- 27.09.2007, 10:48:13
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Oberkirchenrätin Reiner fordert verstärkten Dialog mit der Orthodoxie
Kritik an Sibiu bei einem Pressegespräch in Wien
Wien (epdÖ) - Kritisch beurteilen führende VertreterInnen der
Evangelischen Kirchen in Österreich Verlauf und Ergebnis der 3.
Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu.
Bei einem Pressegespräch am 26. September in Wien erklärte
Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner: "Meine Erwartungen waren von
vornherein nicht sehr hoch." Es sei jedoch eine Herausforderung für
die Kirchen Europas gewesen, der Orthodoxie in einem orthodox
bestimmten Land "auf neue Weise zu begegnen". In diesem Zusammenhang
machte Reiner darauf aufmerksam, dass die orthodoxen ChristInnen in
Europa zahlenmäßig stark zunehmen. So sei der Zulauf orthodoxer
Studierender zur Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien
bemerkenswert und "spannend". Für die evangelischen Kirchen gelte es,
sich intensiv auf den Dialog mit der Orthodoxie einzulassen.
Hennefeld: "Scheinverhandlungen"
Der reformierte Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld äußerte
sich im Blick auf die Versammlung in Sibiu zufrieden darüber, dass
die Spannungen zwischen den westlichen Kirchen und der Orthodoxie
nicht zugenommen hätten. Allerdings seien Probleme und Konflikte
zwischen den Kirchen nicht diskutiert worden. Enttäuschend sei auch,
dass seit der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung, die vor zehn
Jahren in Graz stattfand, kein Fortschritt zu verzeichnen gewesen
sei. Im Schlussdokument von Sibiu finden sich, so Hennefeld,
"Allgemeinplätze und wenig Konkretes". Ein Dialog sei offenbar nicht
möglich gewesen, das habe zu "Scheinverhandlungen" geführt. "Klare
Zeichen", so Hennefeld, hätten gefehlt.
Dankbar für die "ökumenische Gemeinschaft und Verbundenheit" zeigte
sich der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm. Ziel der Ökumene sei
es, die Realität unterschiedlicher christlicher Kirchen wahrzunehmen
und "trotzdem miteinander den dreieinigen Gott zu bekennen". Als
wesentlichen Schritt zum ökumenischen Zusammenleben betrachtet der
Bischof die Rezeption der Aufklärung durch die Kirchen und die
moderne Welt.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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