• 25.09.2007, 10:00:02
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ÖAMTC-Baustellentest 2007: Jede vierte Baustelle im Test mangelhaft (+Fotos, +Grafik, +Beta TV-Material)

Europas Baustellen "glänzen" durch zu viel Mittelmaß

Wien (OTS) - 50 Großbaustellen in elf europäischen Ländern standen
beim diesjährigen ÖAMTC-Baustellentest auf dem Prüfstand. Für jede
vierte europäische Baustelle gab es ein vernichtendes Urteil.
"Gesamtbetrachtet gibt es zu wenig wirklich gute, beispielhafte
Lösungen, dafür zu viel Mittelmaß", sagt ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy
Matzke. Vor wenigen Wochen erst raste ein Schweizer Autolenker in
eine schlecht abgesicherte Baustelle - drei Menschen starben, sechs
wurden verletzt. In Slowenien starben sieben Personen bei einem
Horrorcrash nahe der slowenischen Hauptstadt Laibach Ende August. Den
Baustellentestern bot sich in so manchem europäischen Land ein
erschreckendes Bild. Als letzte in der Wertung findet sich heuer zum
zweiten Mal eine spanische Baustelle. Der Testsieger kommt aus
Österreich, gefolgt von einem Briten und einem Niederländer. Aber:
"Auch in Österreich gibt es noch einige Leichen im Keller", sagt
Matzke.

"Die Asfinag hat gelernt. Österreichs Baustellen sind im
Europavergleich top. Bereits zum zweiten Mal darf sich ein
österreichisches Testobjekt mit dem Lorbeerkranz des Siegers
schmücken, nämlich die Baustelle bei Enns auf der West Autobahn
(A1)", sagt der ÖAMTC-Experte. Mangelhaft fiel jedoch das Urteil für
die Baustelle bei Pörtschach auf der Süd Autobahn (A2) aus .Die
Verkehrsführung fiel den Testern negativ auf, weil die Gestaltung der
Fahrspur-Verschwenkung als auch die Ein- und Ausfahrten Mängel
aufwiesen. Abstriche gab es auch bei der Sicherheit: "Pannenbuchten
sind häufig mit zu großer Distanz angelegt. Fast überall waren
hauptsächlich die linken Fahrspuren zu schmal, was die Fahrsicherheit
beeinträchtigte und zu schlechten Wertungen führte", erklärt der
ÖAMTC-Experte.

Sparautobahnen sind sicherheitsgefährdend

Österreichs Autobahnen sind teilweise so alt, dass sie generell
erneuert werden müssen. "Die Erweiterung der Süd Autobahn auf vier
Fahrstreifen pro Richtung wird uns noch jahrelang beschäftigen", sagt
Matzke. "Und dann gibt es noch einige echte Leichen im Keller. Das
sind all jene Sparautobahnen, die unverantwortlich schmal gebaut
worden sind. So z.B. der Wechselabschnitt auf der A2, Teile der Ost
Autobahn (A4) und weite Abschnitte der Phyrn Autobahn (A9) zwischen
dem Voralpenkreuz und Gratkorn in der Steiermark." Als Sorgenkind
sieht der ÖAMTC-Verkehrsexperte auch die Semmering Schnellstraße (S6)
und die Murtal Schnellstraße (S36). Auf Österreichs Autofahrer kommt
also noch eine Lawine an Baustellen zu.

Schwaches Ergebnis für Deutschland und die Schweiz

Wenig Vorzeigbares haben die deutschen Nachbarn zu bieten: Kein
sehr gut, drei gut, zwei ausreichend und drei mangelhaft. "Ein fast
schon katastrophales Ergebnis lieferten die getesten Baustellen bei
den sicherheitsrelevanten Einrichtungen. Keine einzige Baustelle
schaffte eine positive Wertung, Passau war sogar eine glatte
Nullnummer", urteilt der ÖAMTC-Verkehrsexperte. Von Hinweisen auf
Geschwindigkeitskontrollen hielt man bei den getesteten Objekten
offensichtlich gar nichts. Auch Pannenbuchten fehlten meist.

Ein schwaches Ergebnis fuhr auch die Schweiz ein. Ein Mal gut,
zwei Mal ausreichend, zwei Mal mangelhaft. Defizite gab es vor allem
bei der Sicherheit. Teilweise gab es keine Pannenbuchten und große
Mängel bei der sicheren Abtrennung des Arbeitsbereichs - gefährlich
nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für die Bauarbeiter. Auch
auf eine ordnungsgemäße Markierung der Fahrbahn sollte man sich dort
nicht verlassen. Den absoluten Tiefpunkt setzte in dieser Hinsicht
die Baustelle bei Neuchâtel. "Die schöne, breite Fahrbahn war
schlampig markiert, sodass für die Autofahrer unklar blieb, ob ein
oder zwei Fahrspuren befahrbar sind", kritisiert der ÖAMTC-Experte.

Im Urlaubsländer-Vergleich schneidet Italien erstaunlich gut
ab

Vier Mal gut und ein Mal ausreichend - mit diesem erfreulichen
Ergebnis ist Italien Vizemeister im Ländervergleich. Das negative
Bild aus den beiden vorangegangenen Baustellentests hat sich komplett
gewandelt - und die Italiener schafften es damit endlich, den
Teufelskreis schlechter Platzierungen in der Reihe der EuroTests zu
durchbrechen.

Ganz anders in Slowenien. Eine Baustelle ist sehr mangelhaft, eine
mangelhaft. Informationen über Anlass, Dauer, Gesamt- und Restlänge
der Baustelle kennt man hier überhaupt nicht. Pannenbuchten fanden
sich auch keine und natürlich fehlten auch Hinweise auf
Geschwindigkeitskontrollen.

Auch für das aufstrebende Urlaubsland Kroatien gibt es kein
Ruhmesblatt. Teilweise fehlten die Pannenbuchten oder ersatzweise
durchgehende Standstreifen. Notrufsäulen suchte man vergebens. Auch
der Arbeitsbereich für die Bauarbeiter war nicht immer sicher
abgetrennt.

Ziemlich gut sind die französischen Baustellen. Schwierig wird es
aber mit der Information, wenn man kein Französisch kann.

Auch in den nordischen Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden
ist es generell um die Sicherheit in Baustellenbereichen nicht gut
bestellt. Großbritannien schneidet vor allem deshalb sehr gut ab,
weil ganz grobe Verkehrseinschränkungen auf die Nachtstunden
reduziert werden. Der Wegfall einer Fahrspur wird tagsüber einfach
nicht toleriert, Videoüberwachung und ein Abschleppdienst rund um die
Uhr zeigen, dass in Großbritannien das gelebt wird, was auch bei uns
oberstes Gebot sein sollte, nämlich Flüssigkeit des Verkehrs. "Denn
das verhindert Unfälle und nutzt der Umwelt am meisten", so Matzke
abschließend.

Nähere Infos unter www.oeamtc.at/tests.

Aviso an die Redaktionen:
Fotos und eine Grafik zum ÖAMTC-Baustellentest 2007 sind im
ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse abrufbar. Beta
TV-Material kann bei der ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit unter (0)1 711
99 1218 angefordert werden.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Lydia Öttl
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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