• 19.09.2007, 13:37:33
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  • OTS0192 OTW0192

Blauzungenkrankheit : Österreich ist erstmals von einer Überwachungszone betroffen

Der Mensch ist durch das BT-Virus nicht gefährdet.

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und
Jugend teilt mit, dass Österreich von einer Überwachungszone
betroffen ist, die auf Grund des Auftretens der Blauzungenkrankheit
in Baden-Württemberg von Deutschland eingerichtet wurde.
Die Ausläufer der 150 km-Überwachungszone berühren österreichisches
Staatsgebiet in den Vorarlberger Gemeinden Gaißau und Höchst sowie
das Naturschutzgebiet Rheindelta am Ufer des Bodensees.
Österreich ist daher - ohne selbst einen Ausbruch von
Blauzungenkrankheit zu haben - von den Maßnahmen der Überwachung
betroffen.

In diesem Gebiet sind bei landwirtschaftlichen Betrieben, die
Tiere halten, die erkranken können (Schafe, Ziegen und Rinder)
klinische Untersuchungen durchzuführen und die Kontrollen der
Überträger (Mücken) fortzusetzen.

Tierseuche und Maßnahmen dagegen
Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue) ist eine Viruserkrankung der
Rinder, Schafe und Ziegen und wildlebender Wiederkäuer, verursacht
durch das Bluetongue (BT)-Virus. Die Übertragung erfolgt
hauptsächlich durch Stechmücken (Culicoides). Der Mensch ist durch
das BT-Virus nicht gefährdet.
Blauzungenkrankheit ist anzeigepflichtig, das heißt, dass jeder
Verdacht dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden muss. Der
Amtstierarzt nimmt von den verdächtigen Tieren Blutproben und schickt
sie an das nationale Referenzlabor der AGES in Mödling.
Ist der Befund der AGES positiv, werden im Umkreis von 100 km bzw.
150 km um den Betrieb Schutz- und Überwachungszonen gelegt. In diesen
Zonen ist der Handel mit lebenden Wiederkäuern und deren Produkten
(Samen, Eizellen, Embryonen) nur in Ausnahmefällen möglich. Fleisch
und Milch von gesunden Tieren aus den Zonen sind für den menschlichen
Verzehr geeignet.

Überwachungsprogramm in Österreich
Aufgrund des erstmaligen Auftretens der Blauzungenkrankheit in
einigen mittel- und nordeuropäischen Ländern im August 2006 haben die
österreichischen Behörden im Frühjahr 2007 ein Überwachungsprogramm
entwickelt. Die Überwachung stützt sich auf klinische und
serologische Untersuchungen sowie ein flächendeckendes Programm zur
Feststellung des Vorkommens der Überträgermücken (Vektoren).

Im Referenzlabor (AGES) wurden 2007 über 23.400 Blutproben von
Rindern, Schafen und Ziegen auf Antikörper gegen BT untersucht. Alle
Proben - auch die über 400 aus Vorarlberg - waren negativ. Das
bedeutet, dass kein untersuchtes Tier an BT erkrankt war.
Innerhalb Österreichs wurden 50 Mückenfallen in landwirtschaftlichen
Betrieben aufgestellt. Die gefangenen Mücken werden von ZoologInnen
des Naturhistorischen Museums in Wien untersucht. In den
Sommermonaten 2007 wurden mehr als 1,2 Mio. Culicoides-Mücken
bestimmt und in verschiedene Gruppen eingeteilt.
Umfangreiche Schulungsmaßnahmen gewährleisten, dass die
österreichischen TierärztInnen mit dem klinischen Erscheinungsbild
der Erkrankung vertraut sind und im Verdachtsfall die notwendigen
Maßnahmen einleiten werden.

Das BMGFJ steht in laufendem Kontakt mit den Behörden der
betroffenen Ländern und der Europäischen Kommission, um eventuell
notwendige weitere Maßnahmen umgehend einleiten zu können.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
   DI (FH) Lukas Pohl
   Öffentlichkeitsarbeit 
   Radetzkystraße 2, 1030 Wien
   Tel.: 01/71 100-4403
   Fax:  01/71 100-14305
   mailto:[email protected]

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