Oberkirchenrätin Reiner fordert verstärkten Dialog mit der Orthodoxie

Kritik an Sibiu bei einem Pressegespräch in Wien

Wien (epdÖ) - Kritisch beurteilen führende VertreterInnen der Evangelischen Kirchen in Österreich Verlauf und Ergebnis der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu.

Bei einem Pressegespräch am 26. September in Wien erklärte Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner: "Meine Erwartungen waren von vornherein nicht sehr hoch." Es sei jedoch eine Herausforderung für die Kirchen Europas gewesen, der Orthodoxie in einem orthodox bestimmten Land "auf neue Weise zu begegnen". In diesem Zusammenhang machte Reiner darauf aufmerksam, dass die orthodoxen ChristInnen in Europa zahlenmäßig stark zunehmen. So sei der Zulauf orthodoxer Studierender zur Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien bemerkenswert und "spannend". Für die evangelischen Kirchen gelte es, sich intensiv auf den Dialog mit der Orthodoxie einzulassen.

Hennefeld: "Scheinverhandlungen"

Der reformierte Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld äußerte sich im Blick auf die Versammlung in Sibiu zufrieden darüber, dass die Spannungen zwischen den westlichen Kirchen und der Orthodoxie nicht zugenommen hätten. Allerdings seien Probleme und Konflikte zwischen den Kirchen nicht diskutiert worden. Enttäuschend sei auch, dass seit der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung, die vor zehn Jahren in Graz stattfand, kein Fortschritt zu verzeichnen gewesen sei. Im Schlussdokument von Sibiu finden sich, so Hennefeld, "Allgemeinplätze und wenig Konkretes". Ein Dialog sei offenbar nicht möglich gewesen, das habe zu "Scheinverhandlungen" geführt. "Klare Zeichen", so Hennefeld, hätten gefehlt.

Dankbar für die "ökumenische Gemeinschaft und Verbundenheit" zeigte sich der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm. Ziel der Ökumene sei es, die Realität unterschiedlicher christlicher Kirchen wahrzunehmen und "trotzdem miteinander den dreieinigen Gott zu bekennen". Als wesentlichen Schritt zum ökumenischen Zusammenleben betrachtet der Bischof die Rezeption der Aufklärung durch die Kirchen und die moderne Welt.

Rückfragen & Kontakt:

epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
epd@evang.at
http://www.evang.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EPD0002