zielgerichteten internationalen
und europäischen Zusammenarbeit in diesem Bereich hervor. Gerade Wien
als Sitz des UNO-Büros für Drogen und Verbrechensbekämpfung, der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und des
Internationalen Zentrums für die Entwicklung von Migrationspolitik
habe dabei eine besondere Netzwerkfunktion. So werde etwa das
UNO-Büro für Drogen und Verbrechensbekämpfung im Februar 2008 das
Wiener Forum ("Vienna Forum") gegen Menschenhandel veranstalten, mit
dem Ziel auf internationaler Ebene konkrete Ideen zu entwickeln, wie
Menschenhandel wirksam verhindert werden kann. Österreich habe auch
als erstes EU-Land die Konvention des Europarats gegen Menschenhandel
im Oktober 2006 genehmigt und bereits umsetzt. Notwendig sei zudem
die Zusammenarbeit mit so genannten Risikoländern, die Ausgangspunkt
von Schlepperbanden sind. Die österreichischen Vertretungen und
Konsulate in diesen Ländern seien beauftragt, besonders gefährdete
Personengruppen über mögliche Gefahren, die rechtliche Lage in
Österreich und über Notrufnummern zu informieren.

"Wir müssen das Potential in unserer ministeriumsübergreifenden
Zusammenarbeit in Zukunft auch auf europäischer Ebene besser nützen",
erklärte die Außenministerin. Sie habe daher beispielsweise gestern
beim EU-Außenministerrat eine gemeinsame Sitzung der Außen- und
Innenminister zum Thema Krisenmanagement und Katastrophenhilfe
angeregt. "Auch der Kampf gegen Menschenhandel verlangt eine stärkere
Bündelung unserer Kräfte und Möglichkeiten auf europäischer Ebene und
ist daher - wie Migration und Asyl - ein Problemkreis der gemeinsam
zu bearbeiten sein wird. Hier sind wir gemeinsam gefordert", so
Plassnik abschließend.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für europäische 
   und internationale Angelegenheiten
   Presseabteilung
   Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550
   Fax: ++43 (0) 50 1159-213 
   mailto:[email protected]
   http://www.aussenministerium.at
   http://www.bmeia.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel