- 18.09.2007, 14:14:39
- /
- OTS0231 OTW0231
Nachhaltigkeit auf der Schiene
Bei den ÖBB drückt sich in Nachhaltigkeit mit die Strategie aus, Top-Bahn in Europa zu werden.
Wien (OTS) - Für griffige Slogans waren und sind die ÖBB immer gut
- man denke etwa an "Nerven sparen..." - mit der Nachhaltigkeit
gewinnt nun das Profil der ÖBB eine neue Dimension. Seit Jänner 2005
arbeiten die ÖBB als Unternehmensgruppe mit einer neuen Struktur,
Montag Abend präsentierte der Konzern seinen ersten
Nachhaltigkeitsbericht.
Und der verdeutlicht: Die ÖBB hängen als umweltfreundlichster
Mobilitätsanbieter ihre größten Konkurrenten, nämlich Straße und
Flugzeug, in der Klimabilanz deutlich ab. Zum Grundsätzlichen führt
Generaldirektor Mag. Martin HUBER einleitend aus: "Unser
Nachhaltigkeitsbericht ist eine wichtige Messlatte für die Zukunft,
es geht dabei um mehr als nur Klimaschutz, wir tragen Verantwortung
für die Gesellschaft, für die Umwelt und als Arbeitgeber auch für
unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das oberste Ziel ist nicht
Gewinnmaximierung, es geht um mehr Personen- und mehr
Gütertransporte. Täglich benützen etwa 1,2 Millionen Menschen unsere
Bahn und unsere Busse im Rahmen der gemeinwirtschaftlichen
Leistungen. Der Staat als Eigentümer muss seinen Verpflichtungen
nachkommen - im Sinne dieser gemeinwirtschaftlichen Leistungen tragen
wir auch die Verantwortung für 43.000 Menschen, die in den ÖBB
arbeiten". Der Bahn-Spitzenmanager weist auch auf die erfreuliche
Entwicklung, was den Frauenanteil bei den ÖBB-Mitarbeitern betrifft,
hin. Deren Anteil habe sich von 2005 auf 2006 nahezu verdoppelt (3,5
auf 6,25 Prozent), für 2010 planen die ÖBB einen Frauenanteil von
mindestens 10 Prozent, im operativen Bereich werden mittlerweile
Frauen ganz gezielt angesprochen und ausgebildet; derzeit arbeiten
schon 50 Lokführerinnen, 2005 waren es erst 28.
Angepeilt werden die kontinuierlichen Steigerungen der Fahrgast-
und Tonnage-Zahlen. Mit einem Plus von 8 Mio. Reisenden und 5 Mio.
Tonnen Gütern ist das im Geschäftsjahr 2006 sehr gut gelungen,
kommentiert HUBER. Die Erträge sind dabei um knapp 9 Prozent
gestiegen, die Produktivität um 16 Prozent, die Gewinne um knapp 100
Prozent. Als wichtige Voraussetzung für weitere Fahrgast- und
Tonnagezuwächse ist der Ausbau der Schieneninfrastruktur
voranzutreiben, deshalb haben die ÖBB im Jahr 2006 1,6 Milliarden
Euro in diesen Ausbau investiert; 2007 - 2010 werden es insgesamt 6,4
Milliarden Euro sein.
"Jeder Gewinn für die Bahn ist ein Gewinn für die Umwelt"
postuliert HUBER, was den Umwelt- und Klimavorteil der Bahn betrifft.
Ein einziger Bahnfahrer spart der Umwelt auf der Strecke Wien-Bregenz
77 kg CO2 - jede Bahnfahrt ist damit ein Beitrag zum Klimaschutz.
Im Jahr 2006 haben sich 196 Millionen Mal Bürgerinnen und Bürger in
Österreich entschieden, so die Umwelt zu schützen, den ÖBB-Postbus
mit eingerechnet, haben die ÖBB im letzten Jahr sogar 443 Mio.
Fahrgäste. "Unterm Strich liegt die Bahn in der CO2 Bilanz fünf Mal
besser als der PKW und fast 17 Mal besser als der LKW" verweist der
Bahnchef auf eine aktuelle Berechnung des Umweltbundesamtes.
Was zukünftige Vorhaben betrifft, sollen bis 2015 alle Bahnhöfe
mit einer täglichen Frequenz von mehr als 2.000 Personen, sowie der
jeweils wichtigste Bahnhof jeder Bezirkshauptstadt barrierefrei
ausgebildet sein, also mit Rampen, Liften, Blindenleitsystemen,
absenkbaren Pulten an Informationsschaltern und Rollstuhlhebeliften.
Dass die Behauptung der Stellung als führender Verkehrsträger auch
im wirtschaftspolitischen Wertewandel mit manchen Turbulenzen
verbunden ist, zeigt der sprichwörtliche "Blick über den Zaun". In
der BRD ist (wieder einmal) ein Streit um die Privatisierung der Bahn
entflammt. Dem Vernehmen nach müssen Bundespolitiker und Bahnmanager
bei der Privatisierung deutlich auf die Bremse steigen, denn die
Länder stellen die Signale auf Rot. Der Gesetzentwurf passe nicht zum
Grundgesetz, weil sich das rechtliche Eigentum des Bundes am
Schienennetz als leere Hülle erweise. Außerdem kämen auf die Länder
enorme zusätzliche Kosten zu, moniert der Leiter der Deutschen
Verkehrsministerkonferenz, Karl Heinz DAEHRE, aus Sachsen-Anhalt. Die
Länder fürchteten auch, dass die Bahn nach der Privatisierung den
Nahverkehr massiv einschränke, bis zu 10.000 Kilometer im
Streckennetz könnten stillgelegt werden.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Wirtschaftspressedienst (ÖWP)
Peter Karl Ziwny
[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGW






