Tumpel: Österreich braucht nationalen Hochschul-Entwicklungsplan

Jüngster OECD-Bericht zeigt, dass Österreich bei Bildungschancen im internationalen Vergleich hinterherhinkt

Wien (OTS) - "Ein nationaler Hochschul-Entwicklungsplan ist überfällig", sagt AK Präsident Herbert Tumpel nach dem jüngsten OECD-Bildungsbericht, "in Österreich müssen mehr Menschen als derzeit die Chance auf bestmögliche Qualifikation und damit höheres Einkommen bekommen. Mit 20 Prozent ist der Anteil der jungen Menschen mit Hochschulabschluss zu niedrig." Besorgnis erregend sei, dass nach wie vor die berufliche Stellung und das Einkommen der Eltern starken Einfluss auf die Bildungschancen in Österreich haben. Damit mehr junge Menschen in Österreich ein Studium beginnen können, fordert die AK einen mehrjährigen bundesweiten Hochschulentwicklungsplan. Nötig sei auch, gerade für Berufstätige den Hochschulzugang ohne traditionielle Matura zu fördern. Wichtig sei nicht zuletzt, Bildungsreformen von der Vorschule über die spätere Trennung von SchülerInnen auf dem weiteren Bildungsweg bis zu mehr und besseren Ausbildungsplätzen für über 15-Jährige voranzutreiben, damit die Chancen auf Höherqualifizierung steigen.

In einem mehrjährigen bundesweiten Hochschulentwicklungsplan soll etwa festgelegt werden, welche Studienangebote an welchen Standorten ausgebaut werden oder wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden vor allem in den so genannten Massenfächern stufenweise verbessert wird. Nötig ist auch ein zwischen Universitäten und Fachhochschulen abgestimmtes Studienangebot. Für die vielen berufstätigen Studierenden muss die leichtere Vereinbarkeit von Studium und Beruf möglich gemacht werden, zum Beispiel durch berufsbegleitende Studienangebote in Studienrichtungen mit einem hohen Erwerbstätigenanteil wie Wirtschaftsstudien und Jus, mehr Abend- und Blockveranstaltungen, verstärkte Anrechnung von einschlägiger beruflicher Erfahrung im Studium. Verstärkt werden soll die Unterstützung Studierender ohne traditionelle Matura, etwa durch eine höhere Altersgrenze für den Bezug von Stipendien. Zudem soll das Beihilfensystem so umgestaltet werden, dass die sozialen Barrieren beim Zugang zum Studien wirksamer abgebaut werden.

Wichtig ist nach Auffassung der Arbeiterkammer auch, die aktuell diskutierten Bildungsreformen voranzutreiben. Um mehr Kindern und Jugendlichen die Chance auf höhere Qualifikation zu bieten, tritt die Arbeiterkammer für ein verpflichtendes, gebührenfreies Vorschuljahr für alle ein, soll die Entscheidung über den späteren Bildungsweg nicht bereits getroffen werden müssen, wenn die Kinder erst zehn Jahre alt sind, ist es wichtig, rasch die im Regierungsprogramm versprochene Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr umzusetzen.

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