PRÖLL: Erdäpfel sind Botschafter der österreichischen Tisch-Kultur

Erdäpfel-Wochen von 8. September bis 7. Oktober 2007: Traditionelle, regionale und innovative Gerichte mit heimischen Erdäpfeln

Wien (OTS) - "Erdäpfel stehen für puren Genuss und Gesundheit und sind Botschafter der heimischen Tischkultur. Sie sind reich an Vitamin C und machen bei entsprechender Zubereitung schlank, weil sie weniger Kalorien enthalten als Brot und Nudeln. Darüber hinaus schützen sie das Klima, denn Österreich ist nahezu Selbstversorgerland bei Erdäpfeln. 96 Prozent aller Knollen stammen aus heimischem Anbau und landen ohne lange Transportwege auf den Tellern. Die Erdäpfel - Wochen von 8. September bis 7. Oktober 2007 wollen darauf hinweisen und den Konsumentinnen und Konsumenten deutlich machen, dass Österreich eine hervorragende Erdäpfelqualität zu bieten hat", so Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute bei der gemeinsamen Erdäpfel-Kochwerkstatt mit Christan Wrenkh anlässlich der Kartoffel-Wochen, die ab kommenden Wochenende in 200 ausgewählten österreichischen Gasthäusern stattfinden.

Insgesamt werden in Österreich auf rund 22.000 Hektar 763.000 Tonnen Erdäpfel angebaut. Sie tragen mit einem Produktionswert von rund 70 Millionen Euro wesentlich zum landwirtschaftlichen Einkommen bei. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt durchschnittlich bei 54 Kilogramm.

Die Anbauflächen zeigen in den letzten Jahren eine rückläufige Tendenz, haben sich aber auf dem derzeitigen Ausmaß stabilisiert. Mit 17.700 Hektar liegen rund 80 Prozent der Anbauflächen in Niederösterreich. Fast die Hälfte der österreichischen Erdäpfelerzeugung geht in die industrielle Verarbeitung.

Dass Erdäpfel in Österreich eine starke regionale Tradition haben, zeigt sich auch bei der Entwicklung der Genuss Regionen Österreichs. Die Waldviertler Erdäpfel und Weinviertler Erdäfpel aus Niederösterreich, die Sauwald Erdäpfel aus Oberösterreich sowie der Lungauer Eachtling aus Salzburg sind vier Leitprodukte von insgesamt 85 regionalen Spezialitäten.

"Die köstliche und gleichzeitig gesunde Knollenfrucht sollte eigentlich täglich auf dem Speiseplan stehen - sofern die Zubereitung stimmt. Zwei bis drei Erdäpfel decken bereits ein Viertel des Tagesbedarfs an Magnesium und die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C. Vitamin C stärkt bekanntlich die Abwehrkräfte und ist gerade in der kälteren Jahreszeit wichtig. Beim Kaliumgehalt sind die Erdäpfel überhaupt Spitzenreiter und übertreffen sogar die Bananen. Das enthaltene Kalium wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Darüber hinaus enthalten Erdäpfel noch wertvolle Kohlenhydrate, Ballaststoffe und wichtige Vitamine der B-Gruppe", weist der Minister auf die gesundheitsfördernde Wirkung der Erdäpfel hin.

Kurz zur Geschichte der heimischen Knollenfrucht: Die Erdäpfel tauchen in Österreich erstmals um 1620 in Seitenstetten auf. Der Abt des Stiftes, Kaspar Platz, erhielt von einem belgischen Gärtner Erdäpfelknollen und baute sie im Klostergarten an. Er hielt viele praktische Tipps und Rezepte schriftlich fest, unter anderem ein Rezept für Erdäpfelsalat. Maria Theresia verpflichtete die Bauern, Erdäpfel anzubauen, da sie ihren Wert bei Bekämpfung von Hungersnöten erkannte. Ihren endgültigen Durchbruch schaffte die Knolle im bayrischen Erbfolgekrieg zwischen Preußen und Österreich 1778 bis 1779. Die verfeindeten Truppen beraubten sich gegenseitig der Verpflegung und gruben die Erdäpfel sogar aus. Damit war der Weg zum Grundnahrungsmittel geebnet und der Verzehr lag zeitweise bei 200 Kilogramm pro Person und Jahr. Seither sind Erdäpfel das beliebteste Gemüse der Österreicher.

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