- 03.10.2007, 11:52:44
- /
- OTS0128 OTW0128
Expertendiskussion ortet fehlende Lobby für Tourismus in Österreich
Diskussionsrunde zum Thema "Ist Schnee das Einzige, das dem Tourismus in Tirol fehlt?" - Medien-Analyse zeigt Kulturthemen als Vorreiter touristischer Berichterstattung.

Innsbruck (OTS) - Dem österreichischen Tourismus fehlt eine starke
Lobby. Das stellten Tiroler Tourismusexperten am Dienstagabend bei
einer Diskussionsrunde - organisiert von der APA - Austria Presse
Agentur und der Tiroler Mediengruppe Moser Holding - in Innsbruck
fest. "Als medial unterbelichtet" bezeichnete Heidi Glück, ehemalige
Pressesprecherin von Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), dieses
Thema. Den Grund dafür ortete sie unter anderem in "urbaner
Überheblichkeit gegenüber dem alpinen Raum".
"Der Tourismus hat gar keine Lobby", sagte Christian Harisch,
Obmann des Tourismusverbandes Kitzbühel und kritisierte in diesem
Zusammenhang den zuständigen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein
(V). "Bartenstein ist der Tourismus in Wahrheit wurscht", meinte er.
Er mache den Journalisten wegen der kargen Berichterstattung zum
Thema Tourismus gar keinen Vorwurf. "Die Leute interessiert eben
mehr, wer der Taufpate von Fiona's Baby ist, als wie viel die
Bergbahnen im vergangenen Winter investiert haben", befand Harisch.
"Wenn ich die Top-Themen der Reisejournalisten kenne, kann ich mit
den richtigen PR-Botschaften eher landen", so die These von Clemens
Pig, Geschäftsführer des Innsbrucker MediaWatch Instituts für
Medienanalysen. In die gleiche Kerbe schlug Waltraud Wiedermann,
Geschäftsführerin von APA-DeFacto: "Zentrale Fragen von
PR-Verantwortlichen im Tourismus sind etwa 'Über welche Regionen wird
am meisten berichtet und welches Image haben sie?' und 'Welche Themen
dominieren die Medien?'".
Eine Präsenz-Analyse österreichischer Tourismusregionen von 66
Printmedien aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und dem
norditalienischen Raum hatte ergeben, dass im Sommer vor allem Wien
und Salzburg mit Kulturberichterstattung dominieren. Bei den Themen
stehen an erster Stelle mit 30,8 Prozent Festivals und Festspiele, an
zweiter Stelle kommt Wandern mit 26,4 Prozent, ergab die Analyse der
APA-Tochter MediaWatch.
Negative Berichterstattung im Tourismus gebe es vor allem im
Zusammenhang mit Katastrophen, Schnee- und Personalmangel sowie
Nächtigungsrückgängen, führte Glück in ihrem Vortrag aus. "Im letzten
Winter wurden wir regelrecht zugeschüttet von der
Klimaberichterstattung", meinte etwa Josef Margreiter, Direktor der
Tirol Werbung. Das habe eine "Weltuntergangsstimmung" erzeugt, die in
keiner Relation zu den tatsächlichen Verhältnissen gestanden sei.
"Die Welt kann ohne Angst nicht existieren, sonst könnte man sie
nicht regieren", zitierte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel den
Schriftsteller Michael Crichton.
Er habe keine Angst, fügte er bei der Veranstaltung mit dem Titel
"Ist Schnee das Einzige, das dem Tourismus in Tirol fehlt?" hinzu.
"Wenn wir zu wenig Schnee haben, müssen wir ihn uns halt machen",
meinte Schröcksnadel. Er sehe kein Problem, wenn man in Schneekanonen
investiere. "Der Winter ist für mich noch lange nicht tot", sagte der
Präsident des Österreichischen Skiverbandes.
SERVICE: Der Vortrag von Clemens Pig und Waltraud Wiedermann zum
Download: http://www.ots.at/apa-tt-02102007.php
Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Barbara Rauchwarter Leiterin Marketing & Kommunikation APA - Austria Presse Agentur Tel.: +43/1/360 60-5700 mailto:[email protected] www.apa.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | APR








