Horngacher-Anklage: Geheime Akten setzen Peter Stiedl unter Druck

Exklusiv in NEWS: Wie der Wiener Polizeipräsident Informationen über Amtsverfehlungen seines "Generals" in der Schublade verschwinden ließ.

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der Wiener Polizeipräsident Peter Stiedl schon im Jahr 2003 über prüfungswürdige Amtshandlungen seines Top-Mitarbeiters Roland Horngacher bescheid gewusst. Konkret werden in NEWS die Kontakte des Polizeigenerals zu einem Wiener Geschäftsmann genannt, welche in Form einer anonymen Anzeige zur Kenntnis gebracht wurden. Darauf hin habe das Innenministerium Erik Buxbaum, den Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, mit Erhebungen beauftragt. Stiedl soll darauf hin eine "Befragung" Horngachers durchgeführt haben und - ohne die verteidigenden Antworten Horngacher gegen zu checken - die Ermittlungen eingestellt haben. Der Akt wurde abgelegt, ohne das BIA (Büro für interne Angelegenheiten) oder die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Weiter geht es in der jetzigen Anklage gegen Horngacher auch um den Vorwurf, wonach der Polizeigeneral mehrere Luxusautos aus den Beständen eines Casinobetreibers gratis überlassen bekommen haben soll. 2005 kam es dann ohne offensichtlichen Grund zu einer Perlustrierung von 14 Schwarzafrikaner in dessen Lokal, bei der Horngacher anwesend war. Tags darauf brachte ein Zeuge den Sachverhalt der Wiener Polizeidirektion zur Kenntnis. Der daraus folgende Untersuchungsakt wurde mit dem Vermerk, dass gegen Roland Horngacher möglicherweise dienst-, disziplinar- oder sogar strafrechtliche Schritte zu setzen wären, an Polizeipräsident Stiedl weitergereicht. Weitere Maßnahmen blieben jedoch aus.

Wie NEWS weiter berichtet, soll Horngacher zahlreiche Ruefa-Reisegutscheine auf Anweisung des Ex-Bawag-Generals Helmut Elsner erhalten haben. Einen unter anderem kurz nachdem Horngacher einen für die Bawag-Finanzierung des geplantes Kaufes der bulgarischen Mobilfunkgruppe Mobiltel entscheidenden "Persilschein" für die Person des russischstämmigen Firmenchefs Michael Cherney ausgestellt hatte.

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