Plassnik: "Kein Grund zur Selbstgefälligkeit beim Menschenhandel"

Außenministerin eröffnet Veranstaltung "Gemeinsam gegen Menschenhandel" zusammen mit MinisterInnen Maria Berger, Doris Bures und Günther Platter

Wien (OTS) - "Menschenhandel hat viele, grausame Gesichter. 80%
der Opfer sind Frauen und Kinder. Sie sind die Hauptleidtragenden dieser modernen Form der Ausbeutung und Misshandlung. Menschenhandel ist eine der schwersten Verletzungen fundamentaler Menschenrechte und eine Missachtung der menschlichen Würde", betonte Außenministerin Ursula Plassnik bei der Eröffnung der heutigen Veranstaltung gemeinsam mit Justizministerin Maria Berger, Frauenministerin Doris Bures und Innenminister Günther Platter. Anlässlich des EU-Tages gegen Menschenhandel, der am 18. Oktober erstmals begangen wird, lud das Außenministerium zu dieser Veranstaltung unter dem Motto "Gemeinsam gegen Menschenhandel".

"Die heutige Veranstaltung ist eine Premiere: dass vier Regierungsmitglieder zusammenkommen, um sich gemeinsam dieses Themas anzunehmen, zeigt die Vielschichtigkeit der Problemstellung, aber auch den Willen zum gemeinsamen Engagement", so die Ministerin weiter, die auf den Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel verwies, der im März 2007 gemeinsam verabschiedet wurde. "Es geht auch darum, die Öffentlichkeit auf diese oft zu wenig erkannte, ja zu wenig wahrgenommene Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen. Jeder Einzelne ist aufgerufen, zum Kampf gegen Menschenhandel beizutragen."

"Kein Land ist gegen Menschenhandel immun. Auch Österreich ist aufgrund seiner Lage im Zentrum Europas unmittelbar betroffen. Es gibt daher keinen Grund zur Selbstgefälligkeit, sondern nur das Bemühen, konkrete Verbesserungen zu bewirken", unterstrich Plassnik. Der vom Außenministerium geleiteten innerösterreichischen "Task Force Menschenhandel" komme dabei als "wichtigem Vernetzungs¬instrument" zwischen Ministerien, Behörden, Ländern und NGO eine zentrale Aufgabe zu.

Plassnik hob die Bedeutung einer zielgerichteten internationalen und europäischen Zusammenarbeit in diesem Bereich hervor. Gerade Wien als Sitz des UNO-Büros für Drogen und Verbrechensbekämpfung, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und des Internationalen Zentrums für die Entwicklung von Migrationspolitik habe dabei eine besondere Netzwerkfunktion. So werde etwa das UNO-Büro für Drogen und Verbrechensbekämpfung im Februar 2008 das Wiener Forum ("Vienna Forum") gegen Menschenhandel veranstalten, mit dem Ziel auf internationaler Ebene konkrete Ideen zu entwickeln, wie Menschenhandel wirksam verhindert werden kann. Österreich habe auch als erstes EU-Land die Konvention des Europarats gegen Menschenhandel im Oktober 2006 genehmigt und bereits umsetzt. Notwendig sei zudem die Zusammenarbeit mit so genannten Risikoländern, die Ausgangspunkt von Schlepperbanden sind. Die österreichischen Vertretungen und Konsulate in diesen Ländern seien beauftragt, besonders gefährdete Personengruppen über mögliche Gefahren, die rechtliche Lage in Österreich und über Notrufnummern zu informieren.

"Wir müssen das Potential in unserer ministeriumsübergreifenden Zusammenarbeit in Zukunft auch auf europäischer Ebene besser nützen", erklärte die Außenministerin. Sie habe daher beispielsweise gestern beim EU-Außenministerrat eine gemeinsame Sitzung der Außen- und Innenminister zum Thema Krisenmanagement und Katastrophenhilfe angeregt. "Auch der Kampf gegen Menschenhandel verlangt eine stärkere Bündelung unserer Kräfte und Möglichkeiten auf europäischer Ebene und ist daher - wie Migration und Asyl - ein Problemkreis der gemeinsam zu bearbeiten sein wird. Hier sind wir gemeinsam gefordert", so Plassnik abschließend.

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