- 03.10.2007, 14:54:07
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WKÖ-Präsident Leitl: "Wir brauchen in Österreich das beste Bildungssystem der Welt!"
"Kein Abschluss ohne Anschluss" - Plädoyer für Differenzierung und mehr Durchlässigkeit des Bildungssystems beim Sozialpartnerdialog in Bad Ischl
Wien (PWK737) - "Wir brauchen in Österreich das beste
Bildungssystem der Welt", forderte Christoph Leitl, Präsident der
Wirtschaftskammer Österreich, bei der Pressekonferenz aller vier
Sozialpartnerspitzen zum Auftakt des Sozialpartnerdialoges in Bad
Ischl. Schwerpunkt des sozialpartnerschaftlichen Dialogs ist das
Sozialpartnerkonzept "Chancen durch Bildung", das in Ischl
vorgestellt wurde und knapp zwei Tage lang diskutiert wird. Leitl
warnte aber auch vor Panikmache im Bildungskontext und wies auf
hervorragende Platzierungen österreichischer Teilnehmer etwa bei
Lehrlings-Weltmeisterschaften hin.
Die österreichische Bundesregierung stehe vor der "Mega-Aufgabe",
das Bildungssystem zu modernisieren. Es gelte, "jedem jede Chance zu
geben, die es möglich macht, sich das Wissen anzueignen, die
Tätigkeit auszuüben, von der sie oder er begeistert ist." "Die
Sozialpartner sind sich ihrer Verantwortung in diesem Zusammenhang
bewusst, zeigen Wege auf, bringen Experten-Know-How ein. All das soll
den Verantwortlichen helfen, geeignete Rahmenbedingungen zu
schaffen", sagte Präsident Leitl. "Unsere Vorschläge ergeben ein
stimmiges Gesamtkonzept, das sich dem Lernen vom ersten
Lebensabschnitt an mit Vorschule, der Schul- und Hochschulausbildung,
der Berufs- und Weiterbildung bis hin zum Thema ‚lebenslanges
Lernen’ widmet", hob der WKÖ-Präsident die Bandbreite des gemeinsamen
Sozialpartnerkonzepts hervor.
Als zentrale Punkte formulierte Leitl die Punkte
Chancenvermittlung, Förderung sowie mehr Durchlässigkeit des
Bildungssystems: "Es muss funktionieren, eine Lehre zu machen und von
dort - was bis jetzt noch nicht geht - in eine akadamische Ausbildung
überzuwechseln, also vom Lehrling zum Universitätsprofessor werden zu
können." Das werde auch in Zukunft nicht zum Regelfall werden, "aber
es soll möglich sein", forderte Leitl und gab in diesem Zusammenhang
die Devise aus: "Kein Abschluss ohne Anschluss."
Im Zusammenhang mit einer Reform des Schulwesens sprach sich Leitl
zu einem "Bekenntnis zu Neuem, aber zu Neuem, das besser ist als das
Alte" aus. Im Mittelpunkt müssen dabei die Differenzierung und
Wahlmöglichkeiten stehen, was durch eine modulare Struktur des
Bildungswesen zu erreichen sei. Im Zusammenhang mit der
Gesamtschuldebatte trat der WKÖ-Chef für diverse Schulversuche ein.
Hier könne man unter Einbindung der Schulpartner Neues erproben.
Vehement trat er für die Einführung eines kostenlosen, aber
verpflichtenden Vorschuljahres für alle, die nicht über die
notwendige Volksschulreife verfügen, ein. Ebenso forderte er die
Errichtung einer Ganztagsschule in jedem Bezirk in relativ kurzer
Zeit. Leitl: "Das ist ein ganz wichtiger Beitrag zur besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie."
Große Bedeutung komme weiters der Berufsinformation zu, die der
WKÖ-Chef als "Bringschuld an die junge Generation" definierte. Diese
sei umso wichtiger, als sich die Berufswünsche vieler Mädchen noch
immer auf Berufe wie Friseurin oder Verkäuferin, bei jungen Männern
unter anderem auf Kfz-Mechaniker fokussieren. Neben den Zuständigen
in Politik, Schulen und Informationseinrichtungen sieht Leitl aber
auch die Eltern und die jungen Menschen selbst in der Verantwortung.
Er forderte auch Anreize durch die öffentliche Hand ein,
insbesondere, was das lebenslange Lernen und die Weiterbildung von
Älteren betrifft. Es gelte, das Potenzial im eigenen Land
auszuschöpfen, und zwar ganz. Leitl: "Wir wollen die
bestausgebildeten Menschen im weltweiten Vergleich. Österreich steht
auch in den Disziplinen Aus- und Weiterbildung in Konkurrenz mit der
ganzen Welt." (JR)
Rückfragehinweis:
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