• 13.09.2007, 11:44:59
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Umweltzentrum Simmering: "Biogas Wien" eröffnet

Hightech für den Umweltschutz: Saubere Energie und Kompost aus 17.000 Tonnen Bio-Abfällen pro Jahr

Wien (OTS) - "Mit der 'Biogas Wien' geht bereits die zweite
Hightech-Anlage für den Umweltschutz im Umweltzentrum Simmering in
Betrieb. Das breite Angebot der MA 48 zur ökologisch sinnvollen
Entsorgung des Wiener Mülls wird dadurch im Sinne einer geschlossenen
Kreislaufwirtschaft weiter ausgebaut, 17.000 Tonnen Bioabfälle können
in der aktuellen Ausbaustufe jährlich in der 'Biogas Wien' in saubere
Energie umgewandelt werden, aus dem Gärrest entsteht Kompost",
erklärte Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima (SPÖ) heute, Donnerstag,
anlässlich der gemeinsam mit der Klubobfrau der Grünen, Mag.a Maria
Vassilakou, der Simmeringer Bezirksvorsteherin KR Renate Angerer
(SPÖ), WKU-Geschäftsführer KR Dipl.-Ing. Peter Bortenschlager und MA
48-Chef Dipl.-Ing. Josef Thon vorgenommenen Eröffnung der "Biogas
Wien".

Sima: "Mit dem Einstieg in die Biogas-Technologie setzt die
Stadt Wien ein weiteres deutliches Signal für den Einsatz
alternativer Energien und damit für den Klimaschutz. Künftig können
600 Wiener Haushalte mit Fernwärme aus der 'Biogas Wien' versorgt
werden, wodurch sich im Vergleich zur konventionellen
Energieerzeugung eine Einsparung von 3.000 Tonnen CO2 jährlich
ergibt." Die Stadt Wien investierte 13,5 Millionen Euro in die
Errichtung der neuen Vergärungsanlage. "Die Biogasanlage ist nicht
nur eine sinnvolle abfallwirtschaftliche Maßnahme, sondern ist durch
die erzeugte Ökoenergie ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz",
ergänzte Klubobfrau Vassilakou: "Aus Mist wird umweltfreundliche
Wärme und umweltfreundlicher Strom gewonnen. Dieses Vorzeige-Projekt
beweist, dass Energiegewinnung und Klimaschutz kein Widerspruch sind.
Wir freuen uns darüber, dass diese Idee der Grünen gemeinsam mit der
Stadt Wien umgesetzt werden konnte."****

Aus "Sautrank" wird Öko-Energie

In nur eineinhalbjähriger Bauzeit entstand neben dem Donaukanal
die neue Anlage, die aus einem rot-grünen Projekt hervor gegangen
ist. Errichtet wurde die "Biogas Wien" von der Wiener
Kommunal-Umweltschutzprojektgesellschaft m.b.H. (WKU).
WKU-Geschäftsführer Bortenschlager: "Ich bin stolz darauf, dass
sowohl der Zeit- als auch der Kostenplan bei der Errichtung der
technisch sehr komplexen Anlage genau eingehalten werden konnten.
Dafür ist allen Projektbeteiligten zu danken." Als Betreiber der
neuen Anlage fungiert die MA 48. "Mit der 'Biogas Wien' machen wir
aus Mist umweltfreundliche Energie", so 48er-Chef Thon, "die
vergärbaren Bioabfälle stammen unter anderem aus Großküchen, für die
die MA 48 ein eigenes Sammelservice anbietet." Neben der
vorbildhaften umweltpolitischen Bedeutung steht hinter der Errichtung
der "Biogas Wien" auch eine Notwendigkeit gesetzlicher Natur: In der
EU-Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 ist geregelt, dass die Verfütterung
von Küchen- und Speiseabfällen - der so genannte "Sautrank" - an
Nutztiere seit Ende Oktober 2006 nicht mehr zulässig ist. Thon:
"Durch die 'Biogas Wien' schafft die Stadt Wien eine effiziente und
umweltverträgliche Behandlungsmöglichkeit für diese Abfälle."

Bakterien als Biogas-Produzenten

Die Biogas Wien wird nach dem mesophilen Nassverfahren
betrieben: Nach Zerkleinerung der Feststoffe und Abscheidung von
Eisenteilen werden grobe Störstoffe wie Kunststoff, Holz und
Inertanteile aus dem angelieferten Material abgesiebt. Danach erfolgt
die Anmaischung der biogenen Abfälle in Turbomixern (Stofflösern),
wobei weitere mineralische und metallische Schwerstoffe abgezogen
werden. In einer Rechen-Sandfang-Kompaktanlage werden verbliebene
kleinste Leicht- und Schwerstoffe abgeschieden. Die Maische wird dann
in einen Zwischenspeicher und anschließend über die
Hygienisierungsstufe in den Gärbehälter gespeist. Die Verweilzeit im
Gärbehälter beträgt im Mittel 20 Tage. Bei einer Temperatur von 37
bis 40 Grad leisten dort Bakterien ganze Arbeit: sie verwerten das
Ausgangsmaterial als Nahrung, als Stoffwechselprodukt produzieren sie
Biogas. Dieses Gas (40-70 Prozent Methan) wird in einem
Heißwasserkessel vollständig in Fernwärme umgewandelt.

Aus Gärrest wird Kompost

Nach der Vergärung bleiben von den 17.000 Tonnen
Ausgangsmaterial rund 6.000 Tonnen Gärrest pro Jahr übrig. Dieser
wird entwässert, mit Strukturmaterial vermischt und im Kompostwerk
Lobau der MA 48 zu Kompost verarbeitet, der in der Landwirtschaft, im
Landschaftsbau oder zur Abdeckung eingesetzt werden kann. Ein
gelungenes Beispiel für echte Kreislaufwirtschaft.

Umweltzentrum Simmering als Attraktion

Schon jetzt ist die Biogas-Anlage im Umweltzentrum Simmering
Anlaufstelle für viele Delegationen aus dem In- und Ausland, die sich
von der modernen Technik und der Konzeption der Anlage überzeugen.
Neben der neuen Biogasanlage zählt auch die Hauptkläranlage Wien, die
im Jahr 2005 eröffnet wurde, zum Umweltzentrum Simmering. Dieses wird
schließlich im kommenden Jahr mit der Eröffnung der
Müllverbrennungsanlage Pfaffenau komplettiert. Ab 2008 stehen dann
drei der weltweit modernsten Anlagen für Abwasser- und
Abfallbehandlung im Umweltzentrum Simmering in Vollbetrieb und
leisten einen enormen Beitrag zum Umweltschutz in Wien - und weit
über seine Grenzen hinaus.

Technische Daten "Biogas Wien"

o Anlagentechnologie: Aufbereitung, Anmaischung, Hygienisierung, 
  Vergärung, Entwässerung, Gasverwertung/Fernwärme,              
  Abluftbehandlung, Gärrestvorbereitung für Kompostierung        
o Kapazität: 17.000 Jahrestonnen biogene Abfälle (1. Ausbaustufe)
o Gasproduktion: 1,7 Mio. m3 Biogas (1. Ausbaustufe)             
o Energienutzungsart: Biogasverwertung in Heißwasserkessel zur   
  Fernwärmeerzeugung (für 600 Haushalte)                         
o Energieproduktion: 11.200 MWh/Jahr                             
o Betriebsgelände MVA Pfaffenau und BIOGAS Wien: 44.700m2        
o Investitionskosten: 13,5 Millionen Euro
o Mehr Informationen zur "Biogas Wien" im Internet unter
  www.umweltzentrum.at/

(Schluss) wög

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Karl Wögerer
Mediensprecher Umweltstadträtin Maga Ulli Sima
Tel.: 01/4000-81359
E-Mail: [email protected]

Andreas Baur
Preessesprecher Grüne Wien
Tel.: 0664/831 74 49
E-Mail: [email protected]

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