Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: "Ein Reindling löst keine Probleme" (von Ralf Mosser)

Ausgabe, 20. September 2007

Klagenfurt (OTS) - Landeshauptmann Jörg Haider hat also einen Kärntner Reindling als Geschenk eingepackt und ist zum Dalai Lama nach Melk gereist, um mit ihm über die Probleme bei der Errichtung des Tibet-Zentrums in Hüttenberg zu plaudern. Nach der einstündigen Besprechung verkündete Haider, dass das Tibet-Zentrum gerettet sei. So ganz nebenbei meinte der Reindlingüberbringer, eine Exklusivitätserklärung der Tibeter für das Projekt in Hüttenberg sei "irreal".

Die Crux an der Geschichte: Gerade die Weigerung der Tibeter, eine Exklusivitätserklärung abzugeben, hat das Projekt erst ins Stocken gebracht. "Ohne eine solche "Erklärung ist das Projekt wertlos", hatte Robert Rogner sen. immer wieder verlauten lassen. Dazu ist die Exklusivität eine Bedingung dafür, dass vom Bund 6,1 Millionen Euro an Förderung fließen.

Haider hat das Problem nicht gelöst (dazu hätte es wohl mehr als eines Reindlings und ein bisschen Reden bedurft), sondern bestenfalls negiert. Der Ausflug nach Melk hat sich für ihn trotzdem ausgezahlt. Er konnte sich selbst als Retter feiern und kann, wenn das Projekt scheitert, der Firma Rogner den Schwarzen Peter zuschieben. Das hilft dem Land Kärnten und den leidgeprüften Görtschitztalern nicht weiter, tut aber Haider sicher gut.

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