ÖAMTC: Trödeln bei der Mehrphasenausbildung kann Menschenleben kosten

Fast 16 Prozent weniger Unfälle bei Fahranfängern, aber 50 Prozent kommen immer noch zu spät zum Fahrsicherheitstraining

Wien (OTS) - Die Einführung der Mehrphasen-Fahrausbildung hat die Unfallzahlen der Fahranfänger dramatisch gesenkt. 2002 waren Führerschein-Neulinge als Pkw- und Motorradlenker an 7.793 Unfällen beteiligt, 2006 waren es laut Unfallstatistik mit 6.565 Unfällen um 15,7 Prozent weniger.

Dabei wird aber immer noch viel Potenzial verschenkt, denn mehr als 50 Prozent der jungen Führerschein-Besitzer absolvieren das vorgeschriebene Fahrsicherheitstraining nicht innerhalb der vorgegebenen Fristen. "Je früher das Fahrsicherheitstraining absolviert wird umso besser, denn in den ersten drei bis neun Monaten nach der Führerschein-Prüfung passieren die meisten Unfälle", erklärt Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Teesdorf.

Wenn die Fahranfänger die Fristen für die Perfektionsfahrten oder das Fahrsicherheitstraining versäumen, dauert es zwölf Monate bis die Behörde auf das Fehlen des Fahrsicherheitstrainings bei den Führerscheinklassen B und L17 B hinweist. Bei Motorrädern erfolgt die Erinnerung drei Monate früher. "Hier fehlt ein zeitgerechter Hinweis an die jungen Führerscheinbesitzer", erklärt der ÖAMTC-Experte. Die zweite Erinnerung an ein fehlendes Modul in der Mehrphasen-Fahrausbildung wird nach weiteren vier Monaten zugestellt.

Längere Probezeit und sogar Führerscheinentzug möglich

Auch die Club-Juristin Ursula Zelenka sieht ein Problem in der behäbigen Erinnerungsstrategie der Führerscheinbehörde. "Die Gründe für ein Versäumen der vorgeschriebenen Module in der Mehrphasen-Fahrausbildung sind vermutlich vielfältig. Die Erinnerung an das fehlende Modul sollte aber nicht erst ein Jahr nach der Führerscheinprüfung erfolgen."

Werden nicht alle Module innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums von einem Jahr absolviert, bekommt der Fahranfänger zwölf Monate nach der bestandenen Prüfung das erste Erinnerungsschreiben und vier Monate Nachfrist. Wenn innerhalb dieser Nachfrist die Ausbildung wieder nicht abgeschlossen wird, verlängert sich die Probezeit um ein Jahr und weitere vier Monate werden als Nachfrist gewährt. Verstreicht diese Frist wieder ohne positivem Abschluss der Mehrphasen-Fahrausbildung wird als letzte Konsequenz die Lenkberechtigung so lange entzogen, bis alle Module nachgeholt wurden. "Der ÖAMTC verschickt als Serviceleistung an die Fahrschüler seiner 143 Partner-Fahrschulen österreichweit ein Erinnerungsmail", erklärt die ÖAMTC-Juristin.

Die derzeitige Praxis nochmals im Detail:
* Die erste Erinnerung erfolgt nach zwölf Monaten (für Klasse B und L17 B). Das ist eine Verständigung, in der auch eine Nachfrist gegeben und die Androhung der Verlängerung der Probezeit und Entziehung der Lenkberechtigung ausgesprochen wird. Für die Klasse A (hier gibt es keine erste Feedbackfahrt) erfolgt das Schreiben drei Monate früher.
* Nach 16 Monaten erfolgt die zweite Erinnerung (für Klasse B und L17 B, für Klasse A nach 13 Monaten). Hier wird die Anordnung gegeben, die fehlenden Ausbildungsschritte nachzuholen und die Probezeit verlängert.
* 20 Monate nach Führerscheinerhalt (für Klasse B und L17 B, für Klasse A nach 17 Monaten) wird die Lenkberechtigung entzogen, bis die fehlenden Stufen absolviert sind.

Auf die Qualität der Ausbildung wird großer Wert gelegt

Beim ÖAMTC gibt es mehr als Mindestmaß und noch dazu Fahrspaß: Es kommt nicht nur darauf an, dass man ein Fahrsicherheitstraining macht, sondern auch wie und wo man es macht. Für den ÖAMTC mit seiner über 20-jährigen Erfahrung auf dem Gebiet ist die Qualität der Ausbildung oberstes Gebot. Jeden Tag gibt es in den neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren durchschnittlich elf Mehrphasen-Kurse, im Jahr 2006 haben mehr als 44.000 Führerschein-Neulinge beim ÖAMTC trainiert.

Nähere Infos zum Mehrphasen-Fahrsicherheitstraining beim ÖAMTC gibt es auf www.oeamtc.at/fahrsicherheit.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Magnus Moser
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001