- 08.09.2007, 08:00:00
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"profil": Schützenhöfer: "ÖVP-Bundesvorstand darf nicht Scharfrichtertruppe werden"
Steirischer ÖVP-Chef und LH-Vize Hermann Schützenhöfer kritisiert ÖVP-Spitze wegen "Denkverboten"
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert der steirische
Vize-Landeshauptmann und ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer die eigene
Bundesparteispitze, die "Denkverbote" im Zusammenhang mit der
"Perspektivengruppe" erlassen habe. "Ein Querdenker meldet sich zu
Wort und wird - leider auch von Willi Molterer und Außenministerin
Plassnik - sofort gleichsam mit allen Mistgabeln niedergemacht",
stellt sich Schützenhöfer vor den steirischen VP-Klubobmann
Christopher Drexler, der die Abschaffung der Neutralität
vorgeschlagen hatte. Molterer und Plassnik hätten darauf "hysterisch"
reagiert, "als ob sie von einer Hornisse gestochen worden wären."
ÖVP-Chef Molterer solle in gesellschaftspolitischen Fragen wie
gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen oder Familienpolitik "ein
paar Fenster aufmachen, die der ÖVP Zukunft signalisieren", fordert
Schützenhöfer: "Der Bundesparteivorstand der ÖVP darf keinesfalls als
Scharfrichtertruppe auftreten, die mit dem ideologischen Schwert
darüber wacht, dass nur ja niemand ausschert." Vor allem Menschen,
die in Beziehungen abseits der klassischen Familie lebten, sollten
nicht ausgegrenzt werden. "Daher muss ich denen sagen: Egal, wie ihr
lebt, ihr seid uns willkommen und wir bieten euch an, mit uns ein
Stück des Wegs zu gehen."
Parteiinterne Kritiker am Privatleben der Familienministerin
Andrea Kdolsky weist Schützenhöfer im "profil"-Interview zurecht:
"Diejenigen bei uns, die mit gefalteten Händen ideologische
Scharfrichter spielen, sollen schauen, wie sie ihre eigenen Familien
behandeln."
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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