- 08.10.2007, 10:15:24
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Arigona: Evangelische Kirche bietet Schutz und Betreuung an
Designierter Bischof Michael Bünker in der TV-Diskussion "Im Zentrum" - Einladung an Innenminister Platter
Wien (epdÖ) - "Wenn Arigona das möchte, können wir ihr einen Ort
anbieten, an dem sie Schutz und Begleitung finden kann", sagte der
desiginierte evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker am
Sonntagabend in der TV-Diskussion "Im Zentrum", die die
"Unmenschlichen Abschiebungen" thematisierte. Mit dem Diakoniezentrum
Spattstraße in Linz stehe, so Bünker, ein kompetentes Betreuungsteam
bereit. Auch wenn es nie nur um diejenigen gehen könne, "die es in
die Medien schaffen", müsse es "doch eine Lösung geben für dieses
Mädchen". Innenminister Günther Platter lud der desgnierte Bischof
ein, "mich anzurufen und zuzusichern, dass Arigona nicht persönlich
von der Abschiebung bedroht ist". Eine Antwort Platters steht noch
aus. Der Aufenthalt der 15-jährigen Arigona Zogaj ist weiter unklar.
Das Mädchen war im Zuge der Abschiebung ihres Vaters und ihrer
Geschwister untergetaucht.
Immer wieder würde unterstrichen, dass Europa von
christlich-jüdischen Werten geprägt sei, erinnerte Bünker in der
Live-Diskussion. Diese Werte, dass etwa jedem Menschen eine
unantastbare Würde zukomme, seien nicht aufteilbar auf In- oder
Ausländer, sondern müssten für alle gelten. Die Evangelische Kirche
habe "gute Gründe", für ein generelles Bleiberecht einzutreten, das
von einer Stichtagsregelung, etwa nach drei oder fünf Jahren
Aufenthalt, und einem geordneten Verfahren ausgeht. "Das Bleiberecht
ist eine Recht der Menschen und keine Bleibegnade", sagte Bünker, der
am 1. Jänner das Bischofsamt antritt. Viele warten "ohne Schuld viele
Jahre auf ein Ende des Verfahrens". Es wäre "ein guter Schritt,
dieses Bleiberecht umzusetzen, und dann zu schauen, wie wir geordnete
Zuwanderung gestalten können". Dass Österreich Zuwanderung brauche,
sei inzwischen allen klar.
Protest in Frankenburg - Oberkirchenrätin Reiner fordert sofortigen
Stopp der Abschiebungen
Am Samstag hat im oberösterreichischen Frankenburg eine
Protestkundgebung für die teilweise abgeschobene Familie Zogaj
stattgefunden. Rund 500 Menschen laut Angaben der Polizei, Medien
sprechen von bis zu 1000 Personen, nahmen daran teil, allen voran
Prominente wie der Schauspieler Alfons Haider oder der Schriftsteller
Franzobel sowie Politiker von SPÖ, ÖVP und den Grünen. Die
evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner
forderte bei der Kundgebung "die sofortige Beendigung der nun
laufenden Abschiebungen, die Achtung des Familienzusammenhalts und -
nach Befürwortung der jeweiligen Verantwortlichen auf Gemeinde- und
Landesebene - ein Bleiberecht für integrierte AsylwerberInnen, damit
Frankenburg und so manch andere Gemeinde in Österreich wieder zu dem
werden, was sie sind: Symbolgemeinden für Menschlichkeit und ein
friedliches Miteinander". Ein Gesetz, das sich in der Praxis als
inhuman erwiesen habe, "muss in einem Rechtsstaat geändert werden",
so das Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchenleitung.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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