Ärzte wollen Spitalsübernahme, Ärzte wollen Betriebsvereinbarung!

Wien (OTS) - Über einschlägige Medien wurde in den vergangenen Wochen kolportiert, dass die Ärzte des Spitals in Wiener Neustadt die Übernahme durch das Land gefährden, in dem sie sich weigern, einer neuen Betriebsvereinbarung ab 2008 zuzustimmen. "Der Druck des Landes auf Abschluss einer neuen Betriebsvereinbarung ist verständlich, wir Spitalsärzte möchten jedoch keinesfalls die Übernahme blockieren", so Ronald Gallob, der zuständige Spitalsärztevertreter. "Lösungsvorschläge von unserer Seite wurden eingebracht, nicht nur als Zeichen einer vorhandenen Kompromissbereitschaft, sondern vor allem als Ausdruck von Interesse an geordneten Arbeitsbedingungen." Die Spitalsärzte wollen die Versorgung der Patienten im vollen Umfang aufrechterhalten. Die Vorschläge liegen jedenfalls am Tisch, derzeit denken beide Seiten darüber nach. "Aus unserer Sicht wurden vernünftige Kompromisse gemacht, der Ball liegt nun beim Land", so Gallob.

Er verweist darauf, dass eine Betriebsvereinbarung eine in beiderseitigem Einvernehmen abgeschlossene legale Erweiterung der Arbeitsbedingungen darstellt, die weit über die üblichen Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen aller anderen Österreicherinnen und Österreicher hinausgeht. Insbesondere spießt es sich bei der Rufbereitschaft, durch die massive Engpässe bei der Versorgung der Patienten befürchtet werden. "Rufbereitschaft bedeutet, dass insbesondere im Nachtdienst kein Facharzt an einzelnen Abteilungen im Krankenhaus anwesend ist und im Bedarfsfall von zu Hause zum Dienst einberufen wird. Dies würde gegenüber der heutigen Situation eine enorme Verschlechterung der Qualität der Patientenversorgung darstellen." Gallob nennt ein Beispiel: "Ein Patient kommt an die HNO-Abteilung mit einem Kind, das in den Nachtstunden einen Erstickungsanfall hat oder mit einer Nachblutung nach einer Mandeloperation. Der Arzt kann natürlich erst nach Eintreffen des Kindes verständigt werden, muss in das Krankenhaus fahren und kann erst dann das Kind versorgen. Damit wird unnötigerweise viel Zeit verloren. Diese Zeit kann für unverzügliche medizinische Handlungen nicht mehr aufgeholt werden und im Einzelfall auch dauerhafte Schäden bedeuten."

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