- 11.10.2007, 14:19:05
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NÖ Ärzte werden Patienteninteressen schützen und weisen Vorwürfe des Patientenanwalts zurück
Präsident Reisner: "Dieser vermeintliche Patientenanwalt schützt maximal die Interessen der Politik, nicht der Patienten"
Wien (OTS) - Die niederösterreichische Ärzteschaft wehrt sich
entschieden gegen die Vorwürfe von Patientenanwalt Bachinger im ORF
Hörfunk: "Bei echten Missständen sieht der Patientenanwalt untätig
zu. So gibt es nie Vorwürfe seinerseits, wenn das Arbeitszeitgesetz
in den niederösterreichischen Krankenhäusern von den Ärztinnen und
Ärzten laufend überschritten werden muss, um alle Patienten
verantwortungsvoll behandeln zu können. Eine Wochenarbeitszeit von
100 Stunden und mehr ist für ihn kein Problem. Auch wenn Patienten im
Krankenhaus keine Fachärzte mehr antreffen, sondern aufgrund der
Rufbereitschaft erst ein Facharzt anreisen muss, kommt keine Kritik
von Bachinger. Ob das etwa daran liegt, dass Bachinger als treuer
Beamter lieber seinen Politikern dient als Patienteninteressen zu
vertreten?" kommentiert heute Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ
Ärztekammer, die Vorwürfe Bachingers scharf.
Nachdem die Artikel 15a-Vereinbarung entgegen den Zusagen von BM
Kdolsky nicht entschärft, sondern weiter patienten- und
ärztefeindlich in verschärfter Form beschlossen wurde, wehren sich
die Ärzte, um keine Verschlechterung des Gesundheitssystems
zuzulassen. Der stellvertretende Chef der niedergelassenen Ärzte, Dr.
Harald Schlögel kommentiert die neue Vereinbarung: "Das persönliche
Vertrauensverhältnis, das zwischen uns Ärzten und unseren Patienten
besteht, wird durch diese neue Vereinbarung zerstört. Niemand weiß,
ob wir unsere Ordinationen in dieser Form weiterführen können. Erst
wenn Kolleginnen und Kollegen ihre Ordinationen zusperren müssen,
wird man sich der guten alten Zeiten erinnern. Aber dann gibt es ja
die staatlichen Versorgungszentren, von denen sich die Politik noch
immer nicht klar distanziert hat! Die Patienten wollen eine
persönliche Betreuung und keine zentral gesteuerte Staatsmedizin. Ein
2-Klassen-System ist damit vorprogrammiert: entweder ich kann mir den
Privatarzt leisten oder ich muss mich mit dem Versorgungszentrum
begnügen. Ein Patientenanwalt, der diese fatale Entwicklung nicht
erkennt, sondern sie unterstützt, hat seine Daseinsberechtigung
verloren. Wir werden unsere Patienten auf jeden Fall nicht im Stich
lassen!"
Fixiert wurde in der Artikel 15a-Vereinbarung auch, dass künftig
die Überwachung der Ärzteausbildung von den Ländern übernommen werden
soll. Dies führt in Niederösterreich zu einer absurden Situation.
"Das Land hat damit die totale Kontrolle über den Spitalsbereich. Dem
Land gehören alle Spitäler, das Land macht die Gesetze für die
Spitäler, das Land betreibt und finanziert diese Spitäler und jetzt
wird sich das Land auch noch selbst kontrollieren. Und als nächsten
Schritt plant die Politik diese Kontrolle auf den niedergelassenen
Bereich auszuweiten. Dies kann nicht im Sinne einer modernen Medizin
sein, die sich an hohen Qualitätsstandards zu orientieren hat. Das
Nichtreagieren von Bachinger in dieser Angelegenheit zeigt seine
offensichtliche Abhängigkeit von seinen politischen Vorgesetzten. Und
die Schwächsten in diesem System sind die Patienten, auf deren Rücken
diese Abhängigkeit ausgetragen wird", so Reisner abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Birgit Jung
Pressestelle der Ärztekammer für NÖ
Tel.: 01/53 751 - 623
mailto:[email protected]
Mehr Details zum Thema unter www.arztnoe.at
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