• 17.09.2007, 09:38:23
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Bioethanolanlage in Pischelsdorf nimmt plangemäß Probebetrieb auf

Rübenbauern: Vollbetrieb wegen hoher Getreidepreise vorerst verschoben

Wien (OTS) - Die Bioethanolanlage in Pischelsdorf steht nunmehr
vor der Fertigstellung und wird Anfang Oktober plangemäß den
Testbetrieb aufnehmen, sodass die technische Abnahme erfolgen kann.
Aufgrund der zurzeit auf Rekordniveau befindlichen internationalen
Getreidepreise ist es aber wirtschaftlich nicht sinnvoll, nach dem
bevorstehenden Testbetrieb der Bioethanolanlage in Pischelsdorf in
den Vollbetrieb überzugehen. Dieser wird vorerst verschoben. Dies
teilten "Die Rübenbauern", der Zusammenschluss der rund 9.000
Rübenbauern in Österreich, heute in einer Aussendung mit. Die
Rübenbauern sind als Gesellschafter mit 25,1% an der Agrana
Bioethanol GmbH., der Betreibergesellschaft des Ethanolwerkes,
beteiligt. Der Hauptgesellschafter mit 74,9% ist die Agrana Stärke
GmbH.

"Grund der Beteiligung für die Rübenbauern war einerseits die
Reform der Zuckermarktordnung, die den Export von Zuckerüberschüssen
nicht mehr ermöglicht. Durch witterungsbedingte Ertragsschwankungen
haben wir mit der Bioethanolanlage eine sinnvolle
Verwertungsmöglichkeit der Zuckerrüben außerhalb der Quote für unsere
Mitglieder. Weiters war es unser Ziel, die Nachfrage nach agrarischen
Rohstoffen zu verbessern und damit die Märkte und den Preis auf ein
höheres Niveau zu stabilisieren", erklärte Ernst Karpfinger,
Präsident der Vereinigung Die Rübenbauern.

Trockenheit und Nachfrage nach Futtergetreide treiben Getreidepreise
in die Höhe

Derzeit sind die Preise für Getreide und Mais weltweit auf einem
historischen Höchststand. Dieser ist laut Experten eine Folge der
weltweit engen Versorgungslage, nachdem ungünstiges Wetter schwache
Ernten verursachte und gleichzeitig global die Nachfrage vor allem
nach Futtergetreide stark zunimmt. Alleine in der EU-27 brachte die
Getreideernte 2007 15 bis 20% weniger Menge gegenüber einem
Normaljahr, in Österreich waren es 10 bis 15% weniger als in einem
Normaljahr. Außerdem sind die Preise nach Ansicht vieler
Marktteilnehmer maßgeblich durch Spekulation branchenfremder Anleger
an den internationalen Terminbörsen zusätzlich in die Höhe lizitiert
worden.

Die Rübenbauern gehen davon aus, dass aufgrund des derzeitigen
Preisniveaus hinkünftig die Produktion von landwirtschaftlichen
Rohstoffen sowohl in der EU als auch weltweit wieder verstärkt
wahrgenommen wird. Alleine die von der EU geplante Freigabe der
derzeit in Österreich stillgelegten rund 90.000 ha Ackerfläche für
den Anbau zur Ernte 2008 stellt ein Produktionspotenzial in der
Größenordnung des Zehnfachen der für 2007 kontrahierten Anbaufläche
von Ethanolweizen dar. Durch diese Produktionsanreize können sich die
Preise sowohl für Rohstoffproduzenten als auch für Anlagenbetreiber
in ein für beide Seiten vernünftiges Niveau einpendeln.

"Die nachhaltige Produktion von biogenen Rohstoffen für die
Energieerzeugung wird jedenfalls einen dauerhaften und verlässlichen
Marktanteil innerhalb der europäischen Energiequellen haben", ist
Karpfinger überzeugt.

Ausbau des Kontraktanbaus von Ethanolgetreide für 2008

Ein wesentliches Element zur Stabilisierung der Märkte wird
künftig ein verstärkter Kontraktanbau sein, um Nahrungsmittel,
Futtermittel und Energie in ausreichender Menge und Qualität
bereitzustellen.

"Für uns Rübenbauern steht fest, dass, obwohl die
Bioethanolerzeugung nur einen verschwindend kleinen Prozentsatz der
Getreideproduktion verarbeitet, die Erzeugung von Lebensmitteln und
Futtermitteln Vorrang vor der Erzeugung biogener Rohstoffe für die
Energiegewinnung hat. Zu dieser gesellschaftlichen Verantwortung
stehen wir, auch wenn wir Teilhaber an der Bioethanolanlage sind",
stellte Karpfinger weiters klar.

Die Getreidemengen der rund 8.000 ha (knapp 3% der gesamten
Weizenfläche 2007), die über den Kontraktanbau der Ernte 2007 zur
Verfügung stehen, werden jedenfalls zu den vereinbarten Preisen
aufgekauft und zu Bioethanol verarbeitet.

Um die Kontraktmengen weiter auszubauen, bieten Die Rübenbauern
ihren Mitgliedern auch heuer wieder für die Ernte 2008 Anbau- und
Lieferverträge für Ethanolgetreide an, die mit dem Getreidehandel und
Agrana vertraglich abgesichert sind. Für die Rübenbauernbetriebe
gestalten sich diese Verträge besonders attraktiv und für die
Ethanolanlage werden damit kalkulierbare Getreidemengen aus
heimischer Produktion bereitgestellt, die zur Versorgungssicherheit
der Bioethanolanlage wesentlich beitragen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Präs. DI Ernst Karpfinger
DIE RÜBENBAUERN
Lerchengassse 3-5
1080 Wien, Tel.: 0664 17 38 249
mailto: e.karpfinger@rueben.at

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