ÖAMTC warnt vor allzu freizügigen Grünphasen für Fußgänger

Liste gefährlicher Fußgängerquerungen in Wien auf Stichhaltigkeit prüfen

Wien (OTS) - Aus Anlass der jüngst erhobenen Forderung nach Verlängerung der Grünphasen für Fußgänger ruft der ÖAMTC die geltenden Bestimmungen zum Benützen ampelgeregelter Schutzwege in Erinnerung.

Fußgängerampeln sind grundsätzlich genauso geschaltet wie Ampeln für den Fahrzeugverkehr: Grün bedeutet, dass man gehen darf. Anschließend blinkt die Ampel vier mal grün. Dieses vier Sekunden lange Blinken zeigt an, dass ein Wechsel auf Rot bevorsteht. Für den Fußgänger, der sich bereits auf der Fahrbahn befindet, bedeutet dies "weitergehen". Allerdings sollten beim Blinken nur Personen die Fahrbahn betreten, die in der Lage sind, zügig die Straße zu überqueren.

Selbst "rot" bedeutet nicht "stehen bleiben" oder gar "umkehren", wie dies manchmal irrtümlich angenommen wird. Vielmehr wird ab dem Beginn des roten Ampellichtes eine ausreichend lange "Räumphase" gewährt. Wer sich auf der Fahrbahn befindet, braucht nicht in Panik zu geraten und vor allem nicht damit zu rechnen, dass plötzlich querender Verkehr einsetzt.

Auch wenn der Verkehr auf der querenden Fahrbahn "grün" haben sollte, dürfen Personen, die sich auf dem Schutzweg befinden, nicht gefährdet oder behindert werden.

Liste gefährlicher Fußgängerquerungen überprüfen

Die jüngst vorgelegte Liste gefährlicher Fußgängerquerungen muss daher auf ihre Stichhaltigkeit überprüft werden. Die Ampelschaltungen sind grundsätzlich auf größtmögliche Sicherheit ausgelegt. Die StVO schreibt völlig zu recht vor, dass Ampelschaltungen die Flüssigkeit des Verkehrs (und zwar sowohl für Fußgänger als auch für Fahrzeuge) sicherstellen sollen. Durch unnötig lange Grünphasen für die Fußgänger sollte also der Fahrzeugverkehr nicht übermäßig eingeschränkt werden. Das gemeinsame Ziel von ÖAMTC und Stadtverwaltung ist und bleibt daher die weitere Umsetzung des Projektes "Grüne Welle".

ÖAMTC empfiehlt: Bei breiten Straßenquerungen Grünphasen für Fußgänger verlängern

Allerdings räumt der ÖAMTC ein, dass es in Wien bei einer Reihe von Fußgängerquerungen Unklarheiten gibt: Dies ist vor allem dort der Fall, wo besonders breite Straßen mit mehreren Fahrstreifen und einer schmalen Mitteltrennung gequert werden müssen.

Fußgänger haben hier oft Straßen mit 25 Metern Breite oder mehr vor sich. Hier kommt es tatsächlich vor, dass man bei "normaler" Gehgeschwindigkeit auf der Mitteltrennung oder noch gute 12 bis 15 Meter vor der anderen Straßenseite mit plötzlichem Grünblinken oder gar mit Rot konfrontiert wird.

Wer hier in der Befürchtung, die zweite Fahrbahn nicht sicher überqueren zu können, stehen bleibt, bekommt es tatsächlich "mit der Angst" zu tun. Denn die Mitteltrennungen sind oft zum Warten viel zu schmal und der beidseitig vorbeiflutende Verkehr wird zu Recht als gefährlich empfunden.

In derartigen Fällen empfiehlt auch der ÖAMTC die Grünphasen für die Fußgänger so zu verlängern, dass das Grünblinken erst einsetzt, wenn man sich auf der zweiten zu überquerenden Fahrbahn befindet und die Räumphase ausreicht, um sicher den Fahrbahnrand zu erreichen. Der ÖAMTC wird seine laufenden Kontakte zur zuständigen MA33 im Zuge des Projektes "Grüne Welle" nutzen, um dort vernünftige Anpassungen zu erreichen, wo dies wirklich notwendig ist.

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Martin Hoffer

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