- 03.10.2007, 10:48:56
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Ostimporte - Kofferraumhunde
Biedermannsdorf (OTS) - Seit dem Zerfall des Ostblocks beschäftigt
uns das Thema der illegalen Importe von Hundwelpen aus den
"östlichen" Nachbarländern. Mit der Osterweiterung und der
bevorstehenden bzw. absehbare Ausdehnung des "Schengen" Raumes droht
eine neue große Welle von illegalen Hundeimporten. Betroffen sind in
jüngster Zeit nicht nur Rassehundewelpen, sondern auch so genannte
Mischlinge.
Der Wegfall der bisher schon spärlichen Grenzkontrollen und
amtstierärztlichen Überprüfungen lassen eine Überschwemmung
Österreichs mit Hundewelpen aus den Zuchtfabriken der Nachbarländer
befürchten. Völlig anders ist die Situation bei illegalen
Welpenimporten. In einem Kofferraum - nach einem unklaren
Zuchtvorgang geboren, werden die Welpen ohne vorhandenem Impfschutz
viel zu früh der Mutter weggenommen, zu 20, 30 und mehr in einen
Kofferraum gepfercht und nach Österreich transportiert. Dort wird
dann versucht, sie meist völlig verängstigt bei jeder möglichen
Gelegenheit an den Mann/Frau zu bringen. Dass die manchmal bei
Verkauf gezeigten Papiere (Ahnentafel, Impfpass) sprichwörtlich "das
Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden" versteht sich
von selbst. Selbstverständlich werden durch diese Vorgangsweise
wichtige Sozialisierungsphasen missachtet und der Gesundheitsstatuts
nicht berücksichtigt.
Resultat sind wesensgeschädigte kranke Junghunde, die den neuen
Besitzer viel Leid eintragen. Längst ausgerottet geglaubte
Hundekrankheiten, wie etwa Staupe und Katzenseuche, treten wegen des
nicht vorhandenen Impfschutzes wieder häufig auf.
Was müssen wir angesichts der bevorstehenden neuen Importwelle von
der Politik verlangen?
- Klare gesetzliche Regelungen des Hundehandels: der Hund ist in
Bezug auf Handel und Steuer immer noch eine Sache. Über
tierschutzrelevante Begleitumstände des Welpenhandels gibt es
daher keine genauen Bestimmungen (Unterscheidung zwischen
gewerbsmäßiger Hundezucht und Handel und Liebhaberei)
- Klares Bekenntnis zur Einhaltung bestehender gesetzlicher
Regelungen in Bezug auf Tierschutz und Tierseuchen und damit auch
zur Gesunderhaltung des inländischen Hundebestandes.
- Anordnung von verstärkten Kontrollen und verstärkte einschlägige
Ausbildung der Kontrollorgane (Polizei).
- Verhängen von relevanten Strafen und Maßnahmen: die Beschlagnahme
von Hundewelpen ertappter Händler führt nicht zum Ziel, da im
Überfluss für Nachschub aus den Tierfabriken im Osten gesorgt
ist. Wichtig wäre die Verhinderung des Verkaufsversuches etwa
durch Konfiszierung des Kraftfahrzeuges.
Was können wir tun?
- Aufklärung und Beratung - jeder Hundeliebhaber sollte gegen illegale Ostimporte in seinem Bekanntenkreis auftreten Auch auf die fehlenden Sozialisierung und die damit meist verbundenen Verhaltensstörungen sollte hingewiesen werden. - Wird ein Fall des illegalen Welpenhandels bekannt, so sollte dieser unbedingt sofort angezeigt werden, - Hundekauf aus dem Ausland sollte nur mit Export-Pedigree erfolgen. Der Welpe gelangt direkt vom Züchter zum späteren Besitzer. - Hundezüchter sollten bestrebt sein, alle Auflagen der qualitätsgesicherten Hobbyzucht nachzukommen
Die österreichische Kynologie und damit unsere Hundezüchter
brauchen eine seriöse Konkurrenz keinesfalls zu fürchten. Zu
ausgefeilt sind unsere Zuchtvorschriften und veterinärmedizinischen
Untersuchungsmethoden, die die Basis für die Züchtung des gesunden,
wesensfesten und rassetypischen Welpen darstellen. Unsere
Qualitätskontrollen, wie Prüfungen, Shows, Wurfbesichtigung,
Kennzeichnung der Welpen, Abstammungskontrollen usw. sichern die
tierschutzgerechte Zucht und Aufzucht unserer Rassehunde. Die
Eintragung in das Österreichische Hundezuchtbuch und die Ausstellung
einer ÖKV Ahnentafel sind das sichtbare Zeichen für die gesicherte
Herkunft des Welpen.
In Zeiten des freien "Warenverkehrs" und des Reiseverkehrs ohne
behindernde Grenzkontrollen wird es dem illegalen Handel mit Welpen
aus dem Osten leicht gemacht, sein lukratives, schmutziges Geschäft
zu betreiben. Setzen wir all unsere Anstrengungen daran, das Geschäft
mit Hundewelpen aus dem Osten zu unterbinden.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Kynologenverband
Siegfried- Marcus - Strasse 7, A-2362 Biedermannsdorf
Tel.: 02236 710 667 -0
http//www.oekv.at
mailto:[email protected]
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