Gipfel der Zukunftsgeneration der Sozialpartner

3. Oktober 2007, Bad Ischl

Wien (PWK734) - Die Zukunftsgeneration der Sozialpartner bekennt sich in Übereinstimmung mit der österreichischen Bundesregierung zum EU-weiten Lissabon-Prozess. Will das Ziel erreicht werden, die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum zu transformieren, so muss besonderes Augenmerk auf Bildung und Ausbildung gelegt werden. Zwar ist Bildung im Zuge des Lebenslangen Lernens ein nie abgeschlossener Prozess, dennoch ist keine andere Gesellschaftsgruppe von den Rahmenbedingungen der (Aus-)Bildung derart betroffen wie Kinder und Jugendliche.

Die schulische Bildung dient dazu, Jugendliche auf eine weiterführende Ausbildung bzw. die Berufstätigkeit vorzubereiten. Aus diesem Grund soll die Schule Jugendlichen sowohl fachliche wie auch persönlichkeitsbildende Kompetenzen vermitteln.

Es ist uns wichtig, festzuhalten, dass Bildung und Ausbildung nicht allein dem Herbeiführen von "Arbeitsmarktfähigkeit" dienen. Bildung dient vor allem auch der persönlichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Um teilhaben zu können an Gesellschaft und Arbeitswelt, bedarf es des Wissens um die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Demokratie und Innovation beruhen auf und speisen sich aus informierten, eigenständig handelnden und denkenden Personen.

Die Zukunftsgeneration Sozialpartner unterstützt das generelle Ziel eines modernen, an den Prinzipien des lebensbegleitenden Lernens ausgerichteten Bildungssystems, das europa- und weltweit Beachtung findet.

Bezugnehmend auf das Papier "Chance Bildung" der Sozialpartner halten wir im Zusammenhang mit der Frage der (Aus-)Bildung künftiger Generationen für besonders wichtig: Das Bekenntnis zur Durchlässigkeit, zur umfassenden Berufsinformation und zur Integration.

Durchlässigkeit

Besonders begrüßt die Zukunftsgeneration Sozialpartner den Benchmark zu Erhöhung des Anteils an Lehrlingen und Lehrabsolventinnen, die die Berufsreifeprüfung ablegen. Die Berufsreifeprüfung soll in Zukunft Lehrlingen aller Berufsfelder als freiwillige Möglichkeit offen stehen.

Auch für die Anerkennung non-formaler Aus- und Weiterbildung soll in Zukunft ein praktikables Modell entwickelt werden.

Bildungs- und Berufsorientierung als fixer Bestandteil

Generell regt die Zukunftsgeneration Sozialpartner an, dass die Berufsorientierung im Rahmen der schulischen Bildung in allen Schulstufen und Schulformen zum fixen Bestandteil wird. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Praxis des Berufes durch zB. Betriebsbesuche, Schnupperpraktika und Gespräche mit PraktikerInnen erhalten. Neben dem Besuch von Berufsinformationsmessen oder den Berufsinformationszentren der anerkannten Weiterbildner (Wifi, bfi, LFI, ams), soll die Möglichkeit zur Absolvierung von Potenzialanalysen und Berufsinfotests wie zB. http://www.bic.at/, http://www.berufskompass.at oder der AK-Begabungstest ebenfalls standardmäßig angeboten werden.

Die Zukunftsgeneration der Sozialpartner freut sich, dass auch ein verstärktes Augenmerk darauf gelegt werden soll, dass Frauen und Mädchen für technische Berufe begeistert und ausgebildet werden sollen. Initiativen wie der Töchtertag oder Girls Day sollen im Rahmen der Berufsorientierung stärker beworben werden.

Integration

Die Zukunftsgeneration der Sozialpartner begrüßt, die Einführung eines verpflichtenden gebührenfreien Vorschuljahres, damit jene Kinder, die einer besonderen Förderung bedürfen, dem Volksschulunterricht bestmöglich folgen können. Darüber hinaus halten wir es für notwendig, dass im Deutschunterricht in der Volksschule bei Bedarf StützlehrerInnen eingesetzt werden, damit alle Kinder möglichst früh und möglichst umfassend die deutsche Sprache beherrschen.

Darüber hinaus erachtet es die Zukunftsgeneration der Sozialpartner aber für notwendig, dass Integration zum Thema im Unterricht in allen Schulstufen gemacht wird. Das Kennenlernen, der Umgang mit und das Wissen um das Miteinander verschiedener Kulturen muss fix im Lehrplan verankert werden.

Im Bekenntnis zu Europa halten wir es darüber hinaus für notwendig bestehende Austauschprogramme für Schüler/innen und Lehrlinge bekannter zu machen und auszubauen. (us)

Jürgen Michlmayr, ÖGJ
Harald Gatterer, Junge Wirtschaft
Johannes Kessel, Landjugend

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