Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge: Rotes Kreuz fordert Dotierung des Auslandskatastrophenfonds aus Mitteln des Klimafonds

Konsequenzen des Klimawandels sind ohne Prävention nicht in den Griff zu bekommen

Wien (Rotes Kreuz) - "250 Millionen Menschen werden jährlich Opfer von Naturkatastrophen. Das sind um ein Drittel mehr als vor zehn Jahren", alarmiert Max Santner, Leiter der Internationalen Hilfe des Österreichischen Roten Kreuzes. In weniger entwickelten Ländern hat sich die Zahl sogar verdoppelt. Anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorsorge am 10. Oktober, appelliert das Internationale Rote Kreuz gemeinsam mit den Vereinten Nationen an die Regierungen, die Mittel für Katastrophenvorsorge deutlich anzuheben. So auch die wiederholte Forderung, den Auslandskatastrophenfonds aus Mitteln des neu geschaffenen Klimafonds zu dotieren. "Allein mit 10 Prozent der mit 500 Millionen dotierten Mittel ließen sich entscheidende Maßnahmen setzen", so Santner.
Von 2004 bis 2006 ist die Anzahl der Rotkreuz-Katastropheneinsätze von 278 auf 482 gestiegen. Grund dafür sind in erster Linie meteorologische Ursachen aufgrund der Klimaveränderung. Während 2004 auf 54 Überflutungen reagiert wurde, sind es im Jahr 2006 schon 121. Im heurigen Jahr verzeichnet das Rote Kreuz alleine bis jetzt mehr als 100 Fluteinsätze. Die Zahlen bestätigen einmal mehr die jahrelangen Aufzeichnungen des Internationalen Roten Kreuzes: wetter-und klimabedingte Naturkatastrophen nehmen dramatisch zu. "Die entscheidenden Hilfsmaßnahmen in den kommenden Jahren bestehen in Risiko-Reduktion, sprich Anpassung an Risiken, die sich nicht mehr vermeiden lassen, und Katastrophenvorsorge", erklärt Max Santner. Trotz umfassender Zusagen seitens europäischer Staaten gehen nicht mehr als vier Prozent der Mittel für humanitäre Hilfe in Vorsorgemaßnahmen.
Maßnahmen des Roten Kreuzes sind u.a. gezielte Siedlungspolitik in flut- oder tsunamigefährdeten Gebieten Indonesiens, das Pflanzen von Mangrovenwäldern entlang der vietnamesischen Küste, um die zerstörerische Wucht von Taifunen abzufangen; die Finanzierung von Wasserstandsanzeigern in Mosambik, damit die Bevölkerung vor Fluten rechtzeitig flüchten kann; In der Vorsorge kosten diese Maßnahmen rund eine Million Euro und sparen in der Folge Jahr für Jahr fünfzehn Millionen an Wiederaufbau-Kosten. "Eine Investition, die sich ökonomisch betrachtet rechnet", so Santner.

Rückfragen & Kontakt:

ÖRK-Pressestelle
Mag. Andrea Winter
Tel: 01/58 900-153
Mobil: 0664/823 48 54
andrea.winter@roteskreuz.at
www.roteskreuz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK0001