Vorsicht Bauthermografie: Mit sinkenden Temperaturen steigt die Anzahl der "Aktionsangebote"

Wien (OTS) - Der nächste Winter naht und damit machen sich viele Hausbewohner wieder Gedanken über die zu erwartenden Heizkosten und über eine allfällige Sanierung.

Um nun die Schwachstellen "genau" auffinden zu können, wird vielerorts eine Thermografie-Messung, das ist eine Infrarot-Messtechnik, beworben und angeboten. Anhand von "bunten Bildern" glaubt man dann erkennen zu können, wie das Gebäude am besten zu sanieren sei.

Für die fachgerechte Beurteilung eines Einfamilienhauses beträgt der Zeitaufwand inkl. Vorbereitungsarbeiten, Messung und Befunderstellung ca. 5 bis 6 Stunden. "Aktionen", die immer öfter um 50 bis etwa 200 Euro angeboten werden und in der Regel aus ein paar wenigen "Bildern" von außen bestehen, sind nicht geeignet darauf Sanierungsmaßnahmen aufzubauen.

Mit einer Thermografie der Gebäudehülle von außen kann lediglich ein grober Überblick gegeben werden, dessen Ergebnisse nicht ausreichen, um Entscheidungen über den tatsächlichen Zustand der Bausubstanz zu treffen.

Nur eine richtig angewandte Thermografie (von innen, unterstützt durch Blower- door/Differenzdruckmessung) ermöglicht einen aussagefähigen Befund über eine Vielzahl von, für die Wärmeverluste bzw. die Energiebilanz verantwortlichen, gebäudetechnischen Faktoren.

Von außen kann keine Aussage über die oberste Geschossdecke bzw. ein ausgebautes Dachgeschoss, die Kellerdecke bzw. Fundamentplatte, die Außenfenster und Außentüren, sowie über die Dichtheit des Gebäudes und eine mögliche Gefahr von Schimmelbildung getroffen werden. Damit wird deutlich, dass ohne Innenthermografie und Dichtheitsmessung nur ein Bruchteil der wichtigen Gebäudedaten erfasst werden können.

Die Thermografie ist eine hochwertige Messtechnik für den Fachmann. Es ist daher bei einer Auftragsvergabe auf einschlägiges Fachwissen (Lehrberuf, berufsbildende Schule, Studium) und die Gewerbeberechtigung des Auftragnehmers zu achten. Weiterbildung wie z.B. Zertifizierung ist heute als Standard anzusehen.

Zusammenfassung:

Gezielte Sanierungsmaßnahmen sollten ausschließlich auf Basis einer vom Fachmann sach- u. fachgerecht durchgeführten Gebäudethermografie erfolgen. Maßnahmen einzuleiten, die nur auf der Basis einiger bunter Bildern von außen stehen, bedeutet in der Regel "Geld beim Fenster hinaus zu werfen".

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