20 Jahre Montreal Protokoll zum Schutz der Ozonschicht

Wien/Montreal (OTS) - Anfang der 80er Jahre wurde bei Messungen
der höheren Atmosphärenschichten ein massiver Abbau des Ozonmantels festgestellt. Als Reaktion darauf wurde 1987 das Montreal Protokoll verabschiedet. Ziel war der stufenweise Ausstieg aus der Produktion und dem Verbrauch von Ozon abbauenden Stoffen. "Das mittlerweile von 191 Staaten ratifizierte Montreal Protokoll ist eines der erfolgreichsten internationalen Umweltschutzabkommen. Besonders in den EU-Mitgliedsstaaten wurden die Forderungen des Protokolls in einigen Bereichen übertroffen. Unsere Hauptaufgabe für die Zukunft ist es, diesen Prozess unumkehrbar zu machen und so eine vollständige Regeneration der Ozonschicht zu sichern", sagte Günter Liebel, Sektionschef im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft bei der 19. Vertragsstaatenkonferenz, die derzeit in Montreal stattfindet.

Als eines der grundlegenden Prinzipien des Protokolls wurde die Ausstiegsverpflichtung sowohl den Industriestaaten als auch den Entwicklungsländern auferlegt. In den Industiestaaten wurde der Ausstieg aus Ozon abbauenden Stoffen bereits Mitte der Neunzigerjahre realisiert. In den Entwicklungsländern wird dieser Prozess bis 2010 abgeschlossen sein. Zur Unterstützung bei der Umsetzung wurde ein Fonds eingerichtet, der durch die Industriestaaten finanziert wird und aus dem Umstellungsprojekte in Entwicklungsländern gefördert werden.

In Österreich wurde das Montreal Protokoll in Form mehrerer Verordnungen zum Chemikaliengesetz umgesetzt. Darüber hinaus wurde unter österreichischem EU-Vorsitz 1998 die EU-Ozonverordnung verhandelt, wo es Österreich gelang, einen weitgehenden Ausstieg aus Ozon abbauenden Stoffen EU-weit durchzusetzen. Ozon abbauende Stoffe dürfen in der EU heute nur mehr in ganz wenigen Bereichen eingesetzt werden: HFCKW als Kältemittel zum Nachfüllen in bestehenden Kälteanlagen (Neuerrichtung ist bereits verboten), Halone als Feuerlöschmittel in der Zivilluftfahrt und in militärischen Anwendungen sowie die Verwendung Ozon abbauender Stoffe als Laborchemikalien. Bei Asthmasprays wird die Umstellung auf FCKW-freie Produkte zurzeit abgeschlossen.

Beobachtungen der unteren Atmosphären zeigten in den vergangenen Jahren eine deutliche Abnahme der Konzentration der Verursachersubstanzen. Die Wiederherstellung der Ozonschicht auf ein Niveau vor 1980 wird für die Mitte dieses Jahrhunderts prognostiziert. Das teilt das Lebensministerium abschließend mit.

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