- 03.09.2007, 18:30:00
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PRÖLL: Erdäpfel sind Botschafter der österreichischen Tisch-Kultur
Erdäpfel-Wochen von 8. September bis 7. Oktober 2007: Traditionelle, regionale und innovative Gerichte mit heimischen Erdäpfeln
Wien (OTS) - "Erdäpfel stehen für puren Genuss und Gesundheit und
sind Botschafter der heimischen Tischkultur. Sie sind reich an
Vitamin C und machen bei entsprechender Zubereitung schlank, weil sie
weniger Kalorien enthalten als Brot und Nudeln. Darüber hinaus
schützen sie das Klima, denn Österreich ist nahezu
Selbstversorgerland bei Erdäpfeln. 96 Prozent aller Knollen stammen
aus heimischem Anbau und landen ohne lange Transportwege auf den
Tellern. Die Erdäpfel - Wochen von 8. September bis 7. Oktober 2007
wollen darauf hinweisen und den Konsumentinnen und Konsumenten
deutlich machen, dass Österreich eine hervorragende Erdäpfelqualität
zu bieten hat", so Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute bei der
gemeinsamen Erdäpfel-Kochwerkstatt mit Christan Wrenkh anlässlich der
Kartoffel-Wochen, die ab kommenden Wochenende in 200 ausgewählten
österreichischen Gasthäusern stattfinden.
Insgesamt werden in Österreich auf rund 22.000 Hektar 763.000
Tonnen Erdäpfel angebaut. Sie tragen mit einem Produktionswert von
rund 70 Millionen Euro wesentlich zum landwirtschaftlichen Einkommen
bei. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt durchschnittlich bei 54 Kilogramm.
Die Anbauflächen zeigen in den letzten Jahren eine rückläufige
Tendenz, haben sich aber auf dem derzeitigen Ausmaß stabilisiert. Mit
17.700 Hektar liegen rund 80 Prozent der Anbauflächen in
Niederösterreich. Fast die Hälfte der österreichischen
Erdäpfelerzeugung geht in die industrielle Verarbeitung.
Dass Erdäpfel in Österreich eine starke regionale Tradition haben,
zeigt sich auch bei der Entwicklung der Genuss Regionen Österreichs.
Die Waldviertler Erdäpfel und Weinviertler Erdäfpel aus
Niederösterreich, die Sauwald Erdäpfel aus Oberösterreich sowie der
Lungauer Eachtling aus Salzburg sind vier Leitprodukte von insgesamt
85 regionalen Spezialitäten.
"Die köstliche und gleichzeitig gesunde Knollenfrucht sollte
eigentlich täglich auf dem Speiseplan stehen - sofern die Zubereitung
stimmt. Zwei bis drei Erdäpfel decken bereits ein Viertel des
Tagesbedarfs an Magnesium und die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin
C. Vitamin C stärkt bekanntlich die Abwehrkräfte und ist gerade in
der kälteren Jahreszeit wichtig. Beim Kaliumgehalt sind die Erdäpfel
überhaupt Spitzenreiter und übertreffen sogar die Bananen. Das
enthaltene Kalium wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislaufsystem
aus. Darüber hinaus enthalten Erdäpfel noch wertvolle Kohlenhydrate,
Ballaststoffe und wichtige Vitamine der B-Gruppe", weist der Minister
auf die gesundheitsfördernde Wirkung der Erdäpfel hin.
Kurz zur Geschichte der heimischen Knollenfrucht: Die Erdäpfel
tauchen in Österreich erstmals um 1620 in Seitenstetten auf. Der Abt
des Stiftes, Kaspar Platz, erhielt von einem belgischen Gärtner
Erdäpfelknollen und baute sie im Klostergarten an. Er hielt viele
praktische Tipps und Rezepte schriftlich fest, unter anderem ein
Rezept für Erdäpfelsalat. Maria Theresia verpflichtete die Bauern,
Erdäpfel anzubauen, da sie ihren Wert bei Bekämpfung von Hungersnöten
erkannte. Ihren endgültigen Durchbruch schaffte die Knolle im
bayrischen Erbfolgekrieg zwischen Preußen und Österreich 1778 bis
1779. Die verfeindeten Truppen beraubten sich gegenseitig der
Verpflegung und gruben die Erdäpfel sogar aus. Damit war der Weg zum
Grundnahrungsmittel geebnet und der Verzehr lag zeitweise bei 200
Kilogramm pro Person und Jahr. Seither sind Erdäpfel das beliebteste
Gemüse der Österreicher.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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