Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Ideologie im Untergrund (von Claudia Grabner)

Ausgabe 13. September 2007

Klagenfurt (OTS) - Sie sagen das Geld. Und meinen die Ideologie.
Die ÖVP-regierten Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Ober- und Niederösterreich bremsen die Kinderbetreuungsoffensive. Offiziell, weil ihnen das Stück vom Förderkuchen zu mickrig sei. Was - "Ausrede, verlass mich nicht!" - ausgesprochener Unsinn ist. Das kollektive schwarze Nein wurzelt in ihrem christdemokratischen Familienbild. Der konservative Flügel unserer Gesellschaft macht die Balken zu vor der familienpolitischen Realität.
Was dabei erstaunt, ist das Duckmäusertum - das So-tun-als-ob. Vor einem Jahr - in trauter BZÖ-Koalition - hätte es keiner Ausreden bedurft. Mit Kampfgeschrei wäre man zur Verteidigung des klassischen Familienmodells angetreten; galt es doch, das Vater-Mutter-Kind-Idyll vom moralischen Verfall zu erretten.
Heute kämpft man den Kampf im Untergrund. Nicht wahrnehmbar als Ideologiegefecht. Wurde erkannt, dass man sich der familienpolitischen Realität - die letztlich auch eine wirtschaftspolitische ist - nicht mit Ideologien stellen kann? Die Herausforderung unserer Gesellschaft ist, eine Antwort zu finden auf die Frage: Welche Maßnahmen sind zu setzen für mehr Nachwuchs? Sich gegen adäquate Kinderbetreuung querzulegen ist jedenfalls die falsche.

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