- 22.09.2007, 08:00:00
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"profil": Ausschreibung der Seipel-Nachfolge könnte bereits der erste Schritt zur Auflösung des KHM-Museumskomplexes sein
Geheimfavorit von Kulturministerin Schmied: Kunsthallenchef Gerald Matt
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, dürfte die von Kulturministerin
Claudia Schmied für Ende Oktober angekündigte Ausschreibung des
Direktorenpostens im Kunsthistorischen Museum eine wichtige
museumspolitische Weichenstellung bereits beinhalten: Die
Ausschreibung wird dem Vernehmen nach auf jene Kernkompetenzen
konzentriert sein, die man benötigt, um das Haupthaus zu führen.
Damit deutet sich der nächste Schritt in der Neugestaltung der
Wiener Museumslandschaft an: Der KHM-Komplex, dem Wilfried Seipel
unter Ägide der damaligen Bildungsministerin Elisabeth Gehrer 2001
das Völkerkunde- und das Theatermuseum einverleibt hat, könnte somit
demnächst bereits Geschichte sein.
Die Liste kolportierter Kandidaten für den Direktorensessel im KHM
erweitert sich dagegen täglich: Neben Albertina-Direktor Klaus
Albrecht Schröder werden derzeit der Frankfurter Museumsmann Max
Hollein und Belvedere-Chefin Agnes Husslein als Favoriten genannt.
Aus dem engsten Kreis um Schmied hört man indes, dass vor allem
Kunsthallenchef Gerald Matt sehr gute Chancen einzuräumen seien.
Albertina-Chef Schröder übt Kritik an Seipels Führung des Hauses:
Er bedauert das Fehlen tauglicher Wechselausstellungshallen, zudem
konstatiert er "Erneuerungsbedarf" in der Hängung der Gemälde. Auch
die ökonomische Misere des Hauses führt Schröder auf Seipels
unternehmerische Schwächen zurück: "Ich glaube, dass die
Sponsorenmittel, über die wir in der Albertina verfügen, im KHM in
doppelter Höhe zu lukrieren, also auf vier bis fünf Millionen Euro im
Jahr zu steigern sein müssten."
Seine parteipolitische Exponiertheit wertet Seipel retrospektiv
als Fehler: "Ein Museumsdirektor sollte sich nicht zu nahe an die
Politik heranmachen." Die Debatten um die Neuordnungen der Museen
hält er jedoch "für völlig unnötig. Dieser Ordnungstrieb erinnert an
Planwirtschaft. Man soll nicht alles zu Tode regeln."
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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