- 12.09.2007, 16:53:05
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Ärzte wollen Spitalsübernahme, Ärzte wollen Betriebsvereinbarung!
Wien (OTS) - Über einschlägige Medien wurde in den vergangenen
Wochen kolportiert, dass die Ärzte des Spitals in Wiener Neustadt die
Übernahme durch das Land gefährden, in dem sie sich weigern, einer
neuen Betriebsvereinbarung ab 2008 zuzustimmen. "Der Druck des Landes
auf Abschluss einer neuen Betriebsvereinbarung ist verständlich, wir
Spitalsärzte möchten jedoch keinesfalls die Übernahme blockieren", so
Ronald Gallob, der zuständige Spitalsärztevertreter.
"Lösungsvorschläge von unserer Seite wurden eingebracht, nicht nur
als Zeichen einer vorhandenen Kompromissbereitschaft, sondern vor
allem als Ausdruck von Interesse an geordneten Arbeitsbedingungen."
Die Spitalsärzte wollen die Versorgung der Patienten im vollen Umfang
aufrechterhalten. Die Vorschläge liegen jedenfalls am Tisch, derzeit
denken beide Seiten darüber nach. "Aus unserer Sicht wurden
vernünftige Kompromisse gemacht, der Ball liegt nun beim Land", so
Gallob.
Er verweist darauf, dass eine Betriebsvereinbarung eine in
beiderseitigem Einvernehmen abgeschlossene legale Erweiterung der
Arbeitsbedingungen darstellt, die weit über die üblichen
Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen aller anderen Österreicherinnen
und Österreicher hinausgeht. Insbesondere spießt es sich bei der
Rufbereitschaft, durch die massive Engpässe bei der Versorgung der
Patienten befürchtet werden. "Rufbereitschaft bedeutet, dass
insbesondere im Nachtdienst kein Facharzt an einzelnen Abteilungen im
Krankenhaus anwesend ist und im Bedarfsfall von zu Hause zum Dienst
einberufen wird. Dies würde gegenüber der heutigen Situation eine
enorme Verschlechterung der Qualität der Patientenversorgung
darstellen." Gallob nennt ein Beispiel: "Ein Patient kommt an die
HNO-Abteilung mit einem Kind, das in den Nachtstunden einen
Erstickungsanfall hat oder mit einer Nachblutung nach einer
Mandeloperation. Der Arzt kann natürlich erst nach Eintreffen des
Kindes verständigt werden, muss in das Krankenhaus fahren und kann
erst dann das Kind versorgen. Damit wird unnötigerweise viel Zeit
verloren. Diese Zeit kann für unverzügliche medizinische Handlungen
nicht mehr aufgeholt werden und im Einzelfall auch dauerhafte Schäden
bedeuten."
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für NÖ
Pressestelle
Hr. Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:presse@arztnoe.at
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