- 13.09.2007, 10:51:15
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FORMAT: Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hatte Beratungsaufträge von der Post AG
Nach Geldannahme von der Meinl Bank schließt er Rücktritt nicht mehr aus - IVA bezog auch insgesamt 25.000 Euro Sponsoring von der OMV
Wien (OTS) - Wilhelm Rasinger, der sich zuletzt Kritik wegen
Geldannahme von der Meinl Bank gefallen lassen musste, stand auch in
Geschäftsbeziehungen mit der börsenotierten Post AG. Das berichtet
das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner morgen, Freitag,
erscheinenden Ausgabe.
Laut FORMAT-Recherchen hielt Rasinger für die Post im November 2006
ein zweitägiges Seminar zu Themen wie Bilanzanalyse ab. In diesem
Fall flossen die Zahlungen nicht an seinen privaten Anlegerverein
IVA, sondern an das Beratungsunternehmen Inter-Management, an dem
Rasinger zu 24,5 Prozent beteiligt ist. Zuvor hatte Rasinger im
Rahmen des Post-Börseganges Aktienzuteilungen angeprangert.
Rasinger erklärte gegenüber FORMAT, dass das eine mit dem anderen
nichts zu tun habe. Er habe auch schon im Jahr 2005 ein Seminar für
die Post abgehalten. Seine Gesamteinnahmen aus der Geschäftsbeziehung
würden laut ihm selbst und Post-Sprecher Michael Homola rund 5.000
Euro ausmachen.
FORMAT berichtet weiter, dass die OMV wie die Meinl Bank Zahlungen an
den IVA geleistet habe, und zwar jährlich 5.000 Euro seit 2003.
Rasinger erklärte dazu, dass es sich zum einen um ein Sponsoring der
OMV für ein Corporate-Governance- und Anlegerschutz-Stipendium
gehandelt habe. Dieses Stipendium sei mit 3.000 Euro dotiert und von
weiteren Sponsoren getragen, schreibt FORMAT.
Zudem seien OMV-Zahlungen unter dem Titel "Stimmrechtsvertretungen"
geflossen, begründete Rasinger weiter gegenüber FORMAT. Rasinger:
"Die OMV ist bemüht, Aktivitäten zu setzen, um die
Hauptversammlungspräsenz zu erhöhen. Daher wurde - wie in Deutschland
für börsenotierte Gesellschaften verpflichtend vorgesehen - ein
neutraler Stimmrechtsvertreter bestellt." OMV-Sprecher Thomas Huemer
bestätigte die Gesamtsumme der Leistungen der Höhe nach. Es handelt
sich um insgesamt 25.000 Euro in fünf Jahren.
Rasinger sagte gegenüber FORMAT, dass er einen Rücktritt von seiner
Funktion als Anlegerschützer nicht ausschließe. Er wolle noch die
Reaktionen der Öffentlichkeit abwarten, die bisher zu zwei Dritteln
positiv sei. Seiner Tätigkeit als Anlegerschützer mangle es aber auch
an ökonomischem Sinn, weil er sich zu wenig auf sein Kerngeschäft
konzentrieren könne. Sein Beratungsunternehmen habe von 2005 auf 2006
Umsatzeinbußen zu verzeichnen gehabt.
FORMAT zitiert eine Darstellung der Inter-Management, laut der die
Umsätze im genannten Zeitraum von 250.000 auf 200.000 Euro gesunken
seien. Laut Bilanz habe das Unternehmen 2006 rund 3.000 Euro Verlust
geschrieben.
Rückfragehinweis:
Format Wirtschaft; Bernhard Salomon
Tel.: (01) 217 55/4149
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