- 03.10.2007, 16:56:58
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Eurofighter - Ein Thema macht Pause Von Peter Muzik
Vier Fragen an zwei Minister, mit der Bitte um Antwort
Wien (OTS) - Ein absolutes Reizwort hat sich aus dem Wortschatz
der Bundesminister Norbert Darabos und Martin Bartenstein scheinbar
völlig absentiert: Obwohl der zweite Jet am 13. September in Zeltweg
gelandet ist, scheint die leidige Thematik Eurofighter die beiden
nicht mehr zu interessieren. Was unverständlich ist, weil in diesem
Zusammenhang wichtige Fragen von öffentlichem Interesse immer noch
unbeantwortet sind.
Erstens - und diese Frage richtet sich an Darabos: - Ist die vom
Heeresminister am 27. Juni angekündigte Reduktion auf 15 Abfangjäger
überhaupt schon vertraglich fixiert? Anders formuliert: Ist sein
Kompromiss mit EADS, der Österreich - wie er vollmundig kundtat -
rund 350 Millionen Euro sparen helfen werde, bereits unterfertigt
und damit rechtskräftig - oder ist er das noch nicht? Und: Wenn ja,
wie viel wird sich die Republik unterm Strich tatsächlich ersparen
Zweitens ist die Frage gänzlich offen - und die geht an den
zuständigen Wirtschaftsminister -, wie stark die vereinbarten
Gegengeschäfte aufgrund der verringerten Stückzahl tatsächlich
schrumpfen werden? Nicht nur die zahlreichen heimischen Unternehmen,
die sich Hoffnungen machen, von diesem Kuchen etwas zu ergattern,
sollten endlich die Wahrheit erfahren, wie viel von den vier
seinerzeit vereinbarten Milliarden Euro noch übrig bleibt. Sollten
tatsächlich, wie gerüchteweise zu vernehmen ist, 500 Millionen Euro
wegfallen, wäre das für Österreichs Wirtschaft ein harter Schlag.
Drittens wäre es erfreulich, endlich einmal zu erfahren - auch dafür
ist Bartenstein zuständig -, wie viele Gegengeschäfte denn dank des
EADS-Konzerns bislang schon realisiert wurden, wie positiv sich also
die Anschaffung der Flieger für die heimische Industrie ausgewirkt
hat. Die bisherigen Angaben dazu sind alles andere als transparent:
Von Juli 2002 bis Ende 2005 sollen Verträge über 887,6 Millionen
fixiert und abgesegnet worden sein; im Vorjahr soll das Volumen rund
550 Millionen betragen haben - wobei nicht feststeht, ob die 117
genannten rot-weiss-roten Unternehmen tatsächlich vom Auftragsregen
der insgesamt rund 500 Zulieferer der EADS-Gruppe profitiert haben.
Es ist nämlich noch nicht fixiert, wie viel davon vom
Wirtschaftsministerium letztlich anerkannt werden.
Viertens wäre es dringend nötig, das ständige Tauziehen, welcher
Auftrag akzeptiert wird und welcher nicht, durch klare Regeln zu
ersetzen. Minister Bartenstein hat immerhin ein Gutachten in Auftrag
gegeben, wie etwa Drittgeschäfte zu behandeln seien. Wann wird denn
dieses Gutachten endlich fertig sein?
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/305
http://www.wirtschaftsblatt.at
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