• 04.10.2007, 11:06:16
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Bünker: Unmenschliche Fremdengesetze ändern

Evangelische Kirche kritisiert Regierungsbeschluss - Sturm: Rechtliche Basis, kein Gnadenakt - Reiner: Frankenburg war bereits Symbol für inhumane politische Entscheidung

Wien (epdÖ) - "Es ist keine Schande, unmenschliche Gesetze zu
ändern." Das erklärt der designierte evangelisch-lutherische Bischof
Dr. Michael Bünker in der Debatte um die Fremdengesetze. Am Mittwoch
hatte sich die Regierung gegen ein Bleiberecht und gegen eine
Entschärfung der Fremdengesetze ausgesprochen. Österreich profitiere
von gut integrierten Menschen, die Abschiebung von Kindern und
Familien sei ein "Skandal", hält Bünker dagegen fest.

Wiederholt hat die Evangelische Kirche ein gesetzlich geregeltes
Bleiberecht gefordert, unterstreicht der amtierende Bischof und
Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Mag.
Herwig Sturm. Integrierte bräuchten eine rechtliche Basis, auf die
sie sich verlassen könnten, keinen ungewissen "Gnadenakt", so der
Bischof. Sturm erinnert an die Dritte Europäische Ökumenische
Versammlung in Sibiu/Hermannstadt. Dort hätten sich "alle Kirchen
Europas hinter die hier bedrohten Menschen gestellt, weil es sich um
ein europäisches Problem handelt". In der Schlussbotschaft werden die
Staaten in Europa aufgerufen, "alle Anstrengungen zu unternehmen, die
Zuwanderung zu regularisieren, Migranten, Flüchtlinge und
Asylsuchende einzugliedern und den Zusammenhalt der Familie zu
achten".

Die lutherische Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner wird am Samstag
in Frankenburg an der Kundgebung für ein Bleiberecht teilnehmen. Im
Gespräch mit epd Ö verweist Reiner auf die Geschichte des Ortes:
"Frankenburg ist schon einmal Symbol geworden für eine falsche,
inhumane politische Entscheidung. Das darf sich nicht wiederholen",
warnt das Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchenleitung. Für
evangelische Ohren habe Frankenburg noch immer "Symbolklang". "Hier
wurde schon einmal ein Exempel statuiert, das dank der
Würfelspielgemeinde Frankenburg in der Bevölkerung wachgehalten
wird", so Reiner. Es dürfe nicht sein, "dass im 21. Jahrhundert eine
Familie, die bei uns bereits integriert ist, in eine ungewisse
Zukunft losgeschickt wird". Reiner: "Als evangelische ChristInnen
fordern wir die sofortige Beendigung der nun laufenden Abschiebungen,
die Achtung des Familienzusammenhalts und nach Befürwortung der
jeweils Verantwortlichen auf Gemeinde- und Landesebene ein
Bleiberecht für integrierte Asylwerber."

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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