Ostimporte - Kofferraumhunde

Biedermannsdorf (OTS) - Seit dem Zerfall des Ostblocks beschäftigt uns das Thema der illegalen Importe von Hundwelpen aus den "östlichen" Nachbarländern. Mit der Osterweiterung und der bevorstehenden bzw. absehbare Ausdehnung des "Schengen" Raumes droht eine neue große Welle von illegalen Hundeimporten. Betroffen sind in jüngster Zeit nicht nur Rassehundewelpen, sondern auch so genannte Mischlinge.

Der Wegfall der bisher schon spärlichen Grenzkontrollen und amtstierärztlichen Überprüfungen lassen eine Überschwemmung Österreichs mit Hundewelpen aus den Zuchtfabriken der Nachbarländer befürchten. Völlig anders ist die Situation bei illegalen Welpenimporten. In einem Kofferraum - nach einem unklaren Zuchtvorgang geboren, werden die Welpen ohne vorhandenem Impfschutz viel zu früh der Mutter weggenommen, zu 20, 30 und mehr in einen Kofferraum gepfercht und nach Österreich transportiert. Dort wird dann versucht, sie meist völlig verängstigt bei jeder möglichen Gelegenheit an den Mann/Frau zu bringen. Dass die manchmal bei Verkauf gezeigten Papiere (Ahnentafel, Impfpass) sprichwörtlich "das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden" versteht sich von selbst. Selbstverständlich werden durch diese Vorgangsweise wichtige Sozialisierungsphasen missachtet und der Gesundheitsstatuts nicht berücksichtigt.

Resultat sind wesensgeschädigte kranke Junghunde, die den neuen Besitzer viel Leid eintragen. Längst ausgerottet geglaubte Hundekrankheiten, wie etwa Staupe und Katzenseuche, treten wegen des nicht vorhandenen Impfschutzes wieder häufig auf.

Was müssen wir angesichts der bevorstehenden neuen Importwelle von der Politik verlangen?

- Klare gesetzliche Regelungen des Hundehandels: der Hund ist in Bezug auf Handel und Steuer immer noch eine Sache. Über tierschutzrelevante Begleitumstände des Welpenhandels gibt es daher keine genauen Bestimmungen (Unterscheidung zwischen gewerbsmäßiger Hundezucht und Handel und Liebhaberei)

- Klares Bekenntnis zur Einhaltung bestehender gesetzlicher Regelungen in Bezug auf Tierschutz und Tierseuchen und damit auch zur Gesunderhaltung des inländischen Hundebestandes.

- Anordnung von verstärkten Kontrollen und verstärkte einschlägige Ausbildung der Kontrollorgane (Polizei).

- Verhängen von relevanten Strafen und Maßnahmen: die Beschlagnahme von Hundewelpen ertappter Händler führt nicht zum Ziel, da im Überfluss für Nachschub aus den Tierfabriken im Osten gesorgt ist. Wichtig wäre die Verhinderung des Verkaufsversuches etwa durch Konfiszierung des Kraftfahrzeuges.

Was können wir tun?

  • Aufklärung und Beratung - jeder Hundeliebhaber sollte gegen illegale Ostimporte in seinem Bekanntenkreis auftreten Auch auf die fehlenden Sozialisierung und die damit meist verbundenen Verhaltensstörungen sollte hingewiesen werden.
  • Wird ein Fall des illegalen Welpenhandels bekannt, so sollte dieser unbedingt sofort angezeigt werden,
  • Hundekauf aus dem Ausland sollte nur mit Export-Pedigree erfolgen. Der Welpe gelangt direkt vom Züchter zum späteren Besitzer.
  • Hundezüchter sollten bestrebt sein, alle Auflagen der qualitätsgesicherten Hobbyzucht nachzukommen

Die österreichische Kynologie und damit unsere Hundezüchter brauchen eine seriöse Konkurrenz keinesfalls zu fürchten. Zu ausgefeilt sind unsere Zuchtvorschriften und veterinärmedizinischen Untersuchungsmethoden, die die Basis für die Züchtung des gesunden, wesensfesten und rassetypischen Welpen darstellen. Unsere Qualitätskontrollen, wie Prüfungen, Shows, Wurfbesichtigung, Kennzeichnung der Welpen, Abstammungskontrollen usw. sichern die tierschutzgerechte Zucht und Aufzucht unserer Rassehunde. Die Eintragung in das Österreichische Hundezuchtbuch und die Ausstellung einer ÖKV Ahnentafel sind das sichtbare Zeichen für die gesicherte Herkunft des Welpen.

In Zeiten des freien "Warenverkehrs" und des Reiseverkehrs ohne behindernde Grenzkontrollen wird es dem illegalen Handel mit Welpen aus dem Osten leicht gemacht, sein lukratives, schmutziges Geschäft zu betreiben. Setzen wir all unsere Anstrengungen daran, das Geschäft mit Hundewelpen aus dem Osten zu unterbinden.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Kynologenverband
Siegfried- Marcus - Strasse 7, A-2362 Biedermannsdorf
Tel.: 02236 710 667 -0
http//www.oekv.at
office@oekv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KYV0001