- 31.08.2007, 13:25:21
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Hohe Caritas-Auszeichnung für lutherischen Bischof Herwig Sturm
Krätzl: "Anwalt für Benachteiligte" - Landau: "Gutes Miteinander der Kirchen trägt entscheidend Sturms Handschrift"
Wien (epdÖ) - Der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig
Sturm hat die Goldene Elisabethmedaille, die höchste österreichische
Auszeichnung der Caritas Österreich, erhalten.
Die Auszeichnung erfolge "im Wissen um das Einverständnis des Wiener
Erzbischofs, Kardinal Christoph Schönborn in großer Dankbarkeit für
das gute ökumenische Miteinander", sagte Caritas-Direktor Msgr. DDr.
Michael Landau bei der Verleihung am Freitag, 31. August, im Wiener
Kardinal-König-Haus. Dieses Miteinander habe sich nicht zuletzt im
Blick auf die Menschen "an den Rändern des Lebens und den Rändern der
Gesellschaft" bewährt, "in denen Christus uns nach dem Zeugnis der
Bibel auch heute begegnet", so Landau.
Das gute Miteinander der Kirchen in Österreich trage entscheidend
Sturms Handschrift, sagte der Caritas-Direktor und würdigte Sturms
Zeugnis, "dass Christen nur vor Gott ihre Knie beugen sollen". Durch
ihr gemeinsames solidarisches Tun lebten die Kirchen ihren
prophetischen Auftrag. Zum ökumenischen Dialog, so Landau, gebe es
keine sinnvolle Alternative, die Caritas sei hier Bischof Sturm in
großem Maß zu Dank verpflichtet.
Der römisch-katholische Weihbischof DDr. Helmut Krätzl bezeichnete
den lutherischen Bischof in seiner Laudatio als "mutigen Anwalt für
Benachteiligte". Diese Haltung sei auch in der Familie Sturms zu
spüren. Krätzl erinnerte dabei an das Engagement von Sturms Frau
Gertrude beim Aufbau und der Leitung des Laura-Gatner-Hauses für
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
Krätzl hob Sturms Mitarbeit im Ökumenischen Rat der Kirchen in
Österreich (ÖRKÖ) hervor; hier habe Sturm als Mitglied des Vorstandes
und jetzt als Vorsitzender gezeigt, wie sich Kirchen in der
Öffentlichkeit für Menschenwürde und gegen Ungerechtigkeit einsetzen.
Sturm sei dabei "nie nur dabei, sondern immer initiativ" gewesen und
habe sich mutig als Erster zu Wort gemeldet. "Wer aus dem Evangelium
lebt, muss sozial wirken", betonte der Weihbischof. Dieses soziale
Wirken werde besonders deutlich in der täglichen Zusammenarbeit
zwischen Caritas und Diakonie, die auch in der Innenpolitik als
gemeinsame Stimme zu mehr Menschlichkeit aufrufen.
Seinen Dank für die "unerwartete Auszeichnung" verband Bischof Sturm
mit dem Dank für "den schönen Bogen der Ökumene, das, wofür mein Herz
und Hoffen schlägt". Sturm dankte auch seiner Familie dafür, dass er
vom Elternhaus weg immer in einem offenen Haus leben konnte. "Die
Arbeit der Hilfe in Extremräumen unserer Gesellschaft, das Ringen um
Würde für uns Helfende, ist eine wichtige Herausforderung, an der wir
uns selbst immer prüfen müssen", so Sturm. Der Bischof rief dazu auf,
"sprachfähig zu bleiben in einem System, wo Menschen täglich unter
die Walze kommen".
Mag. Herwig Sturm wurde am 15. August 1942 in Lilienfeld/NÖ geboren.
Nach Beendigung seiner Schulzeit in Salzburg und des Studiums in
Wien, Heidelberg und Zürich war Sturm als Vikar in Zell am See und
Lienz tätig. In Lienz übernahm er auch seine erste Pfarrstelle, die
er 13 Jahre innehatte, bevor er im Jahr 1980 als Pfarrer nach
Klagenfurt wechselte. 1988 wurde Herwig Sturm zum Superintendenten
der Diözese Kärnten/Osttirol gewählt.
Am 2. Oktober 1995 wählte ihn die Synode zum Bischof der
Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Der Amtsantritt erfolgte am
1. Jänner 1996. Sturm ist auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates
der Kirchen in Österreich. Zu seinem Nachfolger im Bischofsamt wurde
am 1. Juni 2007 Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker gewählt,
der das Leitungsamt am 1. Jänner 2008 antreten wird. Sturm ist
verheiratet und hat drei Kinder.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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