- 20.09.2007, 16:57:57
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SJ Steiermark: "Falsches Land - Falsche Tafel" - Nein zur Ehrung von Agnes Millonig
Wien (OTS) - Die SJ Steiermark (SJ) hielt am Donnerstag, den 20.
September 2007, als Protest gegen die Gedenktafelenthüllung für Agnes
Millonig, eine Medienaktion unter dem Motto "Falsches Land! - Falsche
Tafel!" in Neumarkt ab. Die Neumarkterin Millonig schrieb nicht nur
die vierte Strophe der Kärntner Landeshymne, sondern beschwor mit
ihrem Gedicht "Das Heilige Ja" auch den Anschluss Österreichs an
Hitler-Deutschland.
Für Wolfgang Moitzi, Landesvorsitzender der SJ Steiermark, ist
diese Gedenktafel nicht akzeptabel: "Die Gedenktafel bezieht sich auf
das, was Millonig im Laufe ihres Lebens geschrieben hat und dabei
muss man auch auf die politischen Inhalte ihrer Texte Rücksicht
nehmen. Aber anscheinend stört es die Verantwortlichen nicht, dass
Millonig zum Anschluss an Nazi-Deutschland aufrief und jede
Neinstimme als Hochverrat und Verbrechen brandmarkte."
Dass die Gedenktafel mit 15 Monaten Verspätung doch angebracht
wird, stimmt auch den Murauer Bezirksvorsitzenden der SJ, Max
Lercher, nachdenklich: "Es gab in unserem Bezirk zwei Außenstellen
des Konzentrationslagers Mauthausen und dazwischen prangt nun eine
Gedenktafel für eine Befürworterin des Regimes, welches für die
Schandtaten an diesen beiden Orten verantwortlich ist. Es wäre
sinnvoller die geschichtliche Aufarbeitung dieser Zeit zu forcieren
und das Bewusstsein, dass so etwas nie wieder passieren darf, zu
fördern, anstatt einfach zu vergessen, was einmal war."
Das Engagement des Kärntner Landeshauptmannes für diese
Gedenktafel stößt bei beiden Vorsitzenden auf Unverständnis. "Bisher
war uns nur bekannt, dass Jörg Haider das Taferlrücken Freude
bereitet. Dass ihm auch das Aufstellen und Enthüllen Spaß macht, ist
uns neu. Bei diesem neuen Hobby würden wir ihn auch unterstützen,
wenn er auf Ehrungen für ehemalige Nazis verzichtet und stattdessen
die längst fälligen zweisprachigen Ortstafeln in seinem Bundesland
aufstellt", so die beiden Vorsitzenden.
An den Bürgermeister Racz richtet die SJ folgende Aufforderung:
"Gerade als DemokratInnen sollten wir uns von der NS-Zeit klar
distanzieren, dazu gehört es auch, dass man auf Ehrungen von
NS-Mitgliedern verzichtet. Denn die Sozialdemokratie stand in ihrer
langen Geschichte immer auf der Seite der Republik und der Demokratie
und hat immer gegen antidemokratische Kräfte wie den
Nationalsozialismus und für die Erhaltung der Demokratie in
Österreich gekämpft!"
Fotos der Aktion sind bei der SJ Steiermark erhältlich.
Rückfragehinweis:
SJ Steiermark
Udo Hebesberger
Tel.: 0664/830 44 18
http://www.sj-stmk.at
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