- 15.09.2007, 09:00:00
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Stellungnahme* zur Stellungnahme von Dkfm. Dr. Mirko Kovats zur Causa E & I vom 14. September 2007
Wien (OTS) - 1. Natürlich ist die A-Tec Industries AG von der
"Causa E & I", die ab Montag Gegenstand eines Strafprozesses wegen
des Verbrechens der betrügerischen Krida sein wird, auf mehrfache
Weise berührt. Dies beweist allein schon die Tatsache, dass der
Aktienkurs von A-Tec Industries seit Bekanntwerden der Causa um rund
dreißig Prozent fiel.
Zum zweiten ist Herr Dr. Kovats selbst es, der seine privaten
Geschäfte mit A-Tec Industries verquickt. Erst vor wenigen Wochen
mussten zwei Gesellschaften, und zwar die Jet-Invest
Anlagenvermietungs GmbH, FN 255025m HG Wien, sowie die KPS
Beteiligungs GmbH, FN 226839m HG Wien, von Amts wegen gemäß § 40 FBG
wegen Vermögenslosigkeit gelöscht werden. Beide Gesellschaften hatten
ihren Sitz am Firmensitz der A-Tec Industries AG und bei beiden war
Herr Dr. Kovats Geschäftsführer, im Falle der KPS Beteiligungs GmbH
war außerdem auch noch Herr Dipl.Ing. Christian Schmidt als weiteres
Vorstandsmitglied von A-Tec Industries als Geschäftsführer tätig.
Nicht zuletzt deshalb hatten schon vor einigen Wochen besorgte
Anleger den Wiener Rechtsanwalt Dr. Georg Vetter mit einer Anfrage an
den Vorstand von A-Tec Industries beauftragt. Eine Antwort erhielt
Dr. Vetter allerdings trotz Urgenz bis zum heutigen Tag nicht.
2. Herr Dr. Kovats behauptet, nur in der Anfangsphase
Geschäftsführer der E. & I. Immobiliendevelopment GmbH. Nfg. KEG
gewesen zu sein. Wahr ist: Die Geschäftsführung dieser KG hatte von
deren Gründung am 4.10.1996 an bis zum 29.12.1997 deren persönlich
haftende Gesellschafterin "S.Ü.D." Immobilien-vermietungs GmbH inne
und diese hatte seit 5.9.1996 zwei selbständig vertretungsbefugte
Geschäftsführer, Herrn Dr. Kovats und Herrn Franz Mock
(Mitangeklagter bei dem am Montag beginnenden Strafprozess). Einzige
Gesellschafterin dieser GmbH war übrigens ebenfalls eine Firma,
nämlich die Aurum Immobilienverwaltungs Aktiengesellschaft, deren
Vorstand ein Strohmann von Dr. Kovats und deren Aktionäre wiederum je
zur Hälfte die Herren Dr. Kovats und Franz Mock waren. Der
diesbezügliche Aktionärsbrief liegt im Notariat Dr. Günther Fleisch
auf.
3. Herr Dr. Kovats behauptet, niemals Geschäftsführer der
Gesellschaft, die die Diskothek betrieben habe, gewesen zu sein. Wahr
ist: Die "A2-Südpol" Discothekenbetriebs GmbH wurde bereits im Jahr
1994 gegründet. Als Gesellschafter traten die beiden Herren Norman
Thorp und Alfred Butta auf - allerdings nur als Treuhänder bzw.
Strohmänner der Herren Dr. Kovats und Franz Mock. Dass die beiden als
Strohmänner für Dr. Kovats und Mock fungierten, wurde bereits im
Strafverfahren des Landesgerichts Korneuburg vom 11.11.1999 (GZ 13 E
Vr 70/97-40) festgestellt. Beide wurden in diesem Verfahren (Fall
Diskothek "Dorian Gray") auch wegen Krida verurteilt, allerdings nur
zu je drei Monaten bedingter Haft, während Dr. Kovats als Anstifter
eine Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung erhielt (das Urteil
wurde mit Urteil des OLG Wien vom 6.4.2000 rechtskräftig. (GZ: 23 Bs
79/00).
Später wurden die Gesellschaftsanteile an der "A-2 Südpol"
Discothekenbetriebs GmbH von der Artis Tower Hotel und Restaurant
GmbH und der IAEG Industriemaschinen- und
Anlagenzubehör-Exportgesellschaft m.b.H. übernommen. Beide
Gesellschaften standen aber wiederum im Eigentum der Herren Dr.
Kovats und Mock und es übten beide auch die Geschäftsführung aus.
Als Geschäftsführer der "A2-Südpol" Discothekenbetriebs GmbH trat
zu Beginn ebenfalls Herr Norman Thorp auf, danach folgten z.T. im
Abstand von wenigen Wochen drei weitere Strohmänner von Herrn Dr.
Kovats, bis schließlich ab 8.3.1996 Herr Dr. Gröger (der dritte
Angeklagte im Verfahren ab Montag) als ein seit Jahren von Dr. Kovats
in fast allen seinen Firmen zum Einsatz kommender Strohmann die
Geschäftsführung übernahm.
Tatsächlich standen also sowohl die errichtende Gesellschaft E &
I, die die Räume vermietete, als auch die Gesellschaft, die die
Diskothek betrieb, über eine komplizierte und ineinander
verschachtelte Firmenkonstruktion im alleinigen wirtschaftlichen
Eigentum der Herren Dr. Kovats und Mock und sie hatten auch ganz
allein zu bestimmen und schlossen alle Verträge in Wirklichkeit
jeweils mit sich selbst.
4. Herr Dr. Kovats behauptet, die strafgegenständlichen Forderungen
der einen Gesellschaft gegen die andere deshalb nicht in der Bilanz
ausgewiesen zu haben, weil man (schon seit Ende 1996) wusste, dass
die Betreiberfirma der Diskothek zahlungsunfähig gewesen sei. Es
erhebt sich die Frage, warum und zu welchem Zweck Herr Dr. Kovats
dann diese Firmenkonstruktion weiter aufrecht erhielt und den Betrieb
bis zum Mai 1999 weiterführte, wodurch ein Schaden von insgesamt mehr
als ATS 12 Millionen entstand.
Wien, am 14. September 2007
*) Der Autor Hans Pretterebner recherchiert seit vielen Monaten für
ein neues Buchprojekt über "Wirtschaftskriminalität in Österreich",
in dem ein Kapitel auch verschiedenen Vorgängen rund um die Person
von Dr. Mirko Kovats gewidmet sein wird.
Rückfragehinweis:
Hans Pretterebner, Buchautor und freier Publizist
Tel. 0650 2080444
[email protected]
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